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Apple-Aktie : iPhone-Erfolg treibt den Kurs

  • -Aktualisiert am

iPhone-Kunden (in Zürich) Bild: REUTERS

Nicht nur Nutzer frohlocken, wenn Apple mal wieder ein neues Telefon auf den Markt bringt. Auch Investoren haben kaum Grund zu klagen: Seit Anfang des Jahres hat der Apple-Aktienkurs um knapp 60 Prozent zugelegt. Analysten sind weiter optimistisch.

          Das Debüt war erfolgreich - nichts anderes hatte die Apple-Gemeinde auch erwartet. Zum Start des neuen Apple-Handys, dem Iphone 3GS, verkaufte das Unternehmen innerhalb von drei Tagen mehr als eine Million Geräte.

          Die neue Generation des iPhone ist multimedialer und hat einen digitalen Kompass. Solche Neuigkeiten lieben Apple-Nutzer, für die der Elektronikkonzern Apple immer schneller Innovationen liefern muss, um seine Kunden nicht zu enttäuschen. Nicht nur Apple-Nutzer frohlocken, auch Investoren haben kaum Grund zu klagen: Zwar gibt es für Apple-Aktien keine Dividende, doch seit Anfang des Jahres hat der Aktienkurs um knapp 60 Prozent zugelegt.

          Die Mehrheit der Analysten empfiehlt den Wert zum Kauf

          Im Herbst 2008 notierte der Wert noch um die Marke von 180 Dollar, dann ging es mit der Verschärfung der Finanzkrise auch für die Apple-Aktie abwärts. Seit März dieses Jahres hat sich der Kurs erholt und klettert stetig nach oben. Der Kurs rangiert mittlerweile um die Marke von 135 Dollar.

          Wie es mit der Apple-Aktie weiter geht? Das Urteil der Analysten ist eindeutig: 31 von 40 Fachleuten empfehlen die Aktie zum Kauf, lediglich zwei zum Verkauf. Optimistisch ist auch Gene Munster, der als Research-Analyst bei PiperJaffray arbeitet. „Die Aktie ist noch günstig“, sagt Munster, der selbst keine Anteile an Apple hält. Er argumentiert, dass Apple angetrieben durch den iPhone-Erfolg weiter profitiert. Sein Kursziel für die Apple-Aktie: 180 Dollar.

          Apple verkauft nicht nur trendige Telefone, das Unternehmen vertreibt Macintosh-Computer und iPod-Musikspieler. Doch das iPhone ist der größte Erfolg von Apple. 21 Millionen der Mobiltelefone wurden verkauft. Das iPhone-Geschäft profitiert dabei von dem AppStore-Angebot, dabei können Kunden Programme für das Telefon herunterladen - teilweise sind sie gebührenpflichtig. Das Software-Angebot gilt als wichtiger Wettbewerbsvorteil von Apple gegenüber anderen Anbietern.

          Noch ist das iPhone das mit Abstand profitabelste Produkt im Apple-Angebot. Nach einer Studie des Researchhauses Gartner werden dieses Jahr die Smart-Phones wohl der einzige Wachstumstreiber im Markt für Mobiltelefone sein.

          Diskussion um Apple-Chef Steve Jobs

          Bei Apple ist der Erfolg eng verbunden mit der Leistung von Steve Jobs - dem Co-Gründer des Unternehmens. Jobs hat die Erfolgsprodukte iPod und iPhone auf den Markt gebracht. Kein Wunder, dass der Apple-Aktienkurs sensibel auf Nachrichten über den Gesundheitszustand von Jobs reagiert. Als es Ende Januar viel Gerede um die Gesundheit von Jobs gab, verlor der Apple-Kurs bis zu 15 Prozent. Seit Januar hat Jobs krankheitsbedingt eine Auszeit genommen, der operative Chef Tim Cook vertritt ihn.

          Nun wurde bekannt, dass Jobs eine neue Leber bekommen hat. Der 54-jährige Apple-Chef will aber wie geplant bis Ende des Monats ins Tagesgeschäft zurückkehren. Jetzt tobt die Debatte, ob Apple die Anleger ausreichend informiert hat. Investoren sind sensibilisiert, weil Jobs bereits vor einigen Jahren mit einer Krebserkrankung zu kämpfen hatte. (siehe auch: )

          Kein Wunder, dass sich Anleger fragen, ob sie sich wegen des Gesundheitszustand des Unternehmenschef weiter sorgen müssen. Oder wegen der guten Absatzzahlen des neuen iPhones nicht doch weitere Apple-Aktien kaufen sollen. Fest steht: „Die Anleger scheinen zu erkennen, dass es auch ohne Jobs geht“, sagt Analyst Munster. Motto: Interimschef Cook mag zwar längst nicht so viel Charisma wie Jobs haben, doch er hat den Laden bisher gut geführt. Auch in der Abwesenheit von Jobs kletterte der Apple-Kurs weiter. Allerdings: Anleger erwarten, dass Jobs tatsächlich zurückkommt und wieder tatkräftig bei Apple wirbelt.

          iPhone gilt als Spitzenreiter unter den Smart-Phones

          Denn Herausforderungen gibt es viele. Apple ist erfolgreich, keine Frage. Das Unternehmen kann sich aber nicht den Folgen der Rezession entziehen. Für das zweite Quartal hatte Apple ein Umsatzplus in Höhe von 9 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar gemeldet. Auch der Nettogewinn stieg um 15 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Doch das Geschäft mit Macintosh-Computern leidet, der Umsatz in dieser Sparte schrumpft. Nun will Apple mit Preissenkungen gegensteuern.

          Derweil bleibt unklar, wann Apple einen Tablet-Computer auf den Markt bringt. Auch im Geschäft mit Mobiltelefonen nimmt der Druck zu. Das iPhone sei zwar Spitzenreiter unter den Smart-Phones, argumentieren Apple-Kenner, doch gebe es mittlerweile eine ernstzunehmende Konkurrenz: wie etwa das Gerät „Pre“ des Anbieters Palm.

          Zudem fragen sich Experten, wie viele Smart-Phone-Modelle der Markt vertragen wird in Zeiten der Wirtschaftskrise. Zumal Anbieter wie Palm, Google und der Blackberry-Hersteller RIM nicht nur mit ständig verbesserten Geräten, sondern auch mit eigenen Anwendungen trumpfen.

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