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Amerikanische Aktien : Der Finanzsektor hat es in der Hand

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Nach Einschätzung von S&P könnte eine Stabilisierung des Sektors auf gegenwärtigem Niveau dem gesamten Aktienmarkt Auftrieb verleihen.

          6 Min.

          Der Finanzsektor und die Kreditklemme sind weiterhin ein Klotz am Bein des Aktienmarktes, weshalb die Kursentwicklung der Finanzaktien in nächster Zeit von entscheidender Bedeutung sein dürfte. An den europäischen Börsen sind ermutigende Zeichen auszumachen: Der britische Aktienindex FTSE scheint eine inverse Kopf-Schulter-Formation auszubilden, während sich der deutsche Leitindex Dax noch vor kurzem unweit seines Allzeithochs befand. Das Sentiment tendiert nach wie vor in Richtung Pessimismus, was wir im Sinne eines Kontraindikators als positives Zeichen werten.

          Der ETF auf den Branchenindex Finanzdienstleistungen des S&P-500 (XLF) zeigt analog zu anderen Finanzindizes erste Anzeichen, dass das Schlimmste - zumindest aus mittelfristiger Sicht - überstanden sein könnte. Wir sind der Überzeugung, dass eine Stabilisierung der Finanzaktien auf aktuellem Niveau dem gesamten Aktienmarkt Auftrieb verleihen könnte. Es sei jedoch gewarnt, dass noch nichts in trockenen Tüchern ist. Und selbst wenn wir mit Blick auf den gebeutelten Finanzsektor richtig liegen sollten, könnten die Kurse noch mehrere Wochen oder Monate auf der Stelle treten, ehe die Aktien nach oben drehen. Bricht der Sektor jedoch erneut stark ein, ist nach unserer Einschätzung ein weiterer Rückgang des Gesamtmarktes wahrscheinlich.

          ETF sendet Hoffnungszeichen

          Der XLF hat ein Retracement von 50 Prozent seines während des gesamten Hausse-Marktes vom Tief 2002 bis zum Hoch 2007 erzielten Kursanstiegs vollzogen. Von größerer Bedeutung ist für uns jedoch, dass der XLF in einen relativ breiten Chartunterstützungsbereich zurückgefallen ist, der dem Sektor als Boden dienen könnte. Dieser Bereich geht auf die Konsolidierung der Jahre 2004 und 2005 zwischen 27 und 31 zurück und befindet sich genau oberhalb einer massiven Basis und Umkehrformation, die der XLF in den Jahren 2001 bis 2003 ausbildete, weshalb wir davon ausgehen, dass dieser Bereich einen noch stärkeren potentiellen Boden abgeben könnte.

          Ein Blick auf den 14-Wochen-RSI (Relative-Stärke-Index) zeigt ebenfalls mögliche positive Signale. Zum einen war der RSI Anfang August mit einem Wert von 27 extrem überverkauft - das am stärksten überverkaufte Niveau des XLF seit dem Tief der Baisse im Oktober 2002 - und könnte damit nach unserer Ansicht die Talsohle des wöchentlichen Momentums markiert haben Zum anderen bildete der 14-Wochen-RSI mit einem höheren Tief im November eine positive Divergenz aus, während der Index einen deutlich niedrigeren Kursverlauf zeigte. Nach dem Fall unter den Wert von 30 ist dies ist zudem die erste positive Divergenz des 14-Wochen-RSI seit dem Baisse-Tief 2002.

          Im Tageschart scheint der XLF gegenwärtig eine inverse Kopf-Schulter-Formation auszubilden. Zwischen dem 12. und 14. Dezember testete der XLF das Tief der linken Schulter im Bereich um 29 und verharrte dort. Um diese potentielle Umkehrformation abzuschließen, muss der XLF das Gebiet um 32 deutlich durchbrechen. Dieser Wert geht auf die jüngsten Hochs zurück und diente dem XLF im August zudem als Unterstützung, weshalb in dieser Zone mehrere Chartwiderstände angesiedelt sind. Bis dato scheint die Größe der potentiellen Kopf-Schulter-Formation nicht auszureichen, um den gegenwärtigen Baissemarkt umzukehren. Es könnte eine länger andauernde Seitwärtsbewegung zur Bildung eines stärkeren Bodens erforderlich sein, weshalb in den kommenden Monaten ein neuerlicher Test der jüngsten Tiefs anstehen dürfte.

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