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Auto-Aktien : VW, BMW & Co fehlt der Zündfunke

  • -Aktualisiert am

Selbst die tollsten Modelle lassen Auto-Aktien derzeit nicht steigen Bild: dpa

Pattsituation bei deutschen Auto-Aktien. Kursgewinne sind daher fern. Zum Trost winkt aber wenigstens eine bessere Bilanz als beim Dax.

          Außer Spesen nichts gewesen. So lautet seit einiger Zeit das Motto bei den deutschen Auto-Aktien. Trotzdem dürften die Aktionäre nicht ganz unzufrieden sein. Schließlich lief es in den meisten anderen Sektoren noch weitaus schlechter.

          Deutlich wird dies am Vergleich zwischen dem CDax Automobile und dem Dax. Während der Dax in diesem Jahr bisher schon fast 30 Prozent an Wert verlor, notiert der CDax Automobile praktisch auf seinem Ausgangsniveau.

          Kurse treten auf der Stelle

          Da Börsianer aber letztlich Geld verdienen wollen, haben auch die Aktionäre der deutschen Autobauer keinen wirklichen Grund, sich die Hände zu reiben. VW, BMW und Porsche kommen seit einem Jahr nicht mehr vom Fleck und DaimlerChrysler sind inzwischen wieder in die Nähe ihres Fünfjahrestief abgerutscht.

          Die Internationale Automobilausstellung IAA (13. bis 23. September) wird an dieser Kurskonstellation vermutlich nichts ändern. Wie in dem Link „Auto-Aktien: IAA keine Kursstütze“ nachgewiesen, vermöchte die IAA auch in der Vergangenheit nicht, die Kurse der Auto-Aktien auf die Überholspur zu schicken.

          Pattsituation

          Zumal aktuell die Ausgangslage für die Branche alles andere als toll ist. Die hohen Spritpreise in Verbindung mit der nachlassenden Konjunktur werden im Jahr 2001 vermutlich für einen schrumpfenden deutschen Automarkt sorgen. Da zunächst keine Besserung in Aussicht ist, hält sich folglich die Kursfantasie in Grenzen.

          Gleichzeitig muss konstatiert werden, dass sich die deutschen Autobauer in dieser Schwächephase des Marktes sehr gut schlagen. Speziell in den USA legen sie zu Lasten der heimischen Produzenten zu. Unter den großen Vier - BMW, DaimlerChrysler, Porsche und VW hat damit lediglich DaimlerChrysler ein Problem. Denn auch die US-Tochter Chrysler leidet wie die anderen US-Vertreter unter sinkenden Marktanteilen.

          Chrysler bremst Daimler-Aktie

          Die Sorge um die US-Tochter hat die Kurse der DaimlerChrysler-Aktie zuletzt wieder bedrohlich nahe an das Fünfjahrestief bei 43,05 Euro abtauchen lassen. Aber auch mit den anderen drei Branchenvertretern ging es jüngst merklich bergab. Angesichts der schwierigen Lage an den Weltbörsen dürften der Abgabedruck zunächst trotz IAA weiter anhalten.

          Wie schon zuletzt ist den Werten aber eine bessere Kursentwicklung als dem Dax zuzutrauen. Denn sollte es demnächst zu einer Konjunkturerholung kommen, profitieren die Auto-Aktien erfahrungsgemäß besonders stark. Außerdem winken dank Rentabilitätsverbesserungen trotz schwieriger Lage noch immer Gewinnsteigerungen.

          Im Zaum gehalten wird die Kursfantasie aber gleichzeitig durch die Gefahr, dass die Gewinnerwartungen noch deutlich zu hoch sein dürften. Laut Morgan Stanley bewegen sich die Bewertungen im Bereich des historischen Durchschnitts, so dass die Börsianer zu große Enttäuschungen vermutlich nicht tolerieren würden.

          Viele Halteempfehlungen

          Als Folge davon ist die deutsche Autobranche derzeit für viele Banken nicht mehr als eine Halteposition. Spitzenreiter bei den Halteempfehlungen ist VW. Von den Analysten, die VW abdecken, stufen fast 50 Prozent die VW-Aktie mit neutral ein. Auch bei BMW liegt die Quote mit 44,6 Prozent relativ hoch. Allerdings trauen wir BMW unter den vier deutschen Musketieren noch das Meiste zu. Denn im Premiumsegment macht sich eine Konjunkturschwäche in der Regel weniger stark bemerkbar als im Massengeschäft.

          Mit dem Kauf von Chrysler ist Daimler aber genau dahin abgerutscht, weshalb wir hier auch zur Vorsicht raten. Etwas besser sieht es wegen der niedrigen Bewertung bei VW aus. Aber auch hier fehlt aktuell der Zündfunke für den Aktienkurs. Und bei der ebenfalls wie BMW im Premiumsegment tätigen Porsche stört die beharrliche Weigerung des Vorstands, den Anteilseignern Einblick in die Quartalsergebnisse zu gewähren.

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