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Hannover Rück : Rückversicherer verfünffacht Gewinn

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Die Hannover Rück hat fünf mal mehr Gewinn gemacht als im Vorjahr. Nur das havarierte Kreuzfahrtschiff Costa Concordia belastete die Bilanz des weltweit drittgrößten Rückversicherers.

          Die Hannover Rück hat ihren Gewinn im ersten Quartal dank niedriger Belastungen durch Großschäden und höheren Einnahmen im Anlagegeschäft verfünffacht und dabei die Analystenerwartungen deutlich übertroffen. Der Überschuss kletterte auf 261,3 (Vorjahr 52,3) Millionen Euro. Analysten hatten im Durchschnitt nur mit 183 Millionen Euro gerechnet.

          Die Belastungen aus Großschäden summierten sich im Auftaktquartal nur auf 60,6 (572,1) Millionen Euro. Größtes Einzelereignis war die Havarie des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia im Mittelmeer, das die Niedersachsen 45 Millionen Euro kostete. Die Branche muss insgesamt für rund 1 Milliarde Dollar geradestehen.

          Kapitalanlageergebnis durch Sondereffekte verbessert

          Das Kapitalanlageergebnis stieg um 12,4 Prozent auf 440,6 Millionen Euro. Dabei gab es allerdings positive Sondereffekte durch die Entwicklung von Derivaten von 80 Millionen Euro. Dies werde sich in den nächsten Quartalen nicht wiederholen. Eine Gewinnprognose für 2012 gibt es weiterhin nicht. Die Hannover Rück will sich nicht äußern, weil die Konzernmutter Talanx im Sommer an die Börse gehen könnte.

          Analysten rechnen im Gesamtjahr mit einem Überschuss von gut 700 (Vorjahr: 606) Millionen Euro. Dabei dürfte der Rückversicherer von weiteren Preissteigerungen in Japan und Korea profitieren. Bei Erdbeben-Risiken in Japan hatten sich die Preise laut Vogel teilweise verdoppelt.

          Mehr Klarheit um Talanx wünschenswert

          Der Aktienkurs der Hannover Rück steigt am Donnerstag auf ein neues Rekordhoch. Nicht nur ist der Gewinn deutlich höher ausgefallen als erwartet, auch die Schaden-Kosten-Quote zeigt sich mit 96,8 sehr günstig.

          WestLB-Analyst Andreas Schäfter nannte das Quartal perfekt, Roland Pfänder von der Commerzbank stark und tatsächlich lässt sich an den Ergebnissen auch nicht viel bemäkeln. Indes wäre es zu begrüßen, wenn der Rückversicherer endlich einmal einen Ausblick auf das laufende Jahr geben würde. Auch könnte das Gewürge um den Talanx-Börsengang endlich einmal ein Ende nehmen.

          Starker Chart

          Bei einer Bewertung der Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von knapp 8 für das laufende und 7,7 für das kommende Jahr ist diese für einen Versicherungswert derzeit allerdings vergleichsweise hoch bewertet. Auch die Dividendenrendite von rund 5 Prozent entspricht eher dem, was branchenüblich ist und reizt nicht so sehr zum Einstieg, wie es bei einem Industriewert der Fall wäre.

          Stark ist indes die charttechnische Entwicklung, vor allem nachdem die Notierung nach dem Einbruch im vergangenen Jahr in diesem Frühjahr wieder in den längerfristigen Aufwärtstrend hineingefunden hat, der Ende 2008 begonnen hatte. Das macht durchaus Hoffnung auf weitere Kursgewinne wobei allerdings die fundamentale Bewertung früher oder später ebenso Grenzen setzen wird wie die dadurch sinkende Dividendenrendite.

          Der Chart sieht gut aus

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