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Apple-Aktie : Das hausgemachte Klumpenrisiko

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Auf der anderen Seite ist zu sagen: Apple steht mit dem iPhone 8 wieder gewaltig unter Druck. Nicht nur die große Gemeinde der Apple-Fans erwartet vom neuen Super-Smartphone Großes. Auch an der Börse geht man davon aus, dass dieses neue Modell - noch dazu das Jubiläums-iPhone - ähnlich einschlägt, wie fast alle bisherigen Modelle der Kalifornier. Denn der Konzern hat in den letzten zehn Jahren den Markt für Smartphones revolutioniert. Apple verkauft zwar längst nicht die meisten Smartphones, aber das Unternehmen setzt Maßstäbe, nicht nur bei Design und Technik.

Dennoch spürt Apple den Druck des Marktes. Unmittelbar vor Vorstellung des neuen iPhones hat das Smartphone Galaxy Note 8 nach Angaben des Apple-Rivalen Samsung die bislang höchste Zahl an Vorbestellungen bei der Premiumserie eingeheimst. Innerhalb von fünf Tagen seien bereits vor der Markteinführung rund 650.000 Anfragen aus 40 Ländern eingegangen, teilte der südkoreanische Konzern am Dienstag mit. Das seien etwa 2,5 Mal mehr als bei dem Vorgängermodell. Der nach Marktanteil größte Smartphone-Hersteller musste das Note 7 vom Markt nehmen, weil sich in mehreren Geräten die Akkus entzündet hatten oder explodiert waren.

Bild: FAZ.NET / Statista - Lizenz: CC BY-ND 3.0

Ein Grund, weshalb nun Anleger und Fans vom iPhone 8 wahre Wunderdinge erwarten und warum auch die Apple-Aktie Fokus steht. In den Wochen vor der Herbstkonferenz folgt die Apple-Aktie seit Jahren einem Muster: Kaum kommen die ersten Gerüchte über den Termin der Apple-Keynote und den damit verbundenen neuen Produkten auf, steigt das Interesse an der Börse. Die Aktie steigt bis zum Konferenz-Termin an. In den vergangenen zehn Jahren gab es nur wenige Ausnahmen - unter anderem 2015. Da wurde das iPhone 6S im September vorgestellt, die Aktie verlor zuvor im August knapp 8 Prozent. Vor den Präsentationsterminen zu den Modellen iPhone 7 (2016), iPhone 6 (2014), iPhone 5S (2013), iPhone 5 (2012) sowie iPhone 4S (2011) gewann die Aktie im Vormonat dagegen durchschnittlich über 6,6 Prozent hinzu.

Das hausgemachte „Klumpenrisiko“

In der großen Erwartungshaltung von Apple-Fans und Anleger hinsichtlich des iPhone 8 liegt aber auch Enttäuschungspotenzial, Das Jubiläums-iPhone dürfte alles andere als ein Schnäppchen für die Käufer werden. Im Raum stehen Preise von 1000 Dollar für ein neues Supermodell, das angeblich den Namen iPhone X haben soll. Für ein Smartphone zum einfachen Telefonieren, Surfen und Nachrichten versenden ein stolzer Preis.

Auf der anderen Seite hat es Apple bisher immer geschafft, seine Käufer zu überzeugen, das jeweils aktuelle iPhone-Modell bis zum Schluss zu kaufen - selbst wenn schon bekannt war, dass ein neues Modell kommen würde. Die aktuellen Bilanzzahlen zeigen dies. Im Juni-Quartal haben viele Käufer beim Vorgängermodellen zugegriffen, obwohl sie wussten, dass das Jubiläums-Modell bald erscheinen wird und somit Apple zu einem guten dritten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 (April bis Juni) verholfen. Letzteres ist wiederum das hausgemachte „Klumpenrisiko“ von Apple: Der Konzern ist abhängig vom Erfolg seines Smartphones. Es ist das mit Abstand bedeutsamste Produkt von Apple. Kein Mac-Computer, kein iPad oder gar eine Apple Watch kommt bei Umsatz und Gewinn an das Smartphone heran.

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