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Aktien-Analyse : Xing lockt mit interessanter Ausschüttungsrendite

  • Aktualisiert am

Bild: ddp

Die Aktie von Xing konnte in den vergangenen Monaten im Rahmen der Technologie- und Interneteuphorie Kursgewinne von bis zu 116 Prozent verzeichnen. Daneben spielt aber auch die Aussicht auf eine beachtliche Ausschüttung eine Rolle.

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          Nach einer überaus durchwachsenen Kursentwicklung in den Jahren 2007 bis 2009 konnte die Aktie der Xing AG in den vergangenen Monaten im Rahmen des allgemeinen Optimismus und insbesondere aufgrund der frischen Technologie- und Interneteuphorie Kursgewinne von bis zu 116 Prozent verzeichnen.

          Gerade auch in den vergangenen Tagen kam es in Zusammenhang mit dem Börsengang des amerikanischen Konkurrenten Linkedin zu zum Teil starken Tagesgewinnen, bevor es am Freitag zu Gewinnmitnahmen und Kursverlusten von bis zu 5,2 Prozent kam. Im weiteren Handelsverlauf liegt der Aktienkurs bei 54,4 Euro und damit nur knapp unter dem am Donnerstag erreichten Allzeithoch von 56,74 Euro.

          Beachtliches Wachstum ...

          Xing bezeichnet sich als soziales Netzwerk für berufliche Kontakte. Über 10,8 Millionen Mitglieder nutzten die Internetplattform weltweit für Geschäft, Job und Karriere, davon rund 4,7 Millionen im deutschsprachigen Raum, erklärte das Unternehmen vor wenigen Tagen. Dessen Strategie wird mittlerweise maßgeblich von Burda mitbestimmt, das sich in den vergangenen Monaten mehrheitlich eingekauft hat.

          Bild: F.A.Z.

          Xing konnte im ersten Quartal des laufenden Jahres den Wachstumskurs des Geschäftsjahres 2010 fortsetzen. Das Unternehmen konnte den Gesamtumsatz um 24 Prozent auf 15,7 Millionen Euro steigern. Der Gewinn vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen (Ebitda) lag bei 5,6 Millionen Euro und damit 70 Prozent über dem Vorjahreswert. Die operative Ebitda-Marge lag mit rund 36 Prozent ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert von 26 Prozent. Der Quartalsgewinn legte im Jahresvergleich um 114 Prozent auf 2,7 Millionen Euro zu.

          Rund zwei Drittel des Umsatzwachstums wurden nach Unternehmensangaben mit den Segmenten E-Recruiting, Advertising und erstmals New Verticals erzielt. Darin werden die Erlöse aus der Online-Vermarktung von Events abgebildet. Das stärkste Umsatzplus verzeichnete der Bereich E-Recruiting mit einer Steigerung von rund 89 Prozent auf 2,7 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahresquartal.

          ... und interessante Ausschüttungsrendite

          Im März hatte das Unternehmen zudem angekündigt, der Hauptversammlung am 26. Mai dieses Jahres eine Sonderausschüttung aus Kapitalrücklagen in Höhe von 20 Millionen Euro vorzuschlagen. Die potentielle Ausschüttungsrendite kann sich mit brutto knapp sieben Prozent selbst nach den Kursgewinnen der vergangenen Monate noch sehen lassen. Die nach der Sonderausschüttung verbleibenden liquide Mittel in Höhe von rund 40 Millionen Euro oder von 7,6 Euro je Aktie im Unternehmen lassen selbst die Bewertung als vernünftiger aussehen als der erste Eindruck nahe legen würde. Sie führen in Verbindung mit den Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr zu Kurs-Gewinnverhältnissen von 25 und 19.

          Tatsächlich kann sich das Mitgliederwachstum in den deutschsprachigen Kernmärkten sehen lassen. So stieg die Zahl der Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz im ersten Quartal um 215.000 oder um 4,8 Prozent auf rund 4,7 Millionen. Das sei das stärkste Mitgliederwachstum seit acht Quartalen, erklärte das Unternehmen. Im Vorjahresvergleich wuchs die Zahl der Mitglieder im deutschsprachigen Raum um 20 Prozent. Insgesamt konnte Xing im ersten Quartal die Gesamtzahl der Nutzer von 9,2 Millionen auf 10,8 Millionen steigern. Die Zahl der zahlenden Mitglieder stieg um 14.000 auf 759.000 an

          Zumindest in einem optimistischen Börsenumfeld mit andauernder Interneteuphorie sind nach dem ´zu erwartenden „Ausschüttungsabschlag“ weitere Kursgewinne denkbar.

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