https://www.faz.net/-gv6-8ctck

Marktbericht : Aktien folgen Ölpreis auf Achterbahnfahrt

  • Aktualisiert am

Die Achterbahn Silverstar im Europa-Park in Rust. Bild: dpa

Das Öl hat den Aktienmarkt weiter im Griff: So haben am Dienstag steigende Ölpreise die Stimmung am deutschen Aktienmarkt aufgehellt und den Dax in die Gewinnzone geschoben.

          2 Min.

          Die Kurskapriolen am Ölmarkt haben die Aktienmärkte am Dienstag mitgerissen. So folgten Dax und Eurostoxx50 der Nordsee-Ölsorte Brent zunächst ins Minus, drehten dann aber ins Plus, als der Preis für die richtungsweisende Rohöl-Sorte wieder anzog. Der Dax beendete den Handel 0,9 Prozent höher bei 9823 Punkten, der mit 100 Werten den Markt deutlich breiter abbildende F.A.Z.-Index zog 0,8 Prozent auf 2034 Zähler an. Auch an der Wall Street ging es bergauf. Die am Mittwoch anstehende Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank verhinderte allerdings größere Kursgewinne.

          "Vor dem Fed-Treffen steigt die Nervosität", sagte Devisenstratege Niels Christensen von der Nordea Bank. Viele Investoren erhofften sich wegen der Kursturbulenzen von den amerikanischen Zentralbankern nach Abschluss der zweitägigen Zinssitzung am Mittwoch beschwichtigende Töne. Ähnlich äußerte sich auch Rob Carnell, Chef-Ökonom der ING Bank. "Wenn wir nicht bald eine Trendwende bei den chinesischen Konjunkturdaten sehen, müssen wir unsere Erwartung zweier amerikanischen Zinserhöhungen im Juni und im vierten Quartal ernsthaft überdenken." Die von der Fed bislang angedeuteten vier Anhebungen erschienen "völlig unrealistisch".

          Damit steigt Börsianern zufolge der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), ihre Geldpolitik ebenfalls deutlich zu lockern. Denn nur so lasse sich eine Aufwertung des Euro verhindern. Diese würde Waren europäischer Firmen auf dem Weltmarkt weniger attraktiv machen und den Aufschwung bremsen. Am Dienstag kostete die Gemeinschaftswährung mit 1,0854 Dollar ungefähr so viel wie am Vortag.

          Talfahrt des Ölpreises vorerst gestoppt

          Wegen der weltweiten Überproduktion und Spekulationen auf eine Abkühlung der chinesischen Konjunktur verbilligte sich Brent am Dienstag zunächst um vier Prozent. Am Abend kostete der Terminkontrakt mit 31,71 Dollar je Barrel (159 Liter) dagegen vier Prozent mehr als am Vortag. Auftrieb erhielten die Kurse von Aussagen des irakischen Ölministers, demzufolge eine Abkommen zwischen den Opec-Staaten und den Nicht-Opec-Ländern zur Drosselung der Förderung möglich ist. "Ohne eine Einigung deutet alles auf weitere fallende Preise hin", sagte Rohstoff-Experte David Hufton vom Erdöl-Broker PVM. "Mit einer Einigung kehrt Rohöl in den Bereich von 40 bis 60 Dollar zurück."

          Wegen der Achterbahnfahrt an den Rohstoff- und Aktienmärkten suchten einige Anleger Schutz in "sicheren Häfen". Dabei griffen sie unter anderem zu Gold, das sich um bis zu ein Prozent auf 1119 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte.

          Unbenanntes Dokument

          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

          Die ganze F.A.Z. in völlig neuer Form, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken, optimiert für Smartphone und Tablet. Jetzt gratis testen.

          Am deutschen Aktienmarkt stachen Siemens mit einem Kursplus von bis zu 9,4 Prozent heraus. Starke Zahlen und angehobene Gewinnziele verhalfen dem Technologiekonzern zum größten Kurssprung seit mehr als sieben Jahren.

          Konkurrent Philips gewann in der Spitze 8,4 Prozent - das größte Plus seit immerhin dreieinhalb Jahren. Hier sorgten die positiven Aussichten der Gesundheitssparte für Auftrieb. Deren Auftragseingang sei höher als bei den Rivalen Siemens und General Electric (GE), schrieben die Analysten der Barclays Bank in einem Kommentar. Außerdem seien die Konzernergebnisse für das abgelaufene Quartal "so gut wie lange nicht".

          An der Wall Street gehörte Sprint mit einem Kursplus von knapp 18 Prozent zu den Favoriten. Der Mobilfunker verringerte dank eines strikten Sparkurses seinen Quartalsverlust deutlicher als gedacht. Da sich zudem der Kundenzuwachs kräftig beschleunigte, hob das Unternehmen sein operatives Gewinnziel für das Geschäftsjahr 2015/2016 an.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.