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Amerikanische Aktien : Hohe Volatilität macht Dividendenpapiere unattraktiv

  • -Aktualisiert am

Raucher sind beständiger Bild: ddp

Außer Tabakaktien wie Altria gab es im vergangenen Jahr nur wenige stabile Papiere am Aktienmarkt. Die Volatilität erreichte Rekordwerte und kostete die meisten Anleger Nerven und Geld.

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          Unter dem Eindruck der Achterbahnfahrt an den Aktienmärkten werden Anleger das flaue Gefühl in der Magengrube einfach nicht los. Der Volatilitätsindex VIX liegt weiterhin um mehr als das Doppelte über seinem historischen Niveau. Die maßgeblichen Aktienindizes scheinen in einer Kursspanne gefangen zu sein; sie halten sich zwar tapfer oberhalb der im Herbst 2008 markierten Tiefs, können jedoch nicht erfolgreich nach oben ausbrechen. Innerhalb dieser breiten Kursspanne haben Aktien allerdings viel Raum für starke und unvorhersehbare Auf- oder Abwärtsbewegungen - eine Entwicklung, die bereits seit Monaten andauert.

          Diese ausgeprägte Volatilität ist nicht nur nervenaufreibend, sondern auch ein Indiz für die im Markt weiterhin vorherrschende Unsicherheit und Angst. „Sie ist ein direktes Spiegelbild der Nervosität der Anleger“, sagt Terry Morris, Portfoliomanager bei der National Penn Investors Trust Company.

          Extreme Kursschwankungen belasten Marktteilnehmer
          Der VIX-Index, der die vom Markt erwartete Schwankungsintensität anhand von Optionspreisen auf den S&P-500 misst, schloss am 30. Januar unweit von 45. Vor einem Jahr lag der Wert noch unter 20. Üblicherweise liege dieser Volatilitätsindex in einer Spanne zwischen 20 und 30, in jüngster Zeit pendele er jedoch zwischen 40 und 80, sagt Chris Johnson von der Johnson Research Group.
          Die extremen Schwankungen sind belastend und mitunter nachteilig für langfristig orientierte Investoren. „Volatilität ist nicht der Freund des Langfristanlegers, sondern des Spekulanten“, so Johnson.
          In den Jahren vor dem Ausbruch der Finanzkrise Mitte 2007 war die Volatilität besonders gering. „Die Leute gewöhnten sich an das ruhige Fahrwasser des Aktienmarktes“, sagt Dan Crimmins, Vorsitzender von DPC Wealth Management. „Dann gerieten wir von der Flaute in den tosenden Sturm.“

          Bankaktien als Spekulationsobjekt
          Anleger auf der Suche nach geringer Volatilität sollten natürlich einen großen Bogen um Finanzwerte machen. „Bankaktien haben sich vom Investitions- zum Spekulationsobjekt entwickelt“, sagt Quincy Krosby, Chef-Investmentstrategin bei The Hartford. In jüngster Zeit sind es Meldungen aus Washington, die in den Handelssitzungen regelmäßig für zweistellige Kursbewegungen von Aktien des Bankensektors sorgen.

          Beta-Faktor misst Schwankungsintensität von Aktien
          Ein Maßstab, der Anlegern auf ihrer Suche nach weniger volatilen Einzelwerten behilflich sein kann, ist der „Beta-Faktor“. Der Beta-Faktor misst die Beziehung zwischen der Kursentwicklung einer Aktie und dem Markt (in Gestalt eines Index, etwa des S&P-500) und zeigt die Sensitivität des Aktienkurses auf die Veränderung des Indexstands. Eine Aktie mit einem Beta-Faktor von 1,0 bewegt sich analog mit dem Markt auf und ab. Eine Aktie mit einem Beta-Faktor von 2,0 ist doppelt so volatil wie der Markt, während ein Beta-Faktor kleiner Eins bedeutet, dass eine Aktie weniger stark von Marktschwankungen betroffen ist und eine stärkere Eigenbewegung aufweist.
          Unter Rückgriff auf Daten von Capital IQ untersuchte Business Week die Beta-Faktoren von Aktien im S&P-500, um Aussagen über ihre Schwankungsanfälligkeit während des vergangenen Jahres zu treffen. Es dürfte nicht überraschen, dass Finanzdienstleister unter den Titeln mit den höchsten Beta-Faktoren zu finden sind. Zu den volatilsten Aktien des Jahres 2008 zählen die des Anleiheversicherers MBIA und jene des angeschlagenen Bankgiganten Citigroup, beide mit einem Beta-Faktor von 3,2. Dicht dahinter folgen die Büromittelkette Office Depot (3,1) und der Autobauer Ford (2,9).

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