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Aktienmärkte : Börsen widersetzen sich erneut schwachen Daten

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Die Börsen bleiben bemerkenswert widerspenstig: Schlechte Konjunkturdaten lassen sie derzeit kalt. Dahinter stehen Zinshoffnungen.

          Widerspenstig vollführten die Aktienmärkte zum Wochenausklang wieder dasselbe, zuletzt mehrfach erprobte Spiel: Erst von schwachen Konjunkturdaten und Gewinnmitnahmen gedrückt, drehten die wichtigsten Indizes auch am Freitag wieder ins Plus.

          Bis zum Handelschluss erreichte der Dax mit 3.165,16 Punkten (plus 0,39 Prozent) die Pluszone, nachdem er bereits über drei Prozent verloren hatte. Der Nemax All Share reduzierte seinen Tagesverlust auf 0,15 Prozent und schloss bei 476,31 Punkten. Der Dow-Jones-Index stieg um 1,44 Prozent auf 8.517,64 Punkte, der Nasdaq Composite 2,33 Prozent auf 1.360,70 Zähler. Der S&P 500 erreichte mit einem Zuwachs von 1,72 Prozent wieder die 900-Punkte-Marke und schloss bei 900,96 Punkten.

          Bemerkenswerte Widerstandskraft

          Das ist umso bemerkenswerter, als viel von den Kursgewinnen am Donnerstag auf das Monatsende zurückzuführen war, an dem das Geschäftsjahr meherer US-Fonds endete. Die Erklärung der Händler für dieses auffallend widerspenstige Verhalten klingt einfach: Die Investoren bauten jetzt darauf, dass die US-Wirtschaft das Schlimmste überstanden habe und dass sich das vierte Quartal besser entwickeln werde. „Ich denke, es herrscht die Meinung vor, dass das vierte Quartal positiv für Aktien werden könnte“, meinte etwa Rick Meckler von der Investmentfirma LibertyView.

          Die Reihe von eher schwachen US-Konjunkturdaten wurde am Freitag durch Arbeitsmarktzahlen und den ISM-Einkaufsmanager-Index komplettiert. Das US-Arbeitsministerium hatte für Oktober einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5,7 Prozent von 5,6 Prozent im September bekannt gegeben. Entgegen der Erwartungen von Analysten ging die Zahl der Beschäftigten zurück. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager sank zudem stärker als manchen Volkswirten erwartet.

          Fed soll es richten

          Angesichts insbesondere der schlechten Daten zum Konsumentenvertrauen und Ausgabeverhalten, das immerhin rund zwei Drittel des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes ausmacht, scheinen die Hoffnungen auf das vierte Quartal übertrieben. Durch die bekannten Daten lässt sie sich jedenfalls nicht untermauern. Kurzfristig hoffen die meisten Marktteilnehmer auf eine neue Zinssenkung der amerikanischen Notenbank Fed am kommenden Mittwoch, die eine Erholung im vierten Quartal untermauern soll. Ob die Fed aber tatsächlich ihren Leitzins von 1,75 Prozent weiter herunternimmt, wurde aber am Freitag wieder von vielen in Zweifel gezogen.

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