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Heidelbergcement : Hohe Energiekosten belasten

  • Aktualisiert am

Bild: AP

Der Baustoffkonzern Heidelbergcement hat im ersten Quartal schwach abgeschnitten. Der Abwärtstrend des Aktienkurses verstärkt sich.

          Höhere Energie- und Frachtkosten haben das Ergebnis von Heidelbergcement im ersten Quartal belastet. Der Nettoverlust stieg auf 204 Millionen Euro aus und lag damit höher als von Analysten mit 134 Millionen Euro erwartet. Im Vorjahr lag das Minus bei 161 Millionen Euro. Das operative Ergebnis fiel um 15,5 Prozent auf 214 Millionen Euro und lag damit auch niedriger als von Analysten mit 252 Millionen erwartet.

          Neben höheren Energiepreisen fielen auch höhere Kosten für Instandhaltungen an, die im Vergleich zum vergangenen Geschäftsjahr insgesamt früher durchgeführt worden waren. Die höheren Kosten vor allem für Energie will der Konzern durch Preiserhöhungen und ein Sparprogramm auffangen. Erste Preiserhöhungen seien bereits umgesetzt worden.

          Stärkeres Umsatzwachstum

          Traditionell gehört das erste Quartal zu den schwächeren bei Baustoffkonzernen, da im Winter wetterbedingt die Arbeit auf vielen Baustellen ruht. Der sehr kalte Februar führte in diesem Jahr denn auch zu Einbußen beim Zementabsatz in den Regionen West- und Nordeuropa. In Nordamerika profitierte das Geschäft dagegen von der fortgesetzten Wirtschaftserholung.

          In Asien und Afrika blieb die Nachfrage weiter hoch, so dass die Einbußen in Europa mehr als ausgeglichen werden konnten. Insgesamt stieg der Zement- und Klinkerabsatz um 5 Prozent. Der Umsatz wuchs um 7,6 Prozent auf knapp 2,8 Milliarden Euro und damit etwas stärker als von Analysten erwartet. Die Prognose bekräftigte Heidelbergcement: Umsatz und operatives Ergebnis sollen 2012 steigen.

          Rückschlag

          Der unerwartet hohe Verlust lässt den Aktienkurs am Donnerstag deutlich fallen. Die Analysten der DZ Bank stufen den Jahresauftakt als etwas enttäuschend ein, bleiben aber insbesondere aufgrund des Margenpotentials durch jüngste Preiserhöhungen mittelfristig optimistisch. WestLB-Analyst Ralf Dörper nannte die Umsatzentwicklung zwar überzeugend, konstatierte jedoch ebenfalls deutlich verfehlte Erwartungen auf der Ergebnisseite. Dörper rechnet im weiteren Jahresverlauf mit einer Verbesserung der Profitabilität

          Nichtsdestoweniger ist das Quartal ein Rückschlag für den Konzern, zu dessen obersten Prioritäten immer noch der Schuldenabbau gehört. Viel hängt von der Energiepreisentwicklung ab und inwieweit Heidelbergcement diesen Kostenanstieg weitergeben kann. Im ersten Quartal scheint dies nicht vollständig gelungen zu sein.

          Verstärkter Abwärtstrend

          Bei einer Bewertung der Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von knapp 13 für das laufende und 10 für das kommende Jahr erscheint diese derzeit angesichts der Energiepreisentwicklung, der unsicheren Konjunkturaussichten und der Schuldenlast insgesamt bestenfalls fair bewertet.

          Die Kursverluste vom Tage verstärken die jüngste Abwärtstendenz des Kurses. Einige kurzfristige Unterstützungen werden über den weiteren verlauf entscheiden.

          Der jüngste Abwärtstrend hat sich verstärkt

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