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Aktienmarkt-Analyse : Österreichs Börse hat weiter einen Lauf

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Während der Dax noch mit den Nachwirkungen der jüngsten Korrektur kämpft, hat sich der Wiener Aktienindex ATX auf ein neues Rekordhoch vorgeschoben. Seit Oktober 2002 beläuft sich damit das Plus auf über 80 Prozent.

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          Es ist schon beeindruckend, mit welcher Beständigkeit sich der österreichische Aktienmarkt immer weiter nach oben schraubt. Selbst die jüngste scharfe Kurskorrektur, an der andere Börsenplätze wie etwa der Deutsche, noch immer zu knabbern haben, hat die Kurse an der Wiener Börse nicht entscheidend aufhalten können.

          Nach einem kurzen Rücksetzer hat sich der österreichische Aktienindex ATX vielmehr inzwischen sogar auf ein neues Rekordhoch vorgeschoben. Der am Donnerstag markierte neue Richtwert liegt bei 1.884,09 Punkten. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von fast 22 Prozent zu Buche, was die beste Bilanz unter den westeuropäischen Börsen bedeutet. Und gemessen am Tief vom 10. Oktober 2002 beläuft sich der Anstieg sogar auf über 80 Prozent. Zum Vergleich: Der Dax hat es in dieser Zeit auf deutlich geringere 50 Prozent gebracht.

          Anhaltender Kapitalzufluß aus dem Ausland

          Wie Händler berichten, seien seit Tagen Käufe in dividendenstarke Papiere zu erkennen. So stünden momentan Voestalpine, Boehler-Uddeholm, Flughafen Wien und OMV auf den Kauflisten der Fonds. Auch die Banken-Schwergewichte im ATX, wie Erste Bank und Bank Austria stützten den Höhenflug. Ganz allgemein gesehen halte der Zustrom an Kapital aus dem Ausland in die Alpenrepublik an. Das habe damit zu tun, daß der Markt nicht als überteuert gilt und den österreichischen Aktien folglich noch Aufwärtspotential zubilligt.

          „Es sieht weiterhin gut aus für die Wiener Börse“, freut sich Alexander Proschofsky, der vor allem die gute Arbeit der Wiener Börse lobt. Diese habe für ein verläßliches Regelwerk gesorgt und dadurch mit dem früher oft von ausländischen Anlegern zu hörenden Vorurteil aufgeräumt, an der kleinen Wiener Börse ginge nicht immer alles mit rechten Dingen zu. Der Autor des Austria Börsenbriefs hatte an dieser Stelle dem ATX Mitte Januar bis Jahresende einen Anstieg bis auf 2.000 Punkte zugetraut. „Ich bin jetzt ziemlich sicher, daß diese Zielvorgabe auch erreicht wird“, erklärt er.

          Rosinenpicken wird schwieriger, aber es gibt noch Perlen

          Auf die Vorgabe einer höheren Meßlatte will sich Proschofsky aber derzeit noch nicht einlassen. Das zweite Quartal laufe zwar traditionell recht gut an der Wiener Börse. Aber man müsse auch berücksichtigen, daß jetzt erst einmal die Dividendenabschläge zu verkraften seien, was dem ATX, der kein Performanceindex ist, rund 40 Punkte kosten dürfte.

          Außerdem sei zu bedenken, daß man den Markt nicht mehr generell als so unterbewertet bezeichnen könne wie noch vor ein oder zwei Jahren. Im europäischen Vergleich gebe es zwar noch immer einen kleinen Bewertungsvorteil, aber „es ist schon schwieriger geworden, wirklich günstige Aktien zu finden“, räumt Proschofsky ein.

          Gute Bewertungsnoten verteilt er aber auch aktuell noch dem Flughafen Wien sowie dem Zulieferer der internationalen Motoren- und Fahrzeugindustrie Miba. Kurz vor einem weiteren Kursschub nach oben wähnt der Österreich-Experte auch den Verpackungshersteller Mayr-Melnhof. Wobei dieser Titel aus seiner Sicht nicht nur ausgesprochen niedrig bewertet ist, sondern vermutlich auch charttechnisch gesehen kurz vor dem Abschluß einer Konsolidierung stehe. Selbst bei einem Anstieg auf 120 Euro was einem Plus von fast 20 Prozent entspräche, wäre dieses Unternehmen noch konservativ bewertet.

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