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Aktienmarkt : Jüngstem Dax-Bruder Gex gelingt glänzender Start

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Sein Jahresbeginn wird der Gex gelistet - ein Aktienindex für Unternehmen, die von Eigentümern geführt werden. Der Gex hat sich in der Vergangenheit klar besser entwickelt als der Dax und einen sehr guten Start ins Jahr 2005 hingelegt.

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          Zu Jahresbeginn haben die deutschen Aktiendizes Zuwachs bekommen: „German Entrepreneur Index“, kurz Gex genannt, heißt der jüngste Bruder von Dax & Co. Der Gex umfaßt die Notizen 117 börsennotierte Familienunternehmen aus Deutschland: Aufgenommen werden Aktiengesellschaften, deren Eigentümer das Unternehmen selbst führen, sofern die Titel nicht länger als zehn Jahre gelistet sind. Die Eigentümer müssen zwischen 25 und 75 Prozent der Aktien besitzen. Zudem müssen die Aktien dem Prime Standard angehören, also die verschärften Berichtsregeln erfüllen.

          Für Anleger ist der Gex interessant: Denn von Eigentümern gesteuerte Unternehmen haben sich in Krisenzeiten besser gehalten als Firmen, die nur von angestellten Managern geleitet werden. Dies hat eine im Herbst vorgestellte Studie der Bonner Unternehmensberatung Intes ergeben (Familienunternehmen hängen die Konkurrenz ab). Und: Wie von der Deutschen Börse AG errechnete Daten zeigen, ist der Gex seit Mitte 2002, dem Beginn der Berechnung, mehr oder weniger besser gelaufen als der Dax. Stets hat den großen Bruder also hinter sich gelassen. Zum Vergleich: Auf Sicht von zwei Jahren hat der Gex um 66 Prozent zugelegt, der Dax um knapp 36 Prozent, binnen Jahresfrist liegt der jüngere der beiden Brüder mit 1,1 Prozent im Plus, der Leitindex mit 5,4 Prozent.

          Diese Tendenz bestätigt sich seit der offiziellen Listung eindrucksvoll. Während der Dax seit 30. Dezember knapp ein Prozent eingebüßt hat, kann der Gex einen Kursgewinn von fast drei Prozent verbuchen. Aktuell notiert er mit 1.091,36 Punkten nach 1.061,12 Zählern am letzten Handelstag im Dezember.

          FMC, Henkel und United Internet die schwersten Werte

          Innerhalb des Index werden die Unternehmen nach Marktwert der frei handelbaren Aktien, also des Streubesitzes, gewichtet. Damit große Unternehmen den „German Entrepreneur Index“ nicht völlig dominieren, ist der Anteil eines Titels auf höchstens zehn Prozent beschränkt.

          Umstritten ist die Zehnjahresregel, die besagt, daß nur Unternehmen in den Index aufgenommen werden, deren Aktien seit weniger als zehn Jahren an der Börse notiert sind. Große familiendominierte Unternehmen wie BMW, Altana und SAP tauchen daher im Gex gar nicht auf, wie die F.A.Z. angemerkt hat. Nach zehn Jahren seien die meisten Unternehmen nicht mehr so stark von den Gründern dominiert, heißt es bei der Deutschen Börse zur Begründung.

          Derzeit sind die Dax-Werte Fresenius Medical Care (FMC) mit einem Anteil von 10,07 Prozent und Henkel (9,99 Prozent) sowie die MDax-Aktien AWD (5,61 Prozent), Krones (4,01 Prozent), Schwarz Pharma (5,13 Prozent) und Techem (4,99 Prozent) mit den im TecDax gelisteten Software AG (4,51 Prozent) und United Internet (5,94) die schwersten Titel. Außer FMC und AWD haben sich alle Schwergewichte auf Jahressicht besser entwickelt als der jeweilige Vergleichsindex. Vor allem gilt dies für die neuerdings im TecDax notierende Solarworld, die beste deutsche Prime-Aktie des Jahres 2004.

          Wetten auf den Gex sind mit einem Index-Zertifikat möglich

          In Anbetracht der Underperformance von FMC werden es Anleger verschmerzen können, daß dieser Wert im nächsten Jahren wegen der Zehnjahresregel ebenso aus dem Gex genommen wird wie Henkel. Wetten auf den neuen Index können Investoren mit einem Index-Zertifikat der Bank Société Générale, das unter der Kennummer SG16HM an den Börsen Frankfurt und Stuttgart gehandelt wird. Dessen Wert ist seit der Erstnotiz am 5. Januar von 10,66 Euro auf 11,10 Euro gestiegen.

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