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Marktbericht : Anleger in Feiertagslaune - Börsen legen zu

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Der Dax ging am Mittwoch mit deutlichen Gewinnen aus dem Handel. Bild: dpa

Die Einigung auf ein neues Griechenland-Paket hat den Dax am Mittwoch auf den höchsten Stand seit Ende April gehievt. Zudem sorgte ein verbessertes Ifo-Geschäftsklima für gute Laune.

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          Die Erleichterung der Anleger über den Schulden-Deal mit Griechenland und nachlassende Furcht vor einem Brexit haben den europäischen Börsen am Mittwoch Auftrieb gegeben. Zusätzlichen Schub lieferte der Anstieg des Ölpreises. In Kombination mit dem schwachen Euro schüre dies Erwartungen an eine bessere konjunkturelle Entwicklung in den kommenden Monaten, sagte Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets.

          Rückläufige amerikanische Lagerbestände nährten die Hoffnung auf ein Ende des weltweiten Erdöl-Überangebots. Dies trieb den Preis für die amerikanische Sorte WTI zeitweise auf ein Siebeneinhalb-Monats-Hoch von 49,62 Dollar je Barrel (159 Liter). Ein Euro kostete 1,1163 Dollar und lag damit einen knappen Cent unter dem Hoch des Vortages. Damit werden Waren europäischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger. Dies verhalf Dax und Euro Stoxx 50 zu Kursgewinnen von jeweils etwa 1,5 Prozent. Die beiden Indizes schlossen bei 10.205,2 und 3061,6 Punkten. Auch an der Wall Street ging es bergauf. Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 gewannen bis zu 0,9 Prozent.

          Dank der Aussicht auf neue Hilfszahlungen und Schulden-Erleichterungen für Griechenland stieg der Athener Leitindex zeitweise sogar auf ein Sechs-Monats-Hoch von 651,6 Zählern. Auch die Staatsanleihen des Mittelmeer-Anrainers waren gefragt. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 6,976 Prozent.

          Umfragen deuten auf schrumpfendes Brexit-Lager hin

          Am Devisenmarkt kletterte das Pfund Sterling auf 1,3217 Euro und war damit so teuer wie zuletzt Anfang Februar. Umfragen zufolge wächst in Großbritannien das Lager der EU-Befürworter. In London sprechen sich demnach sogar 51 Prozent der Befragten gegen den Brexit aus. Die Hauptstädter gelten neben den Schotten als EU-freundlichste Bevölkerungsgruppe. Buchmacher taxieren die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Briten am 23. Juni für den Verbleib ihres Königreichs in der Staatengemeinschaft aussprechen, auf mehr als 80 Prozent.

          Jenseits des Atlantik spekulierten Anleger verstärkt auf eine nahende Zinserhöhung. Dies trieb den Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen wie Euro oder Yen widerspiegelt, auf ein Zwei-Monats-Hoch von 95,661 Punkten. Auch die Finanzwerte profitierten von der Aussicht auf steigende Zinsen. „Das könnte die Geschäfte für die Geldhäuser zumindest in Amerika beleben“, sagte ein Händler.

          Der europäische Banken-Index gewann daraufhin 3,2 Prozent. Mit den spanischen Instituten Santander und BBVA sowie der französischen Société Générale und der Deutschen Bank tummelten sich vier Geldhäuser unter den sieben größten Gewinnern im Euro Stoxx 50. Ihre Aktien gewinnen bis zu 6,1 Prozent.

          Neue Übernahmespekulation um Stada

          Am deutschen Aktienmarkt sorgte außerdem Stada für Aufsehen. Einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge spricht der Arzneimittel-Hersteller mit dem Finanzinvestor CVC über eine mögliche Übernahme. Dies katapultierte die Papiere auf ein Acht-Jahres-Hoch von 48,30 Euro. Am Abend lagen sie noch 8,8 Prozent im Plus bei 47,48 Euro. Stada und CVC wollten sich zu dem Bericht nicht äußern.

          Die Titel von Computer Sciences (CSC) stiegen an der Wall Street sogar um gut 35 Prozent auf ein Rekordhoch von 48,26 Dollar. Der IT-Dienstleister will mit Teilen des Konkurrenten Hewlett-Packard Enterprises (HPE) fusionieren. Dessen Aktien legten um 9,5 Prozent zu.

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