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Marktbericht : Aktienmarkt im Minus

  • Aktualisiert am

Die Börse in Frankfurt Bild: dpa

Der deutsche Aktienmarkt schließt am Mittwoch schwächer. Eindeutige Ursachen sind nicht auszumachen. Viele Faktoren schwächen die Entwicklung.

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          Die Unsicherheit vor anstehenden wichtigen wirtschafts- und geldpolitischen Entscheidungen in Europa und den Vereinigten Staaten sowie ein festerer Eurokurs haben dem Dax einen negativen Start in den Juni eingebrockt.

          Der Dax hat am Mittwoch 0,6 Prozent tiefer bei 10.204 Punkten geschlossen. Der der mit 100 Werten den Markt deutlich breiter abbildende F.A.Z.-Index verlor 0,5 Prozent auf 2064 Zähler.

          Nichts Genaues weiß man nicht

          Verantwortlich gemacht für den leichten Rückgang der Kurse wird eine Vielzahl von Ursachen. Da ist zum einen die Unsicherheit, die von den anstehenden wichtigen wirtschafts- und geldpolitischen Entscheidungen in Europa und den Vereinigten Staaten ausgeht. So wird weiter gerätselt, ob die amerikanische Notenbank Fed nicht doch schon im Juni erstmals in diesem Jahr die Leitzinsen erhöhen könnte.

          Auch ein möglicher Meinungsumschwung in Großbritannien zugunsten der Brexit-Befürworter gilt als belastender Faktor. Dazu steht allerdings im Gegensatz, dass von anderen Beobachtern ein festerer Eurokurs verantwortlich gemacht wird. Andererseits wurde die Gemeinschaftswährung zum Dollar über den Tag nur um 0,2 Cent teurer.

          Am Vormittag galten zudem durchwachsene Daten zur chinesischen Industrie als dämpfend. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für die Industrie war im Mai etwas besser als erwartet ausgefallen. Dagegen berichtete das  chinesische Wirtschaftsmagazin „Caixin“ von einer leichten Eintrübung. Der Index des Magazins konzentriert sich auf kleine und mittlere Unternehmen, bei der offiziellen Umfrage werden vor allem - meist staatliche - Großunternehmen berücksichtigt.

          Abgaben bei Banken und Versorgern

          Europaweit sanken die Kurse der Bankenaktien. Die Titel der Deutschen Bank verloren 2,6 Prozent. Charttechnische Verkaufssignale trieben Händlern zufolge die Talfahrt an. Auch die italienischen, französischen und spanischen Banken zählten im Eurostoxx 50 zu den größten Verlierern.

          Im Dax zählten die Versorger RWE und Eon mit Verlusten von jeweils rund drei Prozent zu den Schlusslichtern. Die Bundesregierung will den Betreibern von Atomkraftwerken bei der Finanzierung der Atom-Altlasten kein Schlupfloch lassen. Das Kabinett stimmte für eine Gesetzesinitiative zur Regelung der sogenannten Nachhaftung abgespaltener Konzernteile.

          Nordex standen nach einer Empfehlung von Goldman Sachs mit einem Plus 8,5 Prozent ganz oben. Die Analysten hatten das Kursziel erhöht und die Titel in die "Conviction Buy List" aufgenommen. In Deutschland soll ab 2017 die Förderung des Ökostroms Zug um Zug umgestellt werden. Goldman Sachs erwartet vor Inkrafttreten der Änderungen einen Boom beim Bau von Windkraftanlagen.

          Kuka legten 1,6 Prozent zu. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat offenbar die Unterstützung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für den Versuch, ein Alternativangebot zur chinesischen Übernahmeofferte für die Roboterfirma auf die Beine zu stellen.

          Angesichts überraschend guter Daten aus der amerikanischen Industrie grenzten die amerikanischen Börsen ihre anfänglichen Verluste bis zum europäischen Handelsschluss ein. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für Mai legte um 0,5 Zähler auf 51,3 Punkte zu. Den amerikanischen Börsen half auch die Erholung der Ölpreise, die nach Verlusten von bis zu fast drei Prozent wieder beinahe das Dienstagsniveau erreichten.

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