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Angebot mit Haken : Aktien kaufen und in den Urlaub fahren

Ein Resort von vielen: Hapimag-Häuser im Sauerland Bild: IMAGO

Wer eine Aktie des Schweizer Unternehmens Hapimag kauft, bekommt als Rendite einen traumhaften Urlaub geschenkt. Das Angebot hat gleich mehrere Haken. Manche wollen die Aktie deshalb nicht einmal geschenkt.

          Es klingt eigentlich zu schön, um wirklich wahr zu sein: Aktien kaufen und als Rendite einen traumhaften Urlaub geschenkt bekommen. Doch genau so lautet das Geschäftsmodell des Schweizer Unternehmens Hapimag. Der Konzern besitzt 57 Residenzen mit 5300 Appartements, überall in Europa, aber auch in den Vereinigten Staaten und in Südafrika. Vom Stadturlaub in Dresden über die Blockhütte in Finnland bis hin zu Ferienresorts auf Zypern und in der Türkei reicht das Angebot, welches die Aktienkäufer in Anspruch nehmen können.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Genauer gesagt erwirbt der Besitzer des Anteilsscheins ein Anrecht darauf, die insgesamt 57 Residenzen mit 5300 Appartements des Unternehmens zu nutzen. Pro Jahr Mitgliedschaft erwirbt jeder Aktienbesitzer eine gewisse Anzahl an Punkten, mit denen er sich dann in die Resorts einkaufen kann. Das Unternehmen arbeitet nicht gewinnorientiert, die Mitglieder zahlen also fast nur das, was tatsächlich an Kosten anfällt.

          Lebenslang gebunden

          Doch wie bei fast jeder Sache im Leben gibt es auch da einen Haken. Der liegt nicht in der Qualität der Appartements, diese scheint ausgezeichnet zu sein, jedenfalls wenn sich unter den Aktienbesitzern umgehört wird und man den einschlägigen Bewertungsseiten im Internet vertraut. Eine Schwierigkeit liegt in der Unflexibilität der Termine. Bei insgesamt etwa 140.000 Mitgliedern liegt auf der Hand, dass die begehrtesten Objekte zu den attraktiven Terminen in den Ferien schnell belegt sind. Für ältere Menschen, die ihren Urlaub weit außerhalb der Ferien planen können, ist das keine Schwierigkeit. Dem jungen Publikum fällt es indes schwerer, sich auf diese Konditionen einzulassen.

          Ein anderer Haken liegt darin, dass sich die Aktienbesitzer mehr oder weniger lebenslang an Hapimag binden – nicht umsonst nennen die Schweizer ihr bekanntestes Produkt „Hapimag Lifetime“. Lebenslang deshalb, weil es nur sehr schwer möglich ist, die Aktien wieder zu verkaufen. Aber genau das könnte akut werden, wenn ein Hapimag-Mitglied bemerkt, dass man die Punkte nicht mehr los bekommt – sie verfallen nach etwas mehr als sechs Jahren. Das kann auch bei älteren Hapimag-Kunden der Fall werden, etwa weil sie im Alter nicht mehr weite Reisen unternehmen können. So verfallen aktuell etwa 10 bis 15 Prozent der Punkte, welche die Hapimag-Mitglieder eigentlich für den Urlaub nutzen könnten.

          Kein schönes Geschenk

          Die Aktie ist nicht börsennotiert, kann also nicht beliebig gehandelt werden – damit erinnert sie eher an Genossenschaftspapiere. Im Kauf kostet sie im Moment etwa 4650 Euro, der Rückkaufspreis seitens Hapimag liegt aber bei lediglich 2150 Euro. Dazu sind Rückkäufe nicht unbegrenzt möglich: Hapimag nimmt jährlich auf freiwilliger Basis nur etwa 10 Prozent der verkauften Aktien zurück, im Jahr 2012 waren das zum Beispiel 8972 Stück.

          Die Warteliste ist aber deutlich länger und liegt bei mehreren Jahren. In Briefen an Kunden heißt es, dass Hapimag „weder jetzt noch in absehbarer Zukunft“ Aktien zurückkaufen kann. Das Unternehmen selbst empfiehlt, die Anteilsscheine einfach selbst zu verkaufen – die Suche kann sich aber aufwändig gestalten. Als Alternative bieten die Schweizer an, die Aktien einfach an Verwandte oder Freunde weiterzugeben. So wechselten im vergangenen Jahr etwa 10.000 Anteilsscheine die Besitzer. Allerdings sind die Verwandten nicht unbedingt immer glücklich mit der Schenkung, da pro Jahr und Aktie 285 Euro an Verwaltungsgebühren bezahlt werden müssen. Bei Härtefällen lässt Hapimag die Aktien noch stilllegen, so dass keine jährliche Gebühr anfällt.

          Allerdings reagieren die Schweizer mit verschiedenen Angeboten auf die wenigen Marktsituationen. So gibt es mittlerweile Mitgliedschaften, welche nur für ein Jahr oder für sieben Jahre laufen. Diese machen mittlerweile etwa 15 Prozent der im Umlauf befindlichen Einheiten aus.

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