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Apple : Aktie erscheint attraktiv

iPhone 4S: Ein großer Teil, aber nur ein Teil des Apple-Erfolges Bild: AFP

Börsianer übertreffen sich in Superlativen, wenn sie von den neuesten Quartalszahlen von Apple sprechen. Die Begeisterung erscheint nicht ungerechtfertigt.

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          Apples Zahlen werden immer wieder mit Spannung erwartet. Die Produkte des Konzerns bestimmen so stark die Konsumwelt, dass sie als Indikator für Wohlstand gelten. Kein Wunder, dass auch die Börse darauf schaut. Und auch diesmal dürfte sie es wieder mit Freude tun, hat das Unternehmen doch so gut verdient wie noch nie ein Unternehmen zuvor.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es war vor allem das neue iPhone 4S, das dem Konzern im ersten Quartal seines neuen Geschäftsjahrs glänzende Umsätze und Gewinne bescherte. Von Oktober bis Dezember stieg der Nettogewinn um mehr als das Doppelte auf 13,06 Milliarden Dollar, der Umsatz um mehr als 70 Prozent auf 46,33 Milliarden Dollar. Beide Ergebnisse lagen über den Erwartungen der Analysten die durchschnittlich mit einem Reingewinn von 9,6 Milliarden und einem Umsatz von 39 Milliarden Dollar gerechnet hatten.

          Mehr iPhones, mehr iPads, mehr Macs

          Apple verkaufte in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres rund 37 Millionen iPhones, das waren mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Auch der Absatz des Tablet-Computers iPad stieg um mehr als das Doppelte auf 15 Millionen Stück. Das iPad sei ein Renner im Weihnachtsgeschäft gewesen, werde aber auch zunehmend in Büros und Bildungseinrichtungen eingesetzt, erklärte Apple.

          Die meisten Analysten gingen von 30 Millionen verkauften iPhones und rund 13,8 Millionen verkauften iPads aus. Zweistellige Zuwachsraten verzeichnete Apple auch beim Computer Mac, von dem 5,2 Millionen Stück verkauft wurden. Wie bereits erwartet, sanken die iPod-Verkaufszahlen um 21 Prozent auf 15,4 Millionen Stück. Hier macht sich Apple durch das iPhone selbst Konkurrenz.

          Die Gewinnmarge verdoppelte sich im ersten Quartal des Geschäftjahrs ebenfalls. Das zeigt, dass die Kosten für die Herstellung, Forschung und Entwicklung sowie den Vertrieb weniger schnell stiegen als der Gewinn.

          Vom Computer- zum Konsumgüterkonzern

          Die Absatz-, Umsatz- und Gewinnzahlen sind nahezu makellos. Das lässt die Bilanz des vorangegangen Quartals durchaus vergessen, die eher enttäuschend ausfiel und Befürchtungen weckte, dass der Konzern nach dem Tod von Gründer Steve Jobs und durch die zunehmende Konkurrenz von Googles Handy-Betriebssystem Android sowie andere Tablet-Hersteller seine Vormachtstellung nicht werde behaupten können.

          Apple profitierte in einer Weise vom Weihnachtsgeschäft, die ihm ein „Monster-Quartal“ bescherten, wie es Colin Gillis, Analyst bei BGC Financial, formulierte. Das ist gut, allerdings könnte sich darin auch möglicherweise ein Wandel vom Anbieter von elektronischer Infrastruktur zum Konsumgüter-Hersteller mit der Folge eines zyklischen und saisonalen Geschäfts zeigen. Dazu gehört auch das Liebäugeln mit einem Apple-Fernseher, der sich bisher noch auf eine Set-Top-Box beschränkt, die Fernsehsendungen oder Spielfilme aus dem Internet lädt und die Vorstandschef Tim Cook als Hobby bezeichnet. Ob dieser Wandel sich tatsächlich vollzieht und ob dies gut für Apple ist, sich als Hersteller hochwertiger Marken- und Mode-Produkte weiter zu etablieren, bleibt langfristig abzuwarten.

          Aktienkurs auf Rekordfahrt

          Im nachbörslichen amerikanischen Handel stieg der Aktienkurs um 7,3 Prozent auf 451,20 Dollar verzeichnet, nachdem der Kurs im regulären Handel noch um 1,6 Prozent nachgegeben hatte. Das bedeutet gleichzeitig ein Übertreffen des bisherigen Rekordhochs um mehr als 5 Prozent.

          Auf Basis der bisherigen Analystenprognosen war die Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 11,4 für das laufende und 10 für das kommende Jahr schon nicht teuer. Nach dem starken Eröffnungsquartal könnten die Gewinnschätzungen noch angehoben werden. Angesichts des Kursanstiegs könnte die Bewertung damit etwa gleich bleiben. Solange Apple den guten Kurs beibehalten kann und die Erwartungen nicht ins Überzogene steigen, erscheint die Aktie nach diesem Quartal durchaus interessant.

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