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Anlagestrategie : Konservative Strategie für 2009 setzt auf Versorger

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Bild: F.A.Z.

Bei der konservativen Strategie soll auf einen Aktienkorb mit europäischen Standardwerten aus dem DJ Euro Stoxx 50 gesetzt werden, bei denen neben einer ansprechenden Dividendenrendite noch ein attraktives technisches Gesamtbild vorliegt.

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          Bei der konservativen Strategie soll auf einen Aktienkorb mit europäischen Standardwerten aus dem DJ Euro Stoxx 50 gesetzt werden, bei denen neben einer ansprechenden Dividendenrendite noch ein attraktives technisches Gesamtbild vorliegt. Das bedeutet, dass die Titel aus technischer Sicht bereits am Verlassen des Baisse-Trends arbeiten oder zumindest technische Hinweise auf den Eintritt in eine Bodenformation vorliegen.

          Auf Basis der aktuellen Daten sollte dieser gleichgewichtete Aktienkorb aus Deutsche Telekom, Enel, ENI, France Télécom, RWE und Total bestehen, wobei diesmal im Detail France Télécom, RWE und Total besprochen werden. Sollte ein Aktienkorb noch weitere Titel enthalten, so wäre der französische Versorger GDF Suez (auch an Stelle von RWE oder Enel) der nächste Wert. Danach würden Münchener Rück und BASF die nächsten Plätze einnehmen.

          DJ Stoxx Telecommunication kann eine technische Verbesserung vorweisen

          Der DJ Stoxx Telecommunication kann über die letzten Wochen betrachtet bereits eine technische Verbesserung vorweisen. Diese setzt sich zusammen aus der Etablierung einer Trading-Bodenformation und der technischen Chance, in den kommenden Wochen den Baisse-Trend zu verlassen. Getragen wird diese Entwicklung nicht nur von der Deutschen Telekom, sondern auch von France Télécom. Diese Aktie war von August 2006 bis November 2007 in einer Bilderbuch-Hausse von 15,5 Euro auf 27,3 Euro gestiegen. Im vierten Quartal 2007 war dann aus technischer Sicht die Lage umgeschlagen. France Télécom, bei der für das kommende Jahr eine Gesamtdividende von etwa 1,30 Euro je Aktie in Aussicht gestellt wird, hatte mit Hilfe von mehreren Verkaufssignalen einen Baisse-Trend etabliert, der im Juni 2008 bei Kursen um 17,10 Euro sein erstes Kurstief erreichte. Danach ist die Aktie aus dem Baisse-Trend zur Seite herausgelaufen, so dass sich der Titel aus technischer Sicht bereits in der Bodenbildungsphase befindet. Dies wird durch den kleinen Ausverkauf ("Mini-Sell-Off"; Kurstief bei 16,4 Euro) Anfang Oktober noch bestätigt. In den vergangenen Wochen hat sich bereits eine Kern-Handelsspanne herausgebildet. Diese - und damit die gesamte technische Bodenformation - wird durch die Widerstandszone im Bereich um 20,90 Euro begrenzt. Aktuell arbeitet France Télécom, die zurzeit an der Börse bei circa 19,80 Euro notiert, an der Kursetablierung oberhalb der 200-Tage-Linie und am Verlassen der Bodenformation. Auf Grund dieser technischen Gesamtsituation sollte France Télécom, die mit einem strategischen Sicherungsstopp bei 14 Euro belegt wird, der dritte Wert in dem konservativen Aktienkorb für 2009 sein.

          RWE hatte nach der Bilderbuchhausse der Jahre 2003 bis 2008 im Januar dieses Jahres bei Kursen um etwa 102,50 Euro die bisherigen historischen Höchstkurse erreicht. Begleitet von mehreren Verkaufssignalen, ist die technische Lage von RWE dann aber schnell umgeschlagen, und die Aktie hat eine Baisse eta-bliert, die aus übergeordneter technischer Sicht als Gegenbewegung auf die mehrjährige Hausse anzusehen ist. Diese Baisse wird von einem zentralen Baisse-Trend, der aktuell bei etwa 67 Euro liegt, begrenzt. Bei RWE kam es - nach zehn Monaten Baisse - im Oktober 2008 zu einer Abwärtsbeschleunigung, die zu einem ersten Ausverkauf ("technischer Sell-Off") mit Tiefstkursen um 49,10 Euro führte. Die anschließende Kurserholung bis an den zentralen Baisse-Trend signalisierte, dass bei RWE ein Eintritt in die Bodenformation auf der technischen Tagesordnung stehen sollte.

          Volatile Bodenvormation bei RWE

          Diese volatile Bodenformation wird einerseits durch die Unterstützungszone um 49 Euro bis 50 Euro und andererseits von der gestaffelten Widerstandszone von 67 Euro (Lage des zentralen Baisse-Trends) und 70 Euro (charttechnische Marke) begrenzt. Sollte es RWE, bei der sich im nächsten Jahr eine Dividendenrendite von deutlich über 5 Prozent andeutet, in den kommenden Wochen gelingen, den zentralen Baisse-Trend zumindest zur Seite zu verlassen, so wäre die mittelfristige technische Lage grundlegend verbessert. Der RWE-Titel, der aktuell bei etwa 60,60 Euro notiert und der der nächste Titel für den Aktienkorb für 2009 ist, sollte mit einem strategischen Sicherungsstopp bei 42 Euro belegt werden.

          Da die beiden europäischen Öl- und Gas-Konzerne Total und ENI ein vergleichbares technisches Gesamtbild aufweisen, soll diesmal die technische Lage bei der französischen Total im Detail besprochen werden. Total, die nach Marktkapitalisierung größte Aktie in der Euro-Zone, befindet sich seit Juni 2007 und den historischen Höchstkursen bei etwa 63,40 Euro in der Baisse. Diese hatte sich seit Mai 2008 (Start bei 58,30 Euro), begleitet von mehreren Verkaufssignalen, noch beschleunigt. Der beschleunigte Baisse-Trend liegt aktuell bei etwa 42 Euro. Diese Baisse-Verschärfung endete im Oktober mit Tiefstkursen um 31,50 Euro (neue mittelfristige Unterstützungszone) zunächst in einer Trading-Bodenformation. Da die folgende Aufwärtsrally die Aktie wieder an den Baisse-Trend heranführte, sollte Total aus mittelfristiger Sicht bereits in die technische Bodenformation hineingelaufen sein. Total, die aktuell bei circa 40,50 Euro notiert und mit einem strategischen Sicherungsstopp bei 25 Euro belegt wird, sollte damit ein weiterer Titel für den konservativen Aktienbasket sein. Mit Blick auf ENI, dem zweiten Wert aus der Öl- und Gasindustrie, sollte der strategische Sicherungsstopp bei 10,50 Euro liegen.

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