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Aktien-Rückblick : Der April war der Monat der Finanzwerte

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Im April, dem Monat nach der vorläufigen Trendwende, legten vor allem die Finanzwerte massiv zu. Sie haben nach den Rekordtiefs viel aufzuholen. Aber es gab auch Sondersituationen - etwa bei MG Technologies.

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          Viele Anleger scheinen nach dem Motto zu handeln „Aktien, die stark fallen, müssen auch irgendwann wieder massiv steigen“. Ein Blick auf die Monatsentwicklung der deutschen und der europäischen Indizes scheint dieses Motto zu bestätigen.

          Denn sowohl im Dax als auch im Eurostoxx gibt es zwei eindeutige Renner. Nämlich die Aktie der Hypovereinsbank mit einer Monatsperformance von satten 73,40 Prozent, dicht gefolgt von den Papieren der Münchener Rück mit einem Plus von 70,48 Prozent. Im Dax schnitten im April auch die Aktien von MLP, der Allianz und der Commerzbank sehr gut ab, während sie im Eurostoxx noch durch AMB Generali und MG Technologies ergänzt wurden.

          Finanzwerte erholen sich von Rekordtiefs ...

          Bei den Finanzwerten ist es tatsächlich so, daß sie sich mit raschen Kursgewinnen von ihren Rekordtiefs erholen - fundamental entspannt sich die Lage etwas auf Grund der anhaltend tiefen Zinsen und dem zumindest vorerst gestoppten Verfall der Reserven. Dagegen gibt es bei MG Technologies eine Sondersituation, die im April zu einem Kursgewinn von satten 64,19 Prozent führte. Denn Großaktionär Otto Happel hat nicht nur seinen Anteil am Unternehmen auf mehr als 20 Prozent erhöht und damit den Rücktritt des Vorstands Kajo Neukirchen ausgelöst: Mit Blick auf die Bestrebung der Finanzunternehmen, ihre Beteiligungen auf Grund ihrer Kapitalknappheit abzustoßen, ergeben sich plötzlich neue Perspektiven.

          Immerhin halten neben Happel auch die Allianz mit einem Anteil von 13 Prozent und die Deutsche Bank mit einer Beteiligung von etwas mehr als neun Prozent größere Pakete an dem Unternehmen und dürften offen sein für alle Optionen, die den Wert von MG Technologies steigern. Das heißt, es gibt eine gewisse Übernahmephantasie oder zumindest die Option, Teile des Unternehmens gewinnbringend zu verkaufen. Immerhin gab es schon Ende April Berichte, nach denen Kohlberg Kravis Roberts & Co. und Goldman Sachs 3,5 Milliarden Euro für die MG-Töchter GEA und Dynamit Nobel geboten hätten.

          Happel hatte die Strategie Neukirchens in der Vergangenheit wiederholt kritisiert, sie sei nicht fokussiert genug und bringe den Wert des Unternehmens am Markt nicht genügend zum Tragen. Angesichts eines Kurs-Gewinn-Verhältnisses von etwa acht auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende Jahre dürfte er damit recht haben.

          ... auch Technologiewerte ziehen wieder an

          Der Blick auf die Entwicklung seit dem Jahresbeginn zeigt, daß allein der April nicht überinterpretiert werden sollte. Denn dort liegen die Finanzwerte immer noch im Minus - mit Ausnahme der Commerzbank. Wer dagegen zu Jahresbeginn Papiere von MAN, SAP oder Fresenius Medical Care erworben hatte, konnte das dramatischste Kursdesaster im März erfolgreich aussitzen.

          Neben den Finanzwerten werden auch „alte Lieblinge“ des Technologiebereichs wieder gespielt: Evotec, Elmos Semiconductor, Lion Bioscience, FJA, SCM Microsystems, Medigene, GPC Biotech, Repower und AT&S. Sie alle legten im April deutlich zu, obwohl die Geschäftsmodelle teilweise - etwa im Biotech-Sektor - lediglich auf Hoffnungen beruhen und nicht auf harten Nettogewinnen.

          Grundsätzlich sieht die Entwicklung innerhalb der amerikanischen Indizes im April ähnlich aus, wie die der europäischen. Bei Standwerten sind allerdings die Kursgewinne nicht so groß, denn die Werte waren während der Abwärtsbewegung nicht so stark gefallen.

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