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Beiersdorf : Ohne Übernahmespekulation viel zu teuer

  • Aktualisiert am

Bild: REUTERS

Beiersdorf hat im ersten Quartal etwas besser abgeschnitten als erwartet. Doch nur die ewigen Übernahmespekulationen rechtfertigen das hohe Kursniveau.

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          Das Aussortieren von Ladenhütern und die Konzentration auf Hautpflege haben sich im ersten Quartal für die Beiersdorf AG ausgezahlt. Der Umsatz stieg um 9 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn stieg um rund 13 Prozent auf 183 Millionen Euro.

          Analysten hatten einen etwas geringeren Anstieg der Einnahmen, aber auch ein etwas höheres Betriebsergebnis erwartet. Der Reingewinn fiel mit 125 Millionen Euro auf Vorjahresniveau, aber deutlich höher als erwartet aus.

          Bedeutsame Sondereffekte

          Positiv auf den Absatz habe sich auch die insgesamt positive Marktentwicklung ausgewirkt. Zum Teil trugen aber auch einmalige Effekte dazu bei. Weil der Ostersonntag in diesem Jahr auf den 8. April fiel, hätten sich viele Kunden noch im März mit Sonnencreme  eingedeckt. Hinzu komme, dass der Februar wegen des Schaltjahres einen zusätzlichen Werktag hatte.

          Für 2012 bestätigte der Vorstand den Ausblick. Er rechnet weiterhin mit einer Verbesserung von Umsatz und Gewinnmargen.

          Überbewertet

          Nach anfänglich hohen Kursgewinnen fiel dieser im Tagesverlauf auf das Vortagesniveau zurück. Insgesamt fielen die Zahlen zwar besser als erwartet aus. Analyst Thomas Maul von der DZ Bank sah jedoch eine geringe Qualität. Zum einen seien die Zahlen im Endverbrauchergeschäft im Vorjahr schwach gewesen, zum anderen würden die Sondereffekte des frühen Osterns und des Schaltjahres unterschätzt. Beiersdorf beziffert den Umsatzeffekt auf 1 bis 2 Prozent.

          Insgesamt also läuft das Geschäft solide, aber nicht großartig. Demgegenüber ist die Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 26,6 für das laufende und 23,5 für das kommende Jahr einfach überbewertet. Was diese hohe Bewertung dauerhaft möglich macht, ist die nicht tot zu kriegende Spekulation, dass Procter & Gamble Beiersdorf in naher Zukunft übernehmen werde. Maul glaubt daran nicht und sieht auch kein großes Wachstumspotential: „Wir bezweifeln, dass das Management mit dem gegenwärtigen Marketing-Budget die Marktanteile in Europa verteidigen kann und gehen auch nicht davon aus, dass sich die Akquisitionstätigkeit in Wachstumsregionen unter dem neuen Management deutlich beschleunigt“.

          Just diese Argumentation befeuert aber die Übernahmespekulationen. Solange diese nicht entweichen, wird der Kurs der Beiersdorf-Aktie weiter hoch bleiben. Wenn diese aber entweichen sollten, dürfte er sich halbieren. Das macht die Spekulation derzeit riskant, besonders nachdem der Kurs in diesem Jahr so stark zugelegt hat.

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