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Konservative Strategie 2017 : Diese Aktien sind die besseren (Staats-)Anleihen

  • -Aktualisiert am

Einblick in eine Produktionsstätte von Schneider Electric in Indien. Bild: Reuters

Im Börsenjahr 2017 dürften Aktien angesichts unverändert niedriger Staatsanleiherenditen weiterhin für Anleger interessant sein. Im Euro Stoxx 50-Index befindet sich eine Gruppe attraktiver Dividendentitel.

          Da sich in den kommenden Monaten die Staatsanleiherenditen in der Eurozone unter anderem wegen des verlängerten Anleihekaufprogramms durch die Europäische Zentralbank (EZB) kaum von dem sehr niedrigen Niveau lösen sollten, bleibt mit Blick auf 2017 ein Aktieninvestment in Standardwerte der Eurozone interessant. Im Fokus sollten dabei Titel aus dem Euro Stoxx 50 stehen, die eine Kombination aus attraktiver Dividendenrendite und einer intakten mittelfristigen Aufwärtsbewegung, also der Chance auf eine Eigendynamik der Kursentwicklung aufweisen.

          Diese Aspekte sind in der „Konservativen Strategie 2017 - Aktien sind die besseren (Staats-)Anleihen“ umgesetzt. Der dabei aufgebaute, gleichgewichtete Aktienkorb, der gut in das neue Jahr gestartet ist und bei dem die enthaltenen Aktien im Durchschnitt eine erwartete (Brutto-)Dividendenrendite von etwa 4,2 Prozent haben, besteht diesmal aus Allianz, BMW, BBVA, ING, Schneider Electric, Siemens und Total.

          BMW - eine interessante Aktie

          Der Automobilkonzern BMW ist mit seinen Stammaktien im Euro Stoxx 50 vertreten. Aus technischer Sicht befindet sich die Aktie seit Oktober 2008 und Kursen um 16 Euro in einer langfristigen Hausse-Bewegung. Diese kann in vier technische Phasen eingeteilt werden. Erstens ein mittelfristiger Aufwärtstrend mit einer hohen Aufwärtsdynamik in der Frühphase der Gesamtmarkt-Hausse von März 2003 bis Juli 2011 mit einem Kursanstieg von 17,20 auf 73,80 Euro. Zweitens ein moderaterer, mittelfristiger Aufwärtstrend von Oktober 2011 bis März 2015 mit einem Kursanstieg von 43,50 auf die historischen Höchstkurse um 123,80 Euro.

          Dieser Bereich stellt jetzt eine mittelfristige Widerstandszone dar. Ab dem zweiten Quartal 2015 ergab sich Phase drei, wobei BMW von der Gesamtmarkt-Zwischenbaisse miterfasst wurde und die europäischen Automobilhersteller - neben der Abkühlung der chinesischen Konjunktur - zusätzlich auch noch von dem VW-Dieselskandal belastet wurden. Als Konsequenz wurde BMW in eine technische (Zwischen-)Baisse gedrückt, wobei die Baisse-Trendlinie im Dezember 2016 bei 83 Euro lag. Insgesamt hatten mehrere Verkaufssignale und kurzfristige Abwärtstrends die Aktie bis auf Kurse um 63,40 Euro (Juli 2016) fallen lassen. Jedoch war BMW ab dem Februar 2016 bereits in eine technische Bodenformation mit dem charttechnischen Charakter eines „Diamanten“ hineingelaufen. Im November 2016 kam BMW mit ersten (Trading-)Kaufsignalen aus dieser Bodenformation heraus, was zu einer Kursetablierung oberhalb der 200-Tage-Linie führte. Im Dezember 2016 sprang die Aktie dann mit einem neuen Investment-Kaufsignal über den Baisse-Trend, so dass der Titel jetzt in die technische Phase vier mit einem neuen mittelfristigen Aufwärtstrend hineingelaufen ist.

          Das nächste mittelfristige technische Etappenziel sollte im Test der Widerstandszone von 102 bis 105 Euro (Widerstandszone stammt aus dem Jahr 2015) liegen. Da bei den BMW-Stämmen zusätzlich eine erwartete (Brutto-)Dividendenrendite von 3,6 Prozent (Markterwartung 3,30 Euro; ex am 13. Mai) vorliegt, bietet diese Aktie zurzeit die attraktive Kombination aus Kurschancen und Dividendenrendite. Als Konsequenz wird der Titel in den Aktienkorb für die konservative Strategie 2017 aufgenommen; dabei wird ein Sicherungsstopp bei 63 Euro festgesetzt.

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