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Alternative Energien : Repower-Aktie bestätigt die Vorbehalte vieler Börsianer

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Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Repower-Aktie. Bild:

Der Windanlagenhersteller Repower verprellt seine Aktionäre ein weiteres Mal mit einer Gewinnwarnung. Ohne eine Aussicht auf schnelle Besserung wirft das den Aktienkurs in die Nähe seines Rekordtiefs zurück.

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          Der im Vorjahr zu beobachtende Kursaufschwung bei vielen Werten aus dem Bereich Erneuerbare Energien ist an den Aktien von Repower weitgehend vorbeigegangen. Und offenbar sind die Börsianer völlig zu Recht selektiv vorgegangen. Denn mit einer Gewinnwarnung bestätigt das Unternehmen die Vorbehalte, die viele Anleger gegenüber diesem Titel hatten.

          Konkret ließ das auf Windenergie spezialisierte Unternehmen am Vortag nach Börsenschluß wissen, daß das für 2004 erwartete Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von fünf bis zehn Millionen Euro deutlich verfehlt werde. Begründet wurde die Gewinnwarnung mit unvorhergesehenen Kosten bei ausländischen Großprojekten.

          Aktienkurs nähert sich wieder dem Rekordtief

          Wie nicht anders zu erwarten war, reagiert der Aktienkurs zum Wochenausklang mit deutlichen Kursverlusten auf Rücknahme der Ertragsziele für 2004. Bis gegen 13.15 Uhr fällt der Titel um 10,8 Prozent auf 12,80 Euro und im Tagestief bei 12,31 Euro hatte sich der Wert sogar noch etwas weiter seinem Rekordtief von 11,90 Euro aus dem Dezember vergangenen Jahres angenähert.

          Angesichts der schlechten Nachrichtenlage würde es nicht verwundern, wenn der Hamburger Windanlagenhersteller das Rekordtief in den nächsten Wochen noch einmal ernsthaft auf seine Tragfähigkeit hin antestet. Schnelle Besserung ist jedenfalls nicht in Sicht. Was die Anleger vermutlich anhaltend nachdenklich stimmen dürfte, ist die Tatsache, daß sich der Gewinneinbruch trotz einer konstant gebliebenen Gesamtleistung ereignete. Zur Erinnerung: 2003 hatte das kürzlich aus dem TecDax ausgeschiedene Unternehmen eine Gesamtleistung von 295 Millionen Euro und ein Ebit von 13 Millionen Euro erzielt.

          Landesbank Baden-Württemberg rät zum Verkauf der Aktie

          Die unverändert negative Haltung der Börsianer wird auch am neuen Urteil der Analysten der Landesbank Baden-Württemberg deutlich. In Reaktion auf die Hiobsbotschaft haben sie am Freitag die Einschätzung der Aktie des Windenergiespezialisten auf „Verkaufen“ von „Halten“ reduziert.

          „Repower schockte den Kapitalmarkt mit einer erneuten Gewinnwarnung, nachdem erst am 30. Dezember das Ebit-Ziel für 2004 auf fünf bis zehn Millionen Euro nach unten korrigiert wurde. Die genannte Bandbreite werde 'deutlich verfehlt'. Wir denken, daß auch ein Verlust nicht ausgeschlossen werden kann", begründen die Analysten ihre Entscheidung.

          Die bisherigen Gewinnplanungen, welche den Titel bei Zielerreichung eigentlich in einem vorteilhaften Licht unter Bewertungsaspekten darstellten, müssen vorerst zu den Akten gelegt werden. Und selbst wenn der Vorstand beteuern sollte, daß er in den nächsten Jahren wieder mit steigenden Gewinnen rechnet, wird ihm dieses Versprechen jetzt so schnell bestimmt niemand mehr glauben.

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