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Alpha-Zertifikate : Dividendenstrategie ohne Dividende

  • Aktualisiert am

DivDax schlägt Dax Bild: FAZ.NET

Dividendenstarke Aktien schlagen den breiten Markt - darauf setzen viele Alpha-Zertifikate. Doch aufgepasst: Häufig tritt ein „kastrierter“ Index an. Ausgerechnet bei dividendenstarken Titeln verzichten die Anleger auf die Ausschüttung.

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          Alpha-Strategien liegen im Trend. Sie sollen das Risiko sinkender Kurse am Aktienmarkt ausschalten, was bei vorsichtigen Privatanlegern derzeit sehr gut ankommt. Wichtig ist nur, dass sich der Basiswert besser entwickelt als der Vergleichsindex.

          Besonders häufig sind derzeit Zertifikate, die auf ein besseres Abschneiden von dividendenstarken Titeln setzen. Dieser Ansatz hat Charme. Schließlich hätte in den vergangenen fünf Jahren zum Beispiel der DivDax den Dax deutlich geschlagen. Der DivDax enthält die 15 dividendenstärksten Dax-Werte. Ein Alpha-Zertifikat hätte also einen soliden Ertrag gebracht - auch in Zeiten, in denen der Dax einen Verlust gebracht hätte.

          Wer darauf setzt, dass dividendenstarke Aktien auch in Zukunft besser abschneiden als der breite Markt, kann zum Beispiel auf das „Alpha Express 98“-Zertifikat der Credit Suisse setzen, das derzeit beworben wird. Zertifikate mit einer Laufzeit von höchstens fünf Jahren können bis 23. März zu 101 Euro inklusive Ausgabeaufschlag gezeichnet werden (Isin DE000CS0AHT0).

          Mit Dividenden ist der Vorsprung doppelt so groß

          Weitgehender Kapitalschutz

          „Grundlage Ihres Anlageerfolgs ist die Wertentwicklung des DivDax gegenüber dem Dax“, heißt es in einer Broschüre zum Zertifikat. Der Kurs der beiden Indizes wird bei Emission mit jeweils 100 Prozent festgelegt. „Notiert der Kurs des DivDax am ersten Beobachtungstag nach 13 Monaten auf mindestens 98 Prozent des dann festgestellten Dax-Kurses, wird das Zertifikat vorzeitig zu 115 Euro zurückgezahlt.“ Das entspreche auf ein Jahr umgerechnet einer Rendite von 12,73 Prozent.

          Andernfalls verlängert sich die Laufzeit um ein Jahr und die Auszahlung wird auf 130 Euro erhöht, wenn der DivDax im zweiten Jahr mindestens auf 98 Prozent des Dax-Niveaus liegt. Klappt das wieder nicht, geht das Spielchen weiter - bis es spätestens Ende April 2012 zu einer Rückzahlung kommt. Bei einem Stand des DivDax zwischen 75 und 98 Prozent des Dax erhält der Anleger sein Kapital zurück, nur bei weniger als 75 Prozent droht ein Verlust. Dann wird der Nominalwert des Zertifikats abzüglich des tatsächlichen Kursunterschiedes ausgezahlt.

          Chance auf rund zwölf Prozent Rendite im Jahr

          Das Angebot sieht fair aus: Der Anleger macht sich unabhängig von der Richtung der Aktienmärkte und hat eine reelle Chance auf eine ansehnliche Rendite von rund zwölf Prozent im Jahr. Ein Verlust des eingesetzten Kapitals ist zwar möglich, darf aber als einigermaßen unwahrscheinlich gelten.

          Doch es gibt ein wichtiges Detail, das Anleger beachten sollten: Beim DivDax orientiert sich die Credit Suisse am Kursindex, beim Dax dagegen am Performanceindex. Ausgerechnet bei den dividendenstarken Titeln werden die Ausschüttungen also nicht berücksichtigt - der Anleger spielt eine Dividendenstrategie ohne Dividende. Dieser „kastrierte“ DivDax tritt nun gegen den Dax an, bei dessen Berechnung die Dividenden berücksichtigt werden.

          Kurs- gegen Perfomanceindex

          Auf Sicht von fünf Jahren hätte der DivDax dieses Rennen wie gesagt klar für sich entschieden. Auf Sicht von einem Jahr wäre die Entscheidung dagegen denkbar knapp ausgefallen. Und seit Jahresbeginn hinkt der DivDax-Kursindex dem Dax-Performanceindex sogar knapp hinterher. Würde das Zertifikat auf den DivDax inklusive Dividenden lauten, wäre die Wette daher um einiges sicherer (siehe Grafiken). Der Anleger sollte also nicht unbedingt mit schnellem Geld rechnen und nur zugreifen, wenn er davon überzeugt ist, dass der DivDax auch ohne Dividenden den Dax auf lange Sicht schlägt.

          Außerdem sei als generelle Kritik an Express-Zertifikaten der Hinweis erlaubt, dass der Anleger anders als bei vielen anderen festverzinslichen Papieren bei diesen Produkten nicht weiß, wann er sein eingesetztes Geld wieder zur Verfügung hat. Die Laufzeit kann nach 13 Monaten beendet sein, allerdings auch erst nach fünf Jahren. Eine Finanzplanung auf lange Sicht ist mit diesen Produkten also nicht unbedingt einfach. Vorher ist zwar ein Verkauf über den Frankfurter Freiverkehr möglich. Doch wer sein Zertifikat vor Laufzeitende an der Börse verkauft, darf erfahrungsgemäß nicht damit rechnen, dass das der Preis dem Auszahlungsprofil entspricht.

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