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Aktien des Tages : Commerzbank begeistert, Heidelcement weniger

Was steckt noch alles in der Tüte? Bild: REUTERS

Zahlreiche Dax-Unternehmen haben am Donnerstag Zahlen vorgelegt. Überbordenden Optimismus verbreiten sie nicht, auch wenn sie insgesamt nicht übel sind. Allerdings drückt an der ein oder anderen Stele der Euro.

          Es kommt sicher überraschend, dass just die Commerzbank am Donnerstag den Börsianern die schönste Überraschung bereitet. Im dritten Quartal hat die angeschlagene Bank deutlich mehr verdient als erwartet. Statt zu schrumpfen wuchs der Reingewinn um zehn Millionen Euro auf 77 Millionen Euro. Das war mehr als die Deutsche Bank vorzuweisen hat. Grund ist nicht zuletzt, dass das Portfolio an faulen und zweifelhaften Schiffs-, Staats- und Immobilienkrediten schrumpft. Das lässt den Kurs vor Freude hüpfen.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Allerdings ist nicht alles eitel Sonnenschein. Denn der Gewinn vor Steuern halbierte sich auf 103 Millionen Euro, und im vierten Quartal wird er noch einmal sinken. Der Umbau kostet erst einmal Geld. 3 Cent je Aktie Gewinn nach neun Monaten und im kommenden Quartal gibt es auch nur ein bisschen was dazu - das ist nicht der Stoff aus dem die Träume sind.

          Analysten gehen im Durchschnitt von 1,2 Cent je Aktie aus, was ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 850 ergibt. Aber es soll ja besser werden. Für 2014 soll das KGV auf knapp 13 sinken. Das wirkt etwas akzeptabler, ist aber für eine Bank noch immer recht teuer. Die Deutsche Bank wird mit 8,5 gehandelt, selbst Goldman Sachs nur mit 10,5.

          Continental will ein bisschen weniger umsetzen und etwas mehr verdienen

          Manchmal bedeutet weniger mehr: Der Autozulieferer Continental wird in diesem Jahr weniger Umsatz, aber mehr Gewinn als erwartet machen. Grund ist die Euro-Aufwertung. Die wirkt sich allerdings auch auf der Input-Seite durch niedrigere Rohstoffkosten aus. Es handelt sich aber eigentlich nur um Marginalien: Bei Einnahmen von etwa 33,5 Milliarden Euro will Conti nun eine bereinigte operative Rendite von mindestens 10,5 Prozent erreichen. Bislang waren es rund 34 Milliarden Euro Umsatz und eine Marge von mehr als 10 Prozent gewesen.

          Trotz der Branchenflaute in Europa gelang es Conti zwischen Juli und September, Umsatz und operativen Gewinn zu steigern. Die Niedersachsen erlösten rund 8,35 (Vorjahr: 8,13) Milliarden Euro und verdienten vor Zinsen und Steuern 886 nach 777 Millionen Euro. Unterm Strich verdiente Conti mit 434 Millionen Euro etwas weniger als die fast 450 Millionen Euro des vergangenen Jahres.

          Starker Euro bremst Heidelbergcement aus

          Der starke Euro macht auch dem Baustoffkonzern Heidelbergcement zu schaffen. Während der Umsatz im dritten Quartal noch fast den Vorjahreswert erreichte, sank der operative Gewinn um 7 Prozent auf 811 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente Heidelbergcement aber mehr als doppelt soviel. Dazu trug aber auch die komplette Übernahme des russischen Konkurrenten CJSC Construction Materials bei. Zudem profitiert der Konzern auch von den niedrigen Zinsen, die die Finanzierungskosten sinken lassen.

          Das Erreichen der Ziele sei aber deutlich anspruchsvoller geworden, warnte Unternehmenschef Bernd Scheifele. Der strikte Sparkurs soll fortgesetzt werden und die schwächere Wirtschafts- und Währungsentwicklung in einigen Schwellenländern bedarf der Gegensteuerung.

          Siemens gibt sich vorsichtiger

          Adidas-Gewinn sinkt im dritten Quartal deutlich

          Das dritte Quartal des Sportartikelherstellers Adidas ist wie erwartet schwach ausgefallen. Negative Währungseffekte, Vertriebsprobleme in Russland sowie eine Schwäche im nordamerikanischen Golfmarkt sorgten für niedrigere Umsätze und Gewinne als im Vorjahr. Aus diesem Grund hatten die Herzogenauracher bereits im September ihre Prognose gesenkt.

          Der Umsatz fiel um sieben Prozent auf knapp 3,9 Milliarden Euro. Bemerkbar machten sich etwa die Schwäche der Währungen in den Vereinigten Staaten, Japan, Russland oder Lateinamerika. Währungsbereinigt blieb der Umsatz stabil. Das operative Ergebnis nahm um sechs Prozent auf 463 Millionen Euro ab, das Nettoergebnis sank um acht Prozent auf 316 Millionen Euro.

          Adidas -Chef Herbert Hainer rechnet damit, die großen Probleme des Konzerns bald in den Griff zu bekommen. In den Vereinigten Staaten war die Golfsaison wegen schlechten Wetters verspätet gestartet, was der Konzernmarke TaylorMade-adidas Golf zusetzte. Deren Erlöse brachen um fast 26 Prozent ein. Auch die lange kriselnde Tochter Reebok komme mit ihrer Neuausrichtung aufs Fitnessgeschäft wieder in die Spur. „

          Munich Re erwartet trotz Hagel mehr Gewinn

          Die schweren Hagelgewitter im Sommer haben Munich Re nicht aus der Bahn geworfen. Sie kosten den Münchner Rückversicherer 260 Millionen Euro, davon muss 80 Millionen die Erstversicherungstochter Ergo tragen. Unter dem Strich schrumpfte der Quartalsgewinn nach einem außergewöhnlich guten Vorjahreszeitraum zwar um 44 Prozent auf 637 Millionen Euro. Damit verdiente die Munich Re allerdings immer noch mehr als von Analysten erwartet. Im ersten Halbjahr hatte die Flutkatastrophe in Europa bereits für hohe Belastungen gesorgt. Die Munich Re gibt sich aber trotzdessen zuversichtlicher und will dbis zu einer Milliarde Euro in den Rückkauf eigener Aktien stecken.

          Nach den ersten neun Monaten steht bei dem Rückversicherer ein Gewinn von 2,1 Milliarden Euro zu Buche, gut ein Fünftel weniger als ein Jahr zuvor. Bis Ende April 2014 Beim Jahresgewinn peilt Finanzchef Jörg Schneider nun die Marke von 3 Milliarden Euro an. Bisher hatte die Konzernspitze nur von „annähernd 3 Milliarden“ gesprochen.

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