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Ausblick : Beharrliche Flexibilität ist bei der Geldanlage Trumpf

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Die Phase um den Jahreswechsel ist die Zeit der Ausblicke und der Jahresprognosen. Man sollte sie allerdings nicht allzu ernst zu nehmen. Neben der sorgfältigen Auswahl von Einzelaktien sollten Anleger vor allem flexibel bleiben.

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          Der Jahreswechsel ist die Zeit der Rück- und Ausblicke. Beim Blick in den Rückspiegel besteht nicht selten die Neigung, die Prognosen des Vorjahres zu feiern oder um zu erläutern, aus welchen - natürlich unvorhersehbaren - Gründen die Prognosen nicht eingetroffen sind.

          Alleine schon aus diesem Grund dürfte es angemessen sein, solche Prognosen mit einer gewissen Reserviertheit zu betrachten. Das läßt sich alleine schon aus der Vielfalt der sich zum Teil auch deutlich widersprechenden Meinungen ablesen. Grundsätzlich neigen die Strategen der Banken zu einem gewissen Optimismus. Schließlich haben sie etwas zu verkaufen - und wie sollten sie das tun, ohne eine positive Ausstrahlung.

          Jahresprognosen oft nur marketingorientierte oder mediale Lückenfüller

          In der Regel liegt allerdings die durchschnittliche Markterwartung neben der sich später einstellenden Realität. In diesem Sinne sind Jahresprognose oft nicht mehr, als marketingorientierte oder mediale Lückenfüller ohne größere Bedeutung. Der einzelne Anleger kann sie zwar lesen, um sich mit den angeführten Argumenten vertraut zu machen. Allerdings sollte er sich nicht auf sie verlassen, ohne sich eine eigene Meinung gebildet zu haben.

          Und selbst dann sollte er unbedingt vermeiden, stur an Anlageentscheidungen festzuhalten, die er unter Umständen auf ihrer Basis getroffen hat. Denn zumindest kurz- und mittelfristig lohnt es sich nicht, sich gegen den Markt zu stellen. Das können sich nur Anleger erlauben, die sehr langfristig orientiert und gleichzeitig absolut sicher sind, sich hochwertige Werte sehr günstig ins Depot gelegt zu haben. Und selbst dann sollten sie noch über genügend Liquiditätsreserven verfügen.

          Der Trend ist Anlegers Freund - so lange er hält

          In diesem Sinne dürfte es ratsam sein, sich zunächst an den bisher bestehenden Trends zu orientieren. Sie haben die Angewohnheit, unter Umständen deutlich länger zu laufen, als viele erwarten. Der Trend spricht vorerst noch für Rohstoffe, für Qualitätsaktien, für die Papiere kleinerer und mittlerer Unternehmen, für die Börsen und die Rentenmärkte ausgewählter Schwellenländer, für europäische Rentenpapiere und der Trend spricht gegen den Dollar.

          Die angelinkten Beiträge führen einige weitere Argumente auf. Es dürfte ratsam sein, die Trends immer im Auge zu halten und um auf Wechsel zu achten. Denn in diesem Fällen ist genau abzuwägen, ob strategische Änderungen des Anlageverhaltens nötig sind oder ob es sich nur um kürzerfristige Korrekturbewegungen handelt. Im ersten Fall müssen die Positionen des Depots umgeschichtet werden.

          Im Fazit dürfte auch im kommenden Jahr eine gewisse Flexibilität in Verbindung mit dem beharrlichen Festhalten an etablierten Trends und der sorgfältigen Auswahl von Einzelaktien die bester Voraussetzung sein, um den Wert seines Depots verläßlich steigern zu können.

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