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Analystenempfehlung : Dresdner Kleinwort wagt neuen Anlauf mit Top-10-Verkaufsliste

  • Aktualisiert am

DKW zweifelt an seinen Zielen Bild: AP

Mit Verkaufstips halten sich viele Analysten oft zurück. Doch nicht so bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. Die dortigen Analysten haben auch für 2006 zehn Verkaufsempfehlungen benannt, obwohl sie damit 2005 eine Pleite erlebten.

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          Um den Jahresultimo herum haben Prognosen an den Finanzmärkten Hochkonjunktur. Fast alle Banken und Broker geben an ihre Kunden Empfehlungen ab, bei welchen Aktien vermeintlich die größten Kurschancen winken. Auch Dresder Kleinwort Wasserstein (DKW) macht da keine Ausnahme. Aber es gibt doch einen kleinen Unterschied: Dresdner Kleinwort Wasserstein hat nicht nur eine Liste der aussichtsreichsten Kaufkandidaten parat, sondern trotz aller damit verbundenen Probleme und Schwierigkeiten auch eine Liste mit zehn Verkaufskandidaten.

          Diese Idee hebt sich zwar erfrischend vom Vorgehen der Wettbewerber ab, die sich meistens auf die Nennung der Kaufempfehlungen beschränken. Aber möglicherweise wissen die Konkurrenten auch wieso sie das tun. Denn die richtigen Verkaufsempfehlungen herauszupicken, ist offenbar schwer. Von den „Top Ten Sells 2005“ (Lonmin, Bayer, FMC, Zurich Financial, Nokia, DaimlerChrysler, Novo Nordisk, Scottish&Newcastle, Rentokil und Centrica) lag Ende 2005 nämlich kein einziger Wert im Minus. Vielmehr brachten es diese Werte im Schnitt auf einen Wertzuwachs von 33 Prozent und haben damit sogar den MSCI Europa übertroffen.

          Das hält die Analysten von DKW aber nicht davon ab, in diesem Jahr einen neuen Anlauf zu starten. Die Liste der „Top Ten Sells 2006“ umfaßt die Aktien von A.P. Moller-Maersk, Casino, Centrica, Clariant, Renault, Rentokil Initial, Scottish & Newcastle, Union Fenosa, Whitbread und mit Volkswagen hat es auch einen deutschen Wert getroffen.

          VW-Aktie: Ein „Short” bei DKW
          VW-Aktie: Ein „Short” bei DKW : Bild: FAZ.NET

          Mit VW ist auch ein deutscher Wert auf der Liste

          Bei VW (ISIN: DE0007664005) glauben die zuständigen Analysten ganz einfach nicht an eine Erreichung der bis 2008 vorgegebenen ehrgeizigen Ergebnisziele. Die bisher unternommenen Aktivitäten reichten nicht zur Zielerreichung und folgerichtig liegen auch die hauseigenen Schätzungen für den Gewinn je Aktie im Jahr 2006 mit 3,08 Euro um 13 Prozent unter der Konsensprognose. Den Annahmen zufolge dürften die hohen Rohstoffpreise sowie die ins Alter kommende Modellreihe das Ergebnispotential beschränken, wobei aber auch DKW VW ein Plus beim operativen Ergebnis von 24 Prozent zutraut.

          Außerdem wird befürchtet, daß die Interessen des neuen Großaktionärs Porsche mit denen von VW kollidieren werden. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von deutlich über 14 werde VW um 26 Prozent über dem europäischen Sektordurchschnitt bewertet. Vor diesem Hintergrund beziffern die Analysten den fairen Wert je Aktie auf 38 Euro. Dem steht ein aktueller Kurs von 45,39 Euro entgegen. Ergänzend heißt es aber, falls VW sein Ziele erreiche und bis 2008 den Vorsteuergewinn auf 5,1 Milliarden Euro steigere, dann wäre ein fairer Wert von 58 Euro gerechtfertigt.

          Der bei VW um mehr als 16 Prozent unter dem aktuellen Kurs angesiedelte faire Wert ist aber nichts im Vergleich zu den Vorhersagen für den dänischen Reederei- und Öl/Gas-Konzern A.P. Moller-Maersk (ISIN: DK0010244508). Denn hier wird der faire Wert sogar um 33 Prozent tiefer angesetzt. Zur Begründung heißt es, das Unternehmen habe zuletzt in den seinen Geschäftsbereichen von sehr vorteilhaften Rahmenbedingungen profitiert, aber zumindest das Container-Geschäft dürfte seinen Zyklushöhepunkt inzwischen erreicht haben, so die Annahme. Auch die anderen Geschäftsbereiche dürften vom Top nicht allzu weit entfernt sein. Schon kleinere Eintrübungen schlagen erfahrungsgemäß stark auf den Gewinn und die Bewertung durch und das werde derzeit noch nicht in den Kursen eskomptiert.

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