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Aktienbörsen : Chinas Börse hängt am Staatstropf

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Aber es sei auch gefährlich, zu lange am Staatstropf zu hängen, sagt die Asiatische Entwicklungsbank. Dann bestehe die Gefahr, dass zu viel Geld in Aktien und Immobilien fließen, die Qualität der Bankenaktiva nachlasse und der Inflationsdruck zunehme. „Ein solches Szenario könnte mittelfristig zu einer Runde aggressiver monetärer Straffung führen, die das Wachstum wieder nach unten ziehen würde“, so das Institut.

Dank der Stützungsmaßnahmen, die den Kreditboom, den Autoabsatz und die Immobilienverkäufe angeschoben haben, dürfte die chinesische Wirtschaft im vierten Quartal um 11,2 Prozent wachsen, schätzt die Deutsche Bank AG. Im zweiten Quartal war die Wirtschaft mit 7,9 Prozent gewachsen, die erste Beschleunigung seit den letzten drei Monaten 2006.

Investitions- und Immobilienblase wahrscheinlich

Etwa 50 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts waren im ersten Halbjahr auf den Kreditboom zurückzuführen. Dieser hatte auch die staatlichen und privaten Investitionen in Fabriken und Immobilien in den ersten acht Monaten um 33 Prozent nach oben getrieben und dazu beigetragen, das Vertrauen der Anleger in Aktien und Immobilien nach der Finanzkrise wiederherzustellen. Der Shanghai-Index ist dieses Jahr um 69 Prozent geklettert.

Von der anziehenden Konjunktur profitierte auch Volkswagen. Der deutsche Autobauer setzte im vergangenen Monat 150.000 Autos in China ab, ein neuer Monatsrekord. Nachdem die Regierung die Umsatzsteuer halbiert und ländlichen Bewohnern 5 Milliarden Yuan an Subventionen für den Kauf von Autos zur Verfügung gestellt hat, sind die Verkaufszahlen in den ersten neun Monaten um 37 Prozent nach oben geschnellt. „China ist die Konjunkturlokomotive der Welt“, sagte Detlef Wittig, Leiter Konzernvertrieb bei VW in einem Interview am 25. September. „Der Mobilitätsbedarf scheint grenzenlos zu sein.“

Die Auswirkungen der staatlichen Hilfsmaßnahmen werden jedoch ab Mitte 2010 nachlassen, sie werden dann nur noch halb so stark sein wie in diesem Jahr, erwartet Wang Tao, Ökonom bei UBS AG in Beijing. Um die Abhängigkeit von investitionsgetriebenem Wachstum zu reduzieren, rät die Weltbank dazu, die Ausgaben für Gesundheit, Schulbildung und Sozialhilfe zu erhöhen. Das würde den unteren Einkommensschichten helfen und ihren Konsum anschieben.

Notwendige Reformen auf die lange Bank geschoben

Außerdem solle China mehr Mittel für kleine und mittelgroße Unternehmen zur Verügung stellen und mehr Flexibilität bei einer Aufwertung des Yuan zulassen, was die Importe verbilligen würde. „Das Wachstum in der chinesischen Wirtschaft aufrecht zu halten, ist sehr wichtig, damit Arbeitsplätze entstehen und soziale Instabilität vermieden wird“, erklärte Yolanda Fernandez Lommen, Chef-China-Ökonomin bei ADB. „Der einfache Teil ist vorüber. Die echte Herausforderung liegt noch vor ihnen.“

Durch die Entwicklung des Dienstleistungssektors und einen leichteren Zugang zu Konsumprodukten und Krediten könnte China bis 2025 den Binnenkonsum um 2,2 Billionen Dollar steigern - mehr als Frankreichs BIP - hat McKinsey Global Institute errechnet. Einige Bereiche der Wirtschaft, beispielsweise die Nettoexporte oder der Wohnungsbausektor, dürften sich als neue Wachstumstreiber herauskristallisieren, auch wenn die Hilfsmaßnahmen und die Kreditvergabe weniger werden.

China müsse sich auch noch an niedrigere durchschnittliche Wachstumsraten gewöhnen, da die Exportnachfrage aus dem Westen nachlasse. Die Weltbank schätzt, dass die Wachstumsrate von durchschnittlich 10 Prozent aus dem vergangenen Jahrzehnt um zwei Prozentpunkte niedriger ausfallen dürfte. „Die Regierung hat schwere und schmerzliche Reformen verschoben“, sagt Fernandez Lommen. „Sie steht vor einer großen Aufgabe.“

Insgesamt dürfte man alle Märkte kritisch betrachten müssen, die auf künstliche Nachfrage in Form von Subventionen, lockeren Geldpolitiken und administrierten Preise angewiesen sind. Denn solche Politiken sind in der Regel nicht effizient, damit nicht nachhaltig und entsprechend risikobehaftet.

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