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Aktienmarkt Amerika : Aktien - wie Phönix aus der Asche?

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Liebe zu Quiksilver: Dem Surfer der Anzug, für S&P die Aktie Bild: AP Photo/HO

S&P hält Ausschau nach Anlagemöglichkeiten, die sich als lohnenswert erweisen könnten, nachdem sich der Staub des Kurseinbruchs vom 27. Februar gelegt hat.

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          Der Einbruch des S&P-500 um 3,46 Prozent am 27. Februar war zwar spektakulär, jedoch beileibe nicht rekordverdächtig. Streng genommen ist er lediglich Nummer 31 in der Hitliste der größten an einem Tag erzielten Kurseinbußen seit 1950. Der Einbruch am ersten Handelstag nach dem 11. September 2001 fiel heftiger aus, ebenso jener im Gefolge des Zusammenbruchs des Hedge-Fonds Long-Term Capital Management im Jahr 1998. Den Spitzenplatz unter den an einem Tag erlittenen Kursverlusten hält natürlich der Schwarze Montag am 19. Oktober 1987.

          Was war der Auslöser für diesen Kursrutsch? Nach unserer Ansicht sind mehrere Faktoren zu nennen, die im Wesentlichen mit den Aussichten eines weltweiten Konjunkturrückgangs zusammenhängen. In den Vereinigten Staaten prasselte ein wahrer Hagel an wenig rosigen Wirtschaftsberichten und -kommentaren auf die Anleger ein, darunter die aktuelle Debatte um die Auswirkungen der Probleme bei zweitklassigen (Subprime) Krediten; der jüngste, höher als erwartet ausgefallene Anstieg der Kerninflationsrate; eine Warnung des ehemaligen amerikanischen Notenbankpräsidenten Alan Greenspan, dass die Wirtschaft der Vereinigten Staaten gegen Jahresende möglicherweise in eine Rezession abrutschen könnte; und die deutlich hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Zahlen der amerikanischen Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter.

          Furcht vor dem Abschwung

          Die Furcht vor einer deutlichen Revision der vorläufigen Zahlen des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im vierten Quartal 2006 bewahrheitete sich, als die Wachstumszahlen von 3,5 Prozent auf 2,2 Prozent nach unten revidiert wurden.

          Bild: FAZ.NET

          Als die Lage in China schließlich in die Investitionsentscheidungen einbezogen wurde, ging bei Anlegern die Sorge um, dass die Pfeiler, auf denen das weltweite Wirtschaftswachstum ruht, weniger stabil waren, als zuvor angenommen. Die Investoren wissen um die Versuche der chinesischen Regierung, das Wirtschaftswachstum durch Zinsanhebungen und eine Erhöhung der Mindestreserveanforderungen zu senken.

          Als die Börse in Shanghai am 27. Februar jedoch um mehr als neun Prozent einbrach, wurde auf den weltweiten Handelsplätzen eine Lawine losgetreten, nachdem Anleger, wie wir glauben, von der Angst gepackt wurden, dass der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft ins Stottern geraten könnte.

          Fundamentale Prognosen unverändert

          Dieser starke Rückgang des Marktes sollte für Anleger indes nicht allzu überraschend kommen. Der S&P-500 verzeichnete in jedem der vergangenen acht Monate eine positive Wertentwicklung (und stand davor, dies auch im neunten Monat in Folge zu tun). Diese ununterbrochen starke Entwicklung ist weniger gewöhnlich, als Anleger gemeinhin annehmen.

          Hinzu kommt, dass der S&P-500 seit dem 19. Mai 2003 keinen Rückgang um zwei Prozent an einem Tag hinnehmen musste. Er segelte 949 Tage in ruhigem Fahrwasser dahin - die längste Zeitspanne seit 1950. Auf Platz zwei folgt eine Spanne von 807 Tagen vom 21. August 1975 bis zum 30. Oktober 1978.

          Zudem warnte Mark Arbeter, technischer Chefstratege bei S&P, dass seiner Analyse zufolge die drei größten amerikanischen Märkte sowie mindestens acht der zehn Sektoren des S&P-500 extrem überkauft seien und verstärkt Divergenzen ausbildeten.

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