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Aktien : Keine bittere Pille für Schering

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Der Absturz der Schering-Aktie nach schlechten Nachrichten des US-Wettbewerbers Wyeth scheint übertrieben zu sein.

          Nun hat es mit Schering auch einen der wenigen Titel im Dax mit einer positiven Jahresperformance erwischt. Am Mittwochmorgen wurde bekannt, dass ein Hormonpräparat des amerikanischen Konkurrenten Wyeth im Verdacht steht, Krebs zu verursachen. Eine Nachricht, die ausreichte, um Schering mit einem happigen Minus von 6,65 Prozent bis zum Mittag zum Tagesverlierer im Dax zu machen.

          Dabei hat sich Schering zuletzt deutlich besser behauptet als die meisten anderen Titel der Pharmabranche. Und das nicht ohne Grund: im ersten Quartal dieses Jahres ist das Betriebsergebnis um elf Prozent auf 213 Millionen Euro gestiegen, der Umsatz erhöhte sich um sieben Prozent auf 1,242 Milliarden Euro. Zudem gab das Unternehmen erst vergangene Woche bekannt, dass es an seiner bisherigen Umsatz-und Gewinnprognose für 2002 festhalte.

          Wyeth-Desaster belastet

          Auslöser für den jetzigen Kurseinbruch ist der herbe Rückschlag des amerikanischen Pharmaunternehmens Wyeth im Bereich Hormonersatzprodukte. Eine Studie ergab, dass die Verabreichung des Wyeth-Produktes Prempro bei Patientinnen das Brustkrebsrisiko deutlich erhöht. Nun steht zu befürchten, dass die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für derartige Produkte verweigert oder verzögert. Keine gute Nachricht für Schering, das spätestens 2004 sein Hormontherapeutikum Angeliq auf den Markt bringen wollte.

          Die Analysten der Deutschen Bank stuften die Schering-Aktie am Mittwoch morgen auf „Marketperformer“ herunter. Der Grund hierfür sind allerdings nicht die Vorfälle um Wyeth, sondern Bedenken über das Wachstumspotenzial des Verhütungsmittels Yasmin und über negative Auswirkungen von Wechselkursschwankungen. Das Kursziel wurde von 75 Euro auf 66 Euro gesenkt. Allerdings bestätigten die Analysten gleichzeitig ihre grundsätzlich positive Einschätzung von Schering.

          Schering weiterhin mit guten Aussichten

          Karl-Heinz Scheunemann vom Bankhaus Metzler stuft Schering weiterhin mit „kaufen“ ein. „Die einzige Gemeinsamkeit zwischen Wyeth und Schering ist, dass beide im gleichen Indikationsgebiet tätig sind“, so der Analyst. Zudem betrage der Umsatz, den Schering mit Hormonersatzprodukten erzielt, nur acht Prozent des Gesamtumsatzes. Selbst für den eher unwahrscheinlichen Fall, dass die FDA einschreiten sollte, blieben die Wachstumschancen bei den anderen Schering-Produkten unberührt.

          Auch Analyst Werner Braun vom Bankhaus Reuschel hält den Kursverlust für übertrieben und behält sein „Kaufen“-Rating bei. Zwar habe sich die charttechnische Situation mit dem Fall unter die 200 Tage Durchschnittslinie verschlechtert. Den Kursrückgang betrachtet er aber auf dem jetzigen Niveau dennoch als Einstiegschance.

          Fazit: Charttechnisch gesehen ist der langfristige Aufwärtstrend der Schering-Aktie noch intakt. Die Auswirkungen der negativen Nachrichten bei den Hormonersatzprodukten sollten zudem nicht überbewertet werden. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass Schering sich bislang im Gegensatz zu vielen anderen Pharmatiteln gut behauptet hat. Bei Rückschlägen, zum Beispiel bei negativen Zulassungsmeldungen, könnte die Reaktion des Marktes daher sehr heftig ausfallen

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