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Emissionsgeschäft : German Startups Group sagt Börsengang ab

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Christoph Gerlinger, Gründer von German Startups.Börse. Bild: Grapatin, Niklas

Börsengang in Deutschland ist nicht. Mit German Startups streicht der vierte Kandidat binnen kurzem die Segel. Oder auch nicht. Ado Properties versucht es doch.

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          Mit der Beteiligungsgesellschaft sagt nun der vierte Börsenkandidat hintereinander seinen Börsengang ab. Zuvor hatten schon das Immobilienunternehmen Ado Properties, der Wind- und Solarparkbetreiber Chorus und der Modekonzern CBR ihre Börsengänge abgesagt.

          Nachdem German Startups in der vorigen Woche bereits den Angebotszeitraum verlängert hatte, folgte nun am Dienstagabend die Absage. Das Unternehmen machte das "fragile Kapitalmarktumfeld" verantwortlich. In diesem Umfeld sehe das Management keine Möglichkeit, die Gesellschaft zu einem angemessenen Kurs an die Börse zu bringen und die erwünschte Überzeichnung zu erzielen. Auf den Geschäftsverlauf soll die Maßnahme keinen wesentlichen Einfluss haben.

          Bei der German Startups Group handelt es sich um eine Beteiligungsgesellschaft mit Fokus auf junge, schnellwachsende Unternehmen. Zuletzt waren die Berliner unter anderem am Essenszusteller Delivery Hero, dem Online-Brillenhändler Mister Spex sowie dem Musikdienst Soundcloud beteiligt. German Startups wollte mit dem Börsengang rund 60 Millionen Euro einsammeln.

          Die Verschiebung des Börsengangs hat nach Einschätzung des Managements keinen wesentlichen Einfluss auf den positiven Geschäftsverlauf. „Angesichts unseres erfolgreichen Geschäftsmodells waren wir nicht bereit, nur wegen eines ungünstigen Timings Abstriche beim Volumen oder dem Angebotspreis der Aktien zu machen“ sagte Gründer und Vorstandschef Christoph Gerlinger. Natürlich sei man sehr enttäuscht. Man sei bis vor kurzem davon überzeugt gewesen, sich gegen das äußerst schwierige Marktumfeld stemmen zu können.

          Neben der Griechenland-Krise habe sich auch der dramatische Kurssturz an den Börsen in China negativ auf die Stimmung der Investoren ausgewirkt. Eine weitere Verlängerung der Angebotsfrist sei aufgrund der beginnenden Urlaubszeit nicht mehr in Frage gekommen. Man werde das Kapitalmarktumfeld genau beobachten, um die Pläne unter geeigneten Umständen auch flexibel und kurzfristig wieder aufzunehmen.

          Das tut seit Montag Ado Properties. Nur noch am Mittwoch werden die Aktien zu den ursprünglichen Konditionen, allerdings nur institutionellen Investoren im Rahmen meherer Privatplazierungen angeboten. Die Aktien sollen nun am Donnerstag zum ersten Mal an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Bis zu 23,2 Millionen Aktien würden zu 20 bis 25 Euro angeboten. Insgesamt könnte der Börsengang damit ein Volumen von mehr als 500 Millionen Euro erreichen, Ado Properties selbst will 200 Millionen für den Kauf weiterer Wohnungen in Berlin einnehmen.

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