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Aktienmärkte : Welche Aktien von der EU-Erweiterung profitieren

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Die Konjunktur in Osteuropa läuft momentan in den meisten Fällen schwungvoll, und das hilft den dortigen Börsen. Welche Unternehmen aus dem Westen davon profitieren, beschreibt Merrill Lynch in einer Studie.

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          Investoren sollten in Aktien von Unternehmen investieren, die Produkte und Dienstleistungen in den zehn neuen EU-Mitgliedsstaaten verkaufen, rät Merrill Lynch & Co. Die Gewinne dieser Unternehmen dürften vom kräftigen Wirtschaftswachstum in den neuen Beitrittsländern profitieren.

          „Mittel- und Osteuropa sind eine der wenigen echten europäischen Wachstumsgeschichten" für Unternehmen wie Skanska AB und Bank Austria Creditanstalt AG, schrieb Jacob de Tusch-Lec, europäischer Aktienstratege bei Merrill Lynch in London, in einer Mitteilung an die Anleger. "Die Branchen Bau, Baustoffe und Finanzen sind die Hauptnutznießer."

          Liste mit 25 interessanten Aktien

          Die Strategen von Merrill Lynch haben 25 Aktien herausgepickt, die von der EU-Erweiterung profitieren dürften. Acht davon sind Bankaktien und drei sind Bauwerte, geht aus der Mitteilung hervor. Konkret handelt es sich um Bank Austria, Banca Intesa, Coca Cola Hellenic, Erste Bank, Generali Holding, Heidelberg Cement, Jeronimo Martins, KBC, Komercni Banka, Mayr-Melnhof Karton, Metro, MOL, OMV, Oriflame Cosmetics, PKN Orlen, Rieber & Son, SBS Broadcasting, Societe Generale, Stockmann Oyj-B, Swedbank, Telekom Austria, Unicredito Italiano, Skanska, Wienerberger und Zentiva.

          Die polnische Wirtschaft, die größte der zehn Beitrittsländer, wird laut einer Schätzung der Regierung in diesem Jahr 5,7 Prozent wachsen. Das ist dreimal so viel wie das für die zwölf Länder des Euroraums erwartete Wachstum von etwa 1,9 Prozent, wie die Europäische Zentralbank schätzt.

          Der Aktienkurs von Skanska, dem weltweit zweitgrößten Baukonzern, ist dieses Jahr 24 Prozent geklettert. Das schwedische Unternehmen erhielt den Zuschlag für den Bau eines 90 Kilometer langen Autobahnabschnitts in Polen mit einem Auftragswert von 4,6 Milliarden Kronen (507 Millionen Euro), teilte die Gesellschaft am 1. September mit. Auf Osteuropa entffallen in diesem Jahr etwa zehn Prozent vom Betriebsgewinn von Skanska, erwartet Merrill Lynch.

          Die Börse in Wien profitiert von der Ostphantasie

          Der österreichische ATX Index ist dieses Jahr 35 Prozent geklettert und wies unter den europäischen Leitindizes die zweitbeste Entwicklung auf. Merrill empfahl den Anlegern sieben österreichische Werte, darunter Wienerberger AG, den weltgrößten Ziegelhersteller, und Erste Bank, das zweitgrößte Kreditinstitut des Landes.

          Der Aktienkurs von Bank Austria ist in diesem Jahr 39 Prozent gestiegen. Das größte österreichische Kreditinstitut hat im ersten Halbjahr 41 Prozent vom Vorsteuergewinn in Mittel- und Osteuropa erwirtschaftet. Das in Wien beheimatete Finanzinstitut rechnet damit, daß der Jahresgewinn aus Osteuropa bis mindestens 2014 etwa zehn Prozent jährlich steigen wird, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Randa letzten Monat.

          Einige Favoriten kommen direkt aus Osteuropa

          Merrills Favoritenliste enthält auch vier Werte aus den neuen EU-Ländern. Das sind PKN Orlen SA, Polens größter Ölproduzent, Komercni Banka AS, die drittgrößte tschechische Bank gemessen an der Bilanzsumme, Zentiva NV, der größte Pharmahersteller in Tschechien und der Slowakei sowie der ungarische Ölkonzern Mol Rt. Die Aktien von PKN, Komercni und Mol haben dieses Jahr mindestens 23 Prozent gewonnen. Zentiva sind seit ihrem Börsendebüt im Juli 17 Prozent gestiegen.

          Gestrichen von der Liste wurden unterdessen Imperial Tobacco, SAB Miller, Rodamco, Austrian Airlines, Lufthansa, Flughafen Wien, Telenor und Lassila & Tikkanoja, was damit begründet wird, daß diese Titel die geringste Gewichtung in Osteuropa unter den beobachteten Werten haben.

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