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Aktienmärkte : Gelungener Start in die Berichtssaison

Alcoa hat Eindruck hinterlassen Bild: REUTERS

Der amerikanische Aluminiumkonzern Alcoa hat die Anleger mit einem Gewinn im ersten Jahresviertel überrascht. An den Aktienmärkten hat das Eindruck gemacht.

          Die Aktienmärkte haben sich am Mittwoch von ihren Vortagesverlusten etwas erholt. Der Euro Stoxx 50 legte um gut 1,5 Prozent zu, der Dax stieg ähnlich stark und erhöhte sich um rund 100 Punkte auf 6700 Punkte. Eine wesentliche Unterstützung dafür kam offenbar aus den Vereinigten Staaten. Dort hatte am Dienstagabend nach Börsenschluss in New York der Aluminiumkonzern Alcoa Geschäftszahlen für die ersten drei Monate des Jahres 2012 vorgelegt und professionelle Marktbeobachter merklich überrascht. Anstatt eines erwarteten Verlusten von 4 Cent je Aktie meldete der Konzern einen Gewinn von 9 Cent je Anteilsschein. An der Börse legte der Aktienkurs infolgedessen um bis zu 8 Prozent zu. Alcoa ist traditionell das erste der im amerikanischen Standardwerteindex Dow Jones notierten Unternehmen, das Zahlen vorlegt und damit die Berichtssaison an Wall Street einläutet.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Nachdem zuletzt einige Konjunkturdaten schwächer als von Anlegern erwartet ausgefallen waren und außerdem Sorgen über die spanischen Finanzen die Runde machen, werden die Unternehmensbilanzen umso genauer angeschaut werden. „Die beginnende Berichtssaison kann angesichts der wieder aufkommenden Wachstumszweifel ein wichtiger Impulsgeber sein“, sagt Markus Reinwand, Aktienstratege der Helaba: „Robuste Gewinne könnten dieses Zweifel zerstreuen helfen und die zu Jahresbeginn signalisierte wirtschaftliche Besserung bestätigen.“ Ohnehin gelten Unternehmensgewinne langfristig als der wichtigste Treiber für Aktienkurse, weil vom Gewinn letztlich abhängt, wie viel ein Unternehmen seinen Anteilseigenern auszahlen kann und wie viel Geld diese wiederum bereit sind, für einen Anteilsschein - eine Aktie - zu bezahlen.

          Strahlkraft auf die Anlegerstimmung

          Schon in dieser Woche stehen prominente Unternehmen an, deren Zahlen eine hohe Strahlkraft haben können auf die Anlegerstimmung. An diesem Donnerstag nach Börsenschluss berichtet der Internetsuchmaschinenbetreiber Google, am Freitag folgen die beiden Finanzinstitute JP Morgan und Wells Fargo, in der kommenden Woche veröffentlichen dann unter anderem am Montag die Citigroup und am Dienstag Coca Cola, wie viel sie in der Zeit vom 1. Januar bis zum 31.März verdient haben. Insgesamt gehen die beim Finanzdatenanbieter Bloomberg registrierten Analysten davon aus, dass die Gewinne der im marktbreiten Leitindex S&P500 notierten Unternehmen im Durchschnitt um 0,8 Prozent höher ausfallen werden als im ersten Quartal des vergangenen Jahres; der Umsatz werde um 3,7 Prozent zulegen.

          Dabei unterscheiden sich die Erwartungen für die einzelnen Branchen mitunter stark voneinander. Amerikas Banken sagen die Marktbeobachter einen durchschnittlichen Gewinnanstieg von knapp 14 Prozent voraus, gemessen am entsprechenden Vorjahreszeitraum, für jene IT-Unternehmen, die Hardware herstellen, sind die Erwartungen ähnlich - wesentlich hängt diese Größe allein vom Geschäft des teuersten börsennotierten Unternehmens Apple ab. Geringere Gewinne als im Vorjahr sind demnach in der amerikanischen Automobilbranche zu erwarten und unter den Grundstoffe-Herstellern, wodurch die positive Überraschung von Alcoa, das zu dieser Branche gehört, umso mehr Beachtung fand.

          Marktbeobachter sind verhalten optimistisch Bilderstrecke

          Dafür, dass Alcoa kein Einzelfall bleibt, sondern einige positive Überraschungen in dieser Bilanzsaison folgen könnten, sprechen auch die Änderungen der Gewinnschätzungen der Marktteilnehmer für die kommenden zwölf Monate. Mittlerweile erhöhen zwar wieder mehr Analysten ihre Prognosen als sie senken (siehe Grafik), das Verhältnis liegt im historischen Vergleich aber auf keinem hohen Niveau. Für das gesamte Jahr 2012 sagen sie derzeit einen Gewinnanstieg für die im S&P500 notierten Unternehmen von 8 Prozent voraus und einen um 4,6 Prozent höheren Umsatz.

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