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Infineon : Mangels Impulsen unter Druck

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Der Chiphersteller Infineon hat nach einem ordentlichen zweiten Quartal seine Umsatz- und Gewinnprognose für das gesamte Geschäftsjahr leicht angehoben.

          Der Halbleiterkonzern Infineon hat den Umsatz von Januar bis März um 4 Prozent auf 986 Millionen Euro gesteigert. Der Gewinn legte um 16 Prozent auf 111 Millionen Euro zu. Im Vergleich zum Vorjahr fielen Umsatz und Ergebnis jedoch aufgrund eines schwächeren Gesamtmarktes um ein bzw. 81 Prozent.

          In drei von vier Segmenten verkaufte Infineon mehr als im Vorquartal. Vor drei Monaten hatte Infineon noch mit einem Ergebnis- und Umsatzrückgang im zweiten Geschäftsquartal gerechnet. Vor allem das Geschäft der wichtigsten Sparte, der Automobilsparte, lief gut. Aber auch mit Chips für Kreditkarten und Ausweise sowie für Notebooks und Server lief das Geschäft besser.

          Prognosen leicht angehoben

          Dagegen blieb die Nachfrage der Industrie schwach. Bei Halbleitern für Leuchten, Mobilfunknetze, Solaranlagen und Spielekonsolen sanken Umsatz und Gewinn.

          Der Chiphersteller hob seine Umsatz- und Gewinnprognose für das gesamte Geschäftsjahr leicht an, vor allem weil das Geschäft mit der Autoindustrie wieder gut laufe. Im Geschäftsjahr, das im September endet, erwartet Infineon jetzt nur noch einen leichten Umsatzrückgang von 4 auf annähernd 3,9 Milliarden Euro. Die Ergebnismarge soll weniger stark sinken als bisher angekündigt.

          Wenig Impulse

          Der Aktienkurs von Infineon drehte nach anfänglichen Zugewinnen am Donnerstag deutlich ins Minus. Morgan Stanley-Analyst Francois Meunier lobte zwar die Umsätze und die Margen des zweiten Geschäftsquartals, die deutlich besser als erwartet ausgefallen seien. Doch der Ausblick auf das laufende dritte Geschäftsquartal und das Gesamtgeschäftsjahr entspreche nur den Erwartungen. Investoren dürften sich nun fragen, ob Infineon einfach nur zu vorsichtig sei. Die relative Schwäche bei der Industrieproduktion könnte sich jedoch als verbleibender makroökonomischer Gegenwind erweisen.

          Analyst Steffen Manske von der Nationalbank lobte zwar das Zahlenwerk und den Ausblick, sieht aber keine Wachstumsimpulse, die eine Höherbewertung der Aktie rechtfertigten.

          Allenfalls Trading-Chancen

          Bei einer Bewertung der Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von knapp 18 für das laufende und mehr als 14 für das kommende Jahr erscheinen derzeit alle möglichen positiven Szenarien eingepreist.

          Die deutlichen Kursabgaben drehen die Gewinne der Vortage zurück. Insgesamt geht der Aktienkurs seit Anfang 2011 seitwärts und es gibt derzeit keinen Anlass von einer Trendwende auszugehen. Im Bereich von 7,10 Euro scheint der Kurs gut unterstützt, so dass sich unter der Marke von 7,20 Euro derzeit Trading-Chancen ergeben.

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