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Akustik : Phonak muß weiter in die Bewertung hineinwachsen

  • Aktualisiert am

Hörgeräte von Phonak Bild: Phonak

Mit deutlichen Kursgewinnen in den vergangenen Monaten hat sich die Aktie des Hörgeräteherstellers Phonak von ihren Tiefs erholt. Der Trend zeigt immer noch nach oben. Das Papier ist allerdings alles andere als ein Schnäppchen.

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          Nach satten Kursverlusten in den Jahren 2000 bis ins Frühjahr des Jahres 2003 etablierte die Aktie des Schweizer Hörgeräteherstellers Phonak einen Aufwärtstrend und hat ausgehend von einem Tief bei neun Franken inzwischen etwas mehr als 414 Prozent auf zuletzt 46,6 Franken zugelegt.

          In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres hat die Kursdynamik zwar zunächst deutlich nachgelassen, in den vergangenen Wochen jedoch schien sie wieder zuzunehmen. Die am Dienstag vorgelegten Ertragszahlen für das vergangene Jahr scheinen den Aufwärtstrend zu bestätigen.

          Leichte Umsaz - deutliche Gewinnsteigerung

          Denn der drittgrößte Hersteller von Hörhilfen weltweit konnte den Umsatz im Vergleich mit dem Vorjahr um 6,4 Prozent auf 679 Millionen Franken steigern und den Nettogewinn um satte 40,6 Prozent auf 96,9 Millionen Franken oder 1,46 Franken pro Aktie. Mit diesen Zahlen lag das Unternehmen leicht über den Erwartungen des Marktes.

          Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Phonak in den vergangenen Jahren in Euro
          Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Phonak in den vergangenen Jahren in Euro :

          Das Management geht unter der Führung von Unternehmenschef Valentin Chapero davon aus, den Umsatz im laufenden Geschäftsjahr um zehn Prozent steigern zu können. Das soll einerseits über die Einführung neuer Produkte erreicht werden, andererseits über den verstärkten Verkauf von Produkten mit höheren Margen.

          Chapero hatte die Unternehmensführung im Jahr 2002 übernommen, nachdem Phonak zuvor Umsatz- und Gewinnprognosen innerhalb eines Jahres hatte dreimal nach unten korrigieren müssen. Denn die Produkte ließen sich nicht so gut verkaufen, wie zuvor erwartet worden war. Der Markt ist sehr wettbewerbsintensiv. Chapero reagierte auf diese Verhältnisse unter anderem damit, daß er verstärkten Wert auf digitale Produkte legte. Denn sie haben eine höhere Gewinnspanne als konventionelle. Gleichzeitig verlagerte er aber auch die Hälfte der Produktionskapazitäten nach China.

          Aktie ist allerdings schon teuer

          Diese Kombination führte nicht nur zu überproportionaler Gewinnsteigerung im vergangenen Jahr, sondern auch dazu, daß das Unternehmen seinen Marktanteil wieder ausweiten konnte. Gleichzeitig liegt die Ertragsmarge mit 18,8 Prozent zwar deutlich über den 16,2 Prozent des Vorjahres, aber ebenso deutlich unter der operativen Marge des Weltmarktführers William Demant oder der Konkurrenten GN Store.

          Die Grundentwicklung von Phonak scheint nicht schlecht zu sein. Eine zunehmende Rentabilität - das Unternehmen strebt eine operative Marge von mehr als 20 Prozent an - bei steigendem Umsatz ist an und für sich die Traumkombination von Managern und Analysten. Anleger allerdings sollten solche Träume relativieren anhand der Bewertung. Und sie ist bei Phonak alles andere als traumhaft. Denn mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 27,7 und 23,2 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie alles andere als ein Schnäppchen. Auch die Dividendenrendite ist kümmerlich.

          Insgesamt drängt sich die Aktie trotz der jüngsten charttechnischen Regungen nicht gerade auf. Im Gegenteil, es scheinen eher Absicherungsstrategien ratsam zu sein.

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