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Automobile : Fiat-Aktie parkt auf der Standspur

  • Aktualisiert am

Die Anleger nehmen die Fiat-Aktien auf die Hörner Bild: dpa

Was ist nur mit der Fiat-Aktie los? Seit August hat sich der Kurs des italienischen Autobauers mehr als halbiert - und Besserung ist nicht in Sicht.

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          Zweiklassengesellschaft bei den Auto-Aktien. Während etwa BMW Rekordgewinne und Rekordkurse einfährt, gehört Fiat zu den Anbietern, die eindeutig auf die Spur der Verlierer gewechselt sind. Die Quittung: Seit August hat sich der Aktienkurs halbiert, wobei alleine in diesem Jahr das minus 27 Prozent beträgt.

          Geht es nach den Analysten, gibt es derzeit für die Aktionäre kaum Hoffnung auf Besserung. Mehrheitlich sind sie der Aktie gegenüber neutral oder sogar negativ eingestellt. Neue Argumente erhielten die Zweifler jüngst über die Bekanntgabe der Zulassungszahlen für den italienischen Automarkt. Da musste Fiat weitere Marktanteilsverluste und einen Rückgang um 21,6 Prozent auf 45.240 Einheiten hinnehmen - ein katastrophales Ergebnis.

          Paolo Wenk, Fondsmanager bei Banco di Sardegna, sagte nach dieser Meldung: „Das hat mich in meiner Einschätzung bestätigt, dass es sich bei Fiat um den schlechtesten Automobilwert in Europa handelt.“

          Probleme der Autosparte gefährden den Gesamtkonzern

          Nachdem die Autosparte, die für mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes steht, in sieben der acht vergangenen Jahre Verluste eingefahren hat, ranken sich um diese italienische Institution nun sogar Verkaufsgerüchte. „Wir glauben an die Entwicklung von Fiat Auto“, hat Giovanni Agnelli, Ehrenpräsident und Patriarch des größten italianischen Industrieunternehmens zwar kürzlich beteuert. Doch die anhaltenden Probleme des Flaggschiffes bringen inzwischen den ganzen Flottenverband in raues Fahrwasser. Im Vorjahr musste der Konzern mit minus 445 Millionen Euro erstmals seit acht Jahren einen Verlust hinnehmen.

          Der auf sechs Milliarden Euro angehäufte Schuldenberg raubt dem Unternehmen im übrigen jegliche finanzielle Flexibilität. Um die Situation zu entschärfen, bleibt neben der kürzlich beschlossenen Kapitalaufstockung in Höhe von 1,8 Milliarden Euro durch die niederländische Dachgesellschaft Fiat Auto Holdings BV nichts anders übrig, als zu Restrukturieren und Kosten zu sparen. Außerdem sollen Unternehmensanteile verkauft werden. Im Gespräch sind hier auch der Bereich Metallbauteile (Teksid) sowie die Flugzeugtochter Fiat Avia, deren Verkauf zuletzt aber heftig dementiert wurde.

          Zunächst keine Besserung in Sicht

          Da sich Fiat aber bewegen muss, werden sich die Verkaufsgerüchte auch weiterhin um eine Abgabe der Autosparte ranken, die auch die Modelle Lancia und Alfa Romeo umfasst. Zumal die Autokonjunktur allgemein schwierig bleiben dürfte, Fiat aber die vertragliche Möglichkeit besitzt, den US-Anbieter General Motors, der bereits 20 Prozent der Aktien hält, in den Jahren 2004 bis 2009 zum Kauf der restlichen Anteile zu zwingen.

          Solange die Karten aber nicht auf dem Tisch liegen und nicht klar ist, wie Fiat wieder auf die Überholspur wechseln will, wird die Aktie auch weiterhin nur die Rücklichter von Konkurrenten wie BMW sehen. Eine weitere Annäherung an das Tief des Jahres 1992 bei knapp elf Euro scheint jedenfalls nicht ausgeschlossen zu sein.

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