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Ausschüttung 2012 : Die meisten Konzerne erhöhen die Dividenden

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Das Geschäftsjahr 2011 wird für viele deutsche Unternehmen eines der besten der Geschichte. Die Aktionäre dürften dafür im Jahr 2012 mit höheren Dividenden entlohnt werden.

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          Die Gewinne der meisten deutschen Unternehmen sind in diesem Jahr gestiegen. Zwar sind es bis zum Jahresende noch sechs Wochen, doch die Analysten sind zuversichtlich, dass sich an dem positiven Trend bis dahin nichts mehr ändern wird. Im Durchschnitt der 30 Dax-Konzerne gehen sie von einem Wachstum der Gewinne um rund 5 Prozent aus. Daran dürften die Aktionäre entsprechend teilhaben. Nach den vom Finanzdatenanbieter Bloomberg erhobenen durchschnittlichen Dividendenschätzungen der Analysten steht bei 21 der 30 Gesellschaften eine Dividendenerhöhung für das Geschäftsjahr 2011 an, die im Frühjahr 2012 zur Ausschüttung kommt.

          Demnach ist mit einer Ausschüttung für die im Dax notierten Aktien von 25,6 Milliarden Euro zu rechnen und damit rund 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf Einzeltitelebene kommt es jedoch zu erheblichen Veränderungen. So wird nicht nur der Gewinnanstieg auf Indexebene, sondern auch der Dividendenanstieg erheblich durch die beiden Schwergewichte RWE und Eon gebremst.

          Den Schätzungen zufolge dürfte Eon seine Dividende von 1,50 Euro je Aktie auf 1 Euro kürzen und damit eine Milliarde Euro weniger an seine Aktionäre ausschütten. Bei RWE wird ein Rückgang von 3,50 Euro je Aktie auf 2,20 Euro angenommen. Aufgrund des ebenfalls deutlich gesunkenen Aktienkurses würde RWE damit aber mit knapp 8 Prozent immer noch die höchste Dividendenrendite aller Dax-Konzerne aufweisen (siehe Grafik).

          Autohersteller außergewöhnlich gut

          Größter Einzelzahler mit gut 3 Milliarden Euro wird die Deutsche Telekom werden. Hier ist eine konstante Ausschüttung von 70 Cent je Aktie unterstellt. Die Dividendenrendite wäre mit 7,6 Prozent auf Basis des aktuellen Aktienkurses traditionell üppig. Eine hohe Dividendenrendite ist aus Aktionärssicht attraktiv, allerdings ist sie oft auch Ausweis einer schwachen Kursentwicklung, die in der Regel Ausweis einer wenig dynamischen Unternehmensentwicklung ist. Von den sieben Dax-Unternehmen mit den höchsten Dividendenrenditen wird den Analystenschätzungen zufolge einzig Daimler seine Ausschüttung an die Aktionäre erhöhen.

          Die außergewöhnlich guten Geschäfte der Autohersteller dürften überdies bei BMW zu einer kräftigen Dividendenerhöhung von 1,30 Euro auf 2,40 Euro je Aktie führen und bei den Vorzugsaktien von Volkswagen immerhin von 2,26 Euro auf 3,26 Euro. Bei allen drei Autokonzernen werden Rekordausschüttungen erwartet. Dies hebt sie von anderen Konzernen wie Thyssen-Krupp, K+S und Heidelberg Cement ab, die zwar auch ihre Ausschüttungen kräftig erhöhen dürften, allerdings noch ein ganzes Stück hinter ihren Rekordwerten der Jahre 2007 oder 2008 zurückbleiben.

          Unsicherheiten für 2013

          Neben den Energieversorgern wird nur von der Lufthansa einen Dividendenkürzung um rund ein Viertel erwartet. Konstant bleiben dürften neben der Telekom die Ausschüttungen der Post, sowie der Finanzkonzerne Allianz, Munich Re, Deutsche Bank und Commerzbank. Die teilverstaatlichte Bank wird abermals der einzige Dax-Konzern sein, der keine Ausschüttung an die Aktionäre vornimmt.

          Von den 21 erwarteten Dividendenerhöhungen ist jedoch erst eine sicher: Siemens will seinen Aktionären auf der Hauptversammlung am 24. Januar eine Erhöhung von 2,70 Euro auf 3 Euro je Aktie vorschlagen und so mit einer Ausschüttungssumme von gut 2,2 Milliarden Euro nach der Telekom und neben BASF und Daimler einer der größten Dividendenzahler bleiben.

          Ob im Frühjahr 2013 für das Jahr 2012 ebenso hohe oder gar noch höhere Dividenden gezahlt werden, ist derzeit mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Die wegen dieser Unsicherheiten seit August deutlich gesunkenen Aktienkurse führen jedoch zu attraktiven Dividendenrenditen. Im Durchschnitt der Dax-Unternehmen ist mit einer Ausschüttung von 4,3 Prozent des Börsenwertes als Dividende zu rechnen. Damit liegt die Rendite deutlich höher als diejenige langlaufender Bundesanleihen und ebenso über den derzeitigen Renditen von Unternehmensanleihen mit guter und mittlerer Bonität.

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