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Vor der Quartalsbilanz : Apple droht mit mieser Stimmung

Damals war der Erfolg noch größer: Eine Kundin mit einem iPhone 6. Bild: AFP

Apples Aussichten sind nicht rosig. Heute Abend meldet der Konzern wahrscheinlich, dass er weniger iPhones verkauft. Das ist schlecht für den Konzern – aber nicht unbedingt für die Aktionäre.

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          Wenn Apple heute Abend seine Zahlen für das Frühlingsquartal vorstellt, droht Apple-Fans eine herbe Enttäuschung. Im Winter schon hatte der Konzern erstmals rückläufige Verkaufszahlen für seine iPhones vermelden müssen. Dieses Mal rechnen Analysten damit, dass der Konzern im Frühjahrsquartal nur noch rund 40 Millionen iPhones verkauft hat. Das wäre rund ein Sechstel weniger als im Frühling vor einem Jahr.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dabei hat die Apple-Aktie schon in den vergangenen Monaten kräftig gelitten. Würde der Kurs nur um 4 Prozent sinken, wäre Apple nicht mehr das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt, sondern würde den Titel an Googles Muttergesellschaft Alphabet abgeben. Droht dieses Szenario?

          Tatsächlich sind die Aussichten für den iPhone-Verkauf nicht gut. Das ist ein Problem für Apple, denn zwei Drittel des Umsatzes bringen die iPhones. Doch es finden sich nur noch wenige neue iPhone-Fans. Inzwischen ist das Handy selbst in China auf dem Markt. Wer dort noch kein iPhone hat, der will sich meistens auch keines leisten, sondern greift zu billigeren Smartphones von chinesischen Unternehmen wie Huawei oder Xiaomi.

          Erst das iPhone 8 soll ein großer Wurf werden

          Apple verkauft seine Handys inzwischen vor allem an Leute, die ein altes iPhone ersetzen wollen. Als das iPhone 6 auf den Markt kam, standen die Kunden vor den Läden Schlange. Sein Nachfolger allerdings, das iPhone 6s, ist nur eine zurückhaltende Weiterentwicklung und zog deshalb weniger Ersatzkäufer an. Noch ungünstiger: Auch das Gerät mit der Nummer Sieben, das im Herbst auf den Markt kommen soll, ist Gerüchten zufolge kein großer neuer Wurf. Der soll erst im Herbst nächsten Jahres mit dem iPhone 8 kommen.

          Auch Apples andere Produkte können die Lücke nicht füllen. Die Computer verkaufen sich unspektakulär weiter, während die Kunden iPad-Tablets schon seit Jahren immer weniger attraktiv finden und stattdessen lieber zu Handys mit großem Display greifen. Selbst das jüngste Produkt, die Watch, scheint kein zusätzliches Wachstum zu bringen. Die Marktforschungsfirma IDC hat erst vor wenigen Tagen ermittelt, dass sich die Nachfrage nach der Watch halbiert habe: 1,6 Millionen Stück seien in diesem Frühjahr verkauft worden, im Frühling 2015 seien es noch 3,6 Millionen gewesen.

          Zwar verdient Apple am Erfolg des Handyspiels Pokémon Go mit, doch dieser Umsatz wird die anderen Schwierigkeiten nicht ausgleichen.

          Was macht die Aktie?

          Die Aussichten sind also schlecht. Den Aktienkurs muss das allerdings nicht zwangsläufig drücken. Schließlich kennen die meisten Apple-Aktionäre die Lage. Wenn der Konzern am Abend sagt, dass die Entwicklung nicht ganz so schlecht gelaufen ist wie erwartet, könnte das der Aktie auch wieder einen Schub nach oben geben. Konservative Aktionäre freuen sich schon seit einiger Zeit darüber, dass Apple nicht mal das Elffache seines Jahresgewinns kostet – relativ wenig. Zudem zahlt der Konzern so viel Dividende, dass allein sie eine jährliche Rendite von 2 Prozent bringt: mehr als viele Anleihen und Tagesgeldkonten. Entsprechend ist die Aktie in den Fokus von Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway gerutscht: Sie hat Apple-Aktien gekauft, die derzeit bis zu 900 Millionen Dollar wert sind.

          Apple

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          Zudem bleibt den Aktionären Hoffnung auf das Apple-Auto. Nach wie vor bestätigt Apple überhaupt nicht, dass es überhaupt an Autos arbeitet. Doch der Konzern scheint schon mal den Chef auszuwechseln. Am Dienstag erst haben „Wall Street Journal“ und „Financial Times“ berichtet, Apple habe seinen Star-Entwickler Bob Mansfield an die Spitze des Autoteams gesetzt. Er hat einst den dünnen Laptop „Macbook Air“ und einige Prozessoren entwickelt, aber auch die Apple Watch.

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