https://www.faz.net/-gv6-y64g

Aktienmarkt : Swatch-Zahlen beflügeln Luxusgüter-Aktien

  • Aktualisiert am

Swatch-Filiale Bild: dpa

Der italienische Anbieter Bulgari und andere Luxusgütertitel haben am Freitag von guten Zahlen des Schweizer Uhrenherstellers Swatch profitiert. Nach einem Rückgang des Konzerngewinns im ersten Halbjahr um mehr als ein Viertel ist Swatch wieder optimistisch.

          Bulgari und andere Luxusgütertitel haben am Freitag von guten Zahlen des Schweizer Uhrenherstellers Swatch profitiert. Die Aktien des italienischen Anbieters von Schmuck, Uhren und anderen Luxusartikeln kletterten in Mailand um 6,5 Prozent, Swatch stiegen in der Schweiz um 9,5 Prozent. Händler verwiesen auf die Swatch-Zahlen, die die Erwartungen der Analysten übertroffen hatten.

          Auch andere Luxusgüterhersteller profitierten, in der Schweiz gewannen Richemont 5,9 Prozent, in Mailand legten Luxottica 3,1 Prozent zu und PPR 2,6 Prozent.

          Nach einem Rückgang des Konzerngewinns im ersten Halbjahr um mehr als ein Viertel ist der weltgrößte Uhrenhersteller Swatch für das zweite Halbjahr wieder optimistisch. Die Umsatzentwicklung der letzten zwei bis drei Monate und die jüngsten Auftragseingänge deuten nach Angaben des Schweizer Konzerns auf eine Abschwächung der Rezession und eine wieder zunehmende Nachfrage hin. „Die Einzelhändler verlangsamen ihren Lagerabbau und bestellen allmählich wieder in gewohntem Umfang“, teilte Swatch am Freitag mit.

          Im ersten Halbjahr sank der Umsatz um 15 Prozent auf 2,48 Milliarden Franken (1,6 Milliarden Euro). Der Konzerngewinn ging um 28 Prozent auf 301 Millionen Franken zurück. Für das zweite Halbjahr peilt der Konzern wieder einen Umsatz an, der mit
          den 2,9 Milliarden Franken aus der zweiten Hälfte von 2008 vergleichbar ist. „Bei mehreren wichtigen Marken dürfte der Umsatz sogar noch höher ausfallen“, schrieb Swatch im Halbjahresbericht.

          Mit dem Umsatz soll auch die Gewinnmarge steigen. Für Juli liege die Betriebsgewinnmarge bereits wieder zwischen 15 und 17 Prozent, nachdem sie im ersten Halbjahr kräftig auf 14,8 Prozent gesunken war, wie Konzernchef Nick Hayek zu Reuters sagte.

          Der Rückgang zum Halbjahr sei auch darauf zurückzuführen, dass der Konzern auf den Abbau von Arbeitsplätzen verzichtet habe. „Wir schicken niemand weg“, sagte Hayek. Wenn die Nachfrage anziehe, werde Swatch die nötigen Kapazitäten bereit haben. Im Juli hätten Marken wie Omega, Tissot und Longines bereits wieder mehr Gewinn abgeworfen als im Vorjahr. Im ganz teuren Segment, wo Uhren von Blancpain, Breguet oder Glashütte zwischen 200.000 und 400.000 Dollar kosten, zögere der Handel noch mit Bestellungen.

          Die Börse teilte den Optimismus des Firmenchefs. Die Aktie zog im Frühgeschäft der Schweizer Börse knapp zehn Prozent auf 230 Franken an. Analysten hatten einen Gewinn von 275 Millionen Franken erwartet. Der französische Luxusgüterkonzern LVMH hatte für das erste Halbjahr einen Gewinnrückgang um rund zwölf Prozent gemeldet und die italienische Bulgari war in die roten Zahlen gerutscht. Gestützt wurde der Konzerngewinn der Schweizer durch das Finanzergebnis, das nach einem Minus von 120 Millionen Franken im Vorjahr im Berichtszeitraum einen Gewinnbeitrag vor Steuern von 27 Millionen Franken lieferte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Proteste in Hongkong : Der rasante Verfall der Meinungsfreiheit

          China übt druckt auf jedes Unternehmen aus, das die Hongkonger Demonstranten unterstützt. Unter den Mitarbeitern der Fluglinie Cathay Pacific herrschen inzwischen Angst und Misstrauen.

          Fed-Präsident Jerome Powell : Trumps Buhmann

          Jerome Powell lenkt die mächtigste Zentralbank der Welt. Der Fed-Chef schlägt eine fast aussichtslose Schlacht – auch gegen seinen eigenen Präsidenten. Nun warten Anleger und Politiker in der ganzen Welt auf eine Rede von ihm.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.