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Angebliche Insidergeschäfte : Deutscher Börse droht weiteres Bußgeld

Börsenchef Carsten Kengeter soll sich mehrmals mit dem Chef der Londoner Börse getroffen haben. Bild: Reuters

Hat die Deutsche Börse in einer Ad-hoc-Mitteilung falsche oder irreführende Angaben gemacht? Sollte das stimmen, müsste das Unternehmen sehr viel Geld zahlen.

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          Die Ad-hoc-Meldung zur angeblich bevorstehenden Einstellung der Ermittlungen gegen Börsen-Chef Carsten Kengeter könnte die Deutsche Börse teuer zu stehen kommen. Nach neuen EU-Vorschriften könnte gegen das Unternehmen ein Bußgeld von bis zu 2,5 Millionen Euro, oder sogar 2 Prozent des Jahresumsatzes verhängt werden, sollte die Wertpapieraufsicht Bafin zu dem Schluss kommen, dass in der Ad-hoc-Meldung falsche oder irreführende Angaben gemacht wurden.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Börse hatte in der Mitteilung vom 18. Juli den Eindruck erweckt, dass die Staatsanwaltschaft Frankfurt die Ermittlungen wegen angeblicher Insidergeschäfte einstellen würde, wenn das Unternehmen ein Bußgeld von insgesamt 10,5 Millionen Euro zahlt. Die Staatsanwaltschaft bestreitet allerdings, dass eine solche Abmachung Teil des zitierten Anhörungsschreibens gewesen sei. Die Bafin hat die Börse aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen.

          Der Druck auf Kengeter ist noch einmal gewachsen, weil er sich schon vor seinem Aktienkauf im Dezember regelmäßig mit dem Chef der Londoner Börse getroffen haben soll, zwischen Juni 2015 und Januar 2016 insgesamt 15 mal. Die Börse hatte immer argumentiert, dass der Plan einer Fusion beider Börsenbetreiber erst nach Kengeters Aktienkauf konkret geworden sei.

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