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Nach Einigung in Amerika : Anleger kaufen wieder Deutsche-Bank-Aktien

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Hat einen guten Deal in Amerika für sein Bankhaus ausgehandelt: Deutsche Bank-Chef John Cryan. Bild: dpa

Wegen umstrittener Hypothekengeschäfte in Amerika muss die Deutsche Bank Milliarden zahlen. An der Börse wird derweil die schmerzhafte Einigung gefeiert, obwohl die Bank weiterhin große Baustellen hat.

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          Die Deutsche Bank kommt im Streit um dubiose Hypothekengeschäfte in den Vereinigten Staaten mit einem blauen Auge davon. Das größte deutsche Bankinstitut muss zwar tief in die Kassen greifen, aber keineswegs so tief wie noch vor Wochen angenommen.

          Der Finanzkonzern zahlt 3,1 Milliarden Dollar (2,96 Milliarden Euro) an Zivilbuße. Hinzu kommen, über mehrere Jahre gestreckt, 4,1 Milliarden Dollar an finanziellen Erleichterungen für Kreditnehmer in den Vereinigten Staaten. Ursprünglich hatte eine Strafe von 14 Milliarden Dollar gedroht. Mitte September hatte das amerikanische Justizministerium mit dieser hohen Forderung Deutsche-Bank-Aktionäre in höchste Alarmstufe versetzt. Die Nachricht löste ein Kursbeben bei der Aktie aus und ließ diese einbrechen.

          Analysten bleiben zurückhaltend

          Entsprechend herrscht nach der Einigung nun an der Börse Erleichterung. Die Anteilsscheine von Deutschlands größtem Geldhaus kletterten zweitweise um 4,39 Prozent auf 18,53 Euro nach oben. Morgan Stanley hat die Aktien der Deutschen Bank heute in einer neuen Studie auf „Equal-weight" belassen. Das Kursziel lautet weiterhin 16,50 Euro. Die nun weichende Unsicherheit über den Ausgang der Vergleichsverhandlungen sowie die unter den Markterwartungen liegende Zivilbuße sollten die Aktien trotz deren hoher Bewertung stützen, schrieb Analystin Magdalena Stoklosa. Die NordLB hat derweil das Kursziel von 12,00 auf 17,50 Euro angehoben, die Einstufung aber auf „Halten" belassen. Die Wahrscheinlichkeit einer zeitnahen Kapitalerhöhung sei gesunken, schrieb Analyst Michael Seufert.

          Die Citigroup hingegen hatte sich vor Tagen in einer Studie zur Aktie der Deutschen Bank skeptisch geäußert und das Papier nach der jüngsten Kursrally von „Neutral" auf „Sell" abgestuft. Analyst Andrew Coombs hatte zwar das Kursziel von 15 auf 17 Euro angehoben. Angesichts eines Kursniveaus von mittlerweile mehr als 18 Euro sei aber eine mögliche Kapitalerhöhung des Finanzkonzerns nun überhaupt nicht mehr eingepreist, so der Analyst. Die Aktie erscheine überbewertet.

          DT. BANK

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          Seit dem Tief unter 10 Euro Ende September haben die Papiere mehr als 80 Prozent zugelegt und bewegen sich – gemessen an der 200-Tage-Linie – wieder in einem intakten Aufwärtstrend. Damals hatte die ursprünglich im Raum stehende Forderung in Amerika in Höhe von 14 Milliarden Dollar bei vielen Aktionären Ängste hinsichtlich der Fähigkeit der größten deutschen Bank geschürt, inwieweit die finanziellen Folgen des Streits um die dubiosen Hypothekengeschäfte gestemmt werden können. Denn der Konzern hatte mitgeteilt, rund 5,9 Milliarden Euro für seine Rechtsrisiken zurückgelegt zu haben. Zum damaligen Zeitpunkt eindeutig zu wenig. Entsprechend kamen Spekulationen über mögliche Staatshilfen hoch.

          Die Baustelle Russland ist noch offen

          Das im Dax gelistete Unternehmen gab nun bekannt, dass die ausgehandelte Strafzahlung das Ergebnis im vierten Quartal 2016 mit etwa 1,17 Milliarden Dollar vor Steuern belasten werde. „Ob die Erleichterungen für Verbraucher finanzielle Auswirkungen haben, hängt von den endgültigen Bedingungen des Vergleichs ab“, hieß es seitens der Bank. Nach heutigem Stand werde daraus kein wesentlicher Einfluss auf das Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 erwartet.

          Die aktuellen Kursgewinne der Deutsche Bank-Aktie tun dem Unternehmen gut, können aber über ein Problem nicht hinwegtäuschen. Für die Deutsche Bank sind die Unsicherheiten über die Kosten für die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten weiterhin einer der größten Belastungsfaktoren. Sie warfen den Konzern schon in den vergangenen Jahren immer wieder auf seinem Sanierungskurs zurück. Mehr als zwölf Milliarden Euro hatte man wegen hoher Strafen zahlen müssen. Unter anderem wegen der Beteiligung an den Libor-Zinsmanipulationen oder wegen Verstößen gegen diverse Handelssanktionen. Aktuell könnte die Bank noch eine mögliche Strafe wegen des Verdachts auf Sanktionsverstöße und Geldwäsche bei Geschäften in Russland erwarten.

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