https://www.faz.net/-gv6-qd10

Amerika : Pfizer und vier weitere Comeback-Kandidaten

  • -Aktualisiert am

Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Pfizer in den vergangenen Jahren in Dollar. Bild:

Der ehemalige amerikanische Präsident Bill Clinton genoß den Spitznamen „The Comeback Kid“. Fünf Unternehmen verdienen diese Bezeichnung wohl auch. Sie kämpfen sich nach einer unerfreulichen Kursentwicklung langsam wieder zurück.

          4 Min.

          Der ehemalige amerikanische Präsident Bill Clinton genoß den Spitznamen „The Comeback Kid“. Fünf Unternehmen verdienen diese Bezeichnung wohl auch. Sie kämpfen sich nach einer unerfreulichen Kursentwicklung langsam wieder zurück.

          Die Aktie von Pfizer, dem größten Pharmahersteller in den Vereinigten Staaten erreichten im April 1999 bei 50,04 Dollar einen Höchststand. Doch bis zum 1. Februar 2005 hatten sie bei 23,86 Dollar mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt.
          Heute notiert Pfizer bei 28,12 Dollar und weist damit erste Anzeichen eines Comebacks auf.

          Pfizer zeichnet sich durch eine große Gewinnstärke aus: Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern aus einem 52,5 Milliarden Dollar schweren Umsatz einen Gewinn in Höhe von 11,3 Milliarden Dollar. Darüber hinaus hat das Unternehmen seit mindestens 18 Jahren in Folge gewinnbringend gewirtschaftet.

          Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Aon in den vergangenen Jahren in Dollar.
          Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Aon in den vergangenen Jahren in Dollar. :

          Obwohl sich Pfizer 1999 in erster Linie durch sein Potenzmittel Viagra beliebt gemacht hatte, verfügt der Konzern über ein breit gefächertes Medikamentenportfolio, das unter anderem den Cholesterinsenker Lipitor, das Antidepressivum Zoloft und das Schmerzpräparat Celebrex enthält.

          Die Aktie notiert mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von lediglich 13 und rentiert auf Dividendenbasis mit 2,7 Prozent. Hinzu kommt eine gesunde Unternehmensbilanz, die eine Verschuldung von weniger als 30 Prozent des Eigenkapitals ausweist.

          Aon

          Aon ist nach Marsh & McLennan der zweitgrößte Versicherungsmakler der Welt. Gegenwärtig leidet das Unternehmen noch unter den Folgen einer vom New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer angestrengten Untersuchung.

          Spitzer hatte im vergangenen Jahr die Gepflogenheit von Versicherungsunternehmen unter die Lupe genommen, Zahlungen an Versicherungsmakler zu leisten. Sinn und Zweck dieser Zahlungen bestanden nach Ansicht des Generalstaatsanwalts darin, Geschäfte auf einen bestimmten Versicherer zu lenken. Die Aktien von Versicherungsmaklern gaben daraufhin nach - zum Teil deshalb, weil die Anleger glaubten, daß die Makler mittlerweile auf die von Spitzer attackierten Zahlungen angewiesen wären.

          Aon erreichte im Juli 1998 bei 49,75 Dollar seinen Höchststand. Aktuell wird die Aktie zu 24,63 Dollar gehandelt, nachdem ihr Kurs im Bärenmarkt des Jahres 2002 bis auf 14,60 Dollar abgesackt war.

          Meines Erachtens sind der durch die Spitzer-Ermittlungen zugefügte Schaden und der Verlust der umstrittenen Vergütungen im aktuellen Kurs der Aon-Papiere eingepreist. Der Titel wird mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV, Nettowert je Aktie) von 1,5, einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 17 und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der für 2005 geschätzten Gewinne von zwölf bewertet.

          Tommy Hilfiger

          Tommy Hilfiger ist ein Hersteller von Damen- und Herrenbekleidung. Zuweilen galt das Label als stark und sehr trendig - allerdings nicht in letzter Zeit, denn seit dem Jahr 2000 stagnieren die Umsätze.

          Die Hilfiger-Aktie erreichte im Mai 1999 bei 40,78 Dollar ihren Höchststand. Danach brach der Kurs ein, im März 2003 sogar bis auf 5,70 Dollar. Mittlerweile hat sich der Titel wieder etwas erholt und notiert bei 13,01 Dollar.

          Im September gab Tommy Hilfiger die Überprüfung von Provisionszahlungen, die das Unternehmen seit 14 Jahren an eine Einkaufszentrale im Ausland geleistet hatte, durch das Staatsanwaltsbüro für den südlichen Bezirk New Yorks bekannt. Diesen Monat kündigte Hilfiger nun die Aufnahme von Gesprächen an, um die Untersuchung zu einem Abschluß zu bringen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eine Frau mit einer Packung Eier – im Hintergrund das Kapitol in Havanna

          Corona-Krise auf Kuba : Schlimmer als die Pandemie

          In Kuba setzt die Regierung strenge Maßnahmen gegen Corona ein. Noch härter als die Pandemie trifft die Menschen jedoch die Lebensmittelkrise. Das Land schlittert in eine immer schwierigere Situation.
          Wahlkämpferisch: Donald und Melania Trump am Freitag bei einer Veranstaltung in Tampa, Florida.

          Wahl in Amerika : Gespaltene Staaten

          Aus dem zivilisierten Wettstreit um die politische Macht zwischen Rot und Blau ist in den Vereinigten Staaten ein radikaler Kampf um alles oder nichts geworden; das liegt nicht nur an Donald Trump. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.