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Aktien-Performance : Vom goldenen Oktober zum silbernen November

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Nach den starken Kursgewinnen im Oktober war die Grundstimmung im November weiterhin positiv. Allerdings bei abnehmender Dynamik.

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          Nach dem extremen Tief im September folgte im Oktober die Erleichterungsrally, die die Anleger zunehmend in gute Stimmung versetzte und zu Wertpapierkäufen verleitete. Konnte im Oktober vor allem der Technologiebereich von steigenden Kursgewinnen profitieren - im Dax zeigte vor allem die „Siemens-Familie“ mit Siemens selbst, Epcos und Infineon eine überzeugende Entwicklung -, so änderte sich zwar im November grundsätzlich an der guten Stimmung relativ wenig.

          Allerdings gab die Kursdynamik leicht nach und die Gewichte verschoben sich etwas. Hatte Epocs im Oktober die Hitliste der Gewinner mit einem Kursplus von 38 Prozent angeführt, so war es im November ThyssenKrupp mit einem Kursgewinn von 27 Prozent gefolgt von Infineon, der Lufthansa und Siemens mit Kursgewinnen zwischen 21 und 23 Prozent. Zweistellig zulegen konnten aber auch DaimlerChrysler, SAP, Adidas-Salomon, die Deutsche Bank, VW und MLP. Kursverluste mussten dagegen eher defensive Werte wie RWE, E.On und die Deutsche Post verzeichnen.

          Gute Grundstimmung bei nachlassender Dynamik

          Ähnlich sieht das Bild in Europa aus. Die positive Grundstimmung hielt vor allem im Technologie- und Telekommunikationsbereich an, allerdings bei nachlassender Dynamik und bei „gewechselten Pferden“. Gewinnerin des „November-Wettlaufs“ war die im vergangenen Jahr arg gebeutelte Alcatel-Aktie. Sie konnte im Verlauf des Monats etwas mehr als 20 Prozent zulegen. Allerdings lässt sich auch hier ein Basiseffekt beobachten: von tiefen Kursen fällt ein ausgeprägter prozentualer Anstieg relativ leicht. Absolut betrachtet ist das Papier mit einem Wert von knapp 20 Euro immer noch meilenweit von seinen Höchstkursen entfernt. Ähnliches gilt für die Nummer zwei. Denn Philips muss trotz eines Kursgewinnes von 17 Prozent im November erst noch beweisen, dass es seinen Abwärtstrend wirklich nachhaltig überwunden hat.

          Telefonica und LVMH haben jeweils etwas mehr als 15 Prozent zugelegt, während auf der Verliererseite TotalFinaElf mit einem Kursverlust von 8,6 Prozent offensichtlich unter den schwachen Ölpreis leidet. Ebenso Royal Dutch, die im November 5,59 Prozent nachgaben. Kursverluste von etwas mehr als sechs Prozent hatte auch Aventis zu verzeichnen. Hier dürften in erster Linie Gewinnmitnahmen und Umschichtungen in aggressivere Papiere zur Korrektur einer relativ hohen Bewertung führen.

          Neuer Leichtsinn bei Tech-Werten?

          Die Neuorientierung der Anleger hin zu Technologiewerten - aber möglicherweise auch hin zu neuem Leichtsinn - lässt sich im November am Nemax 50 ablesen. Dort konnte zum Beispiel die Aktie von SCM Microsystems 83,07 Prozent zulegen, obwohl das Unternehmen so gut wie keinen Gewinn erwirtschaftet. Ähnliches gilt für Broadvision mit einem monatlichen Kursgewinn von 46,19 Prozent. Wer in solche Aktien investiert, sollte die Risiken auch wahrnehmen.

          Vergleichbares lässt sich auch an der Nasdaq beobachten. Während bei TMP Worldwide, das gute Gewinner erzielt, eine Kurssteigerung von 51 Prozent noch gerechtfertigt sein mag, so wird das bei Amazon und Yahoo schon kritischer. Beide sind zwar bekannte Namen. Beide müssen aber erst noch beweisen, dass sie nicht nur Gewinne, sondern auch dem Kurs angemessene Gewinnsteigerungen erwirtschaften können. Nicht zu reden von Firmen wie Level 3, Broadvision, Cnet oder CMGI. Wer auf Technologie setzen möchte und eine gewisse Sicherheit haben möchte, der sollte „altbewährte“ Werte wie etwa Intel in den Blick nehmen. Dieser Wert war einer der besten im Dow Jones im November und legte immerhin knapp 27 Prozent zu.

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