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Aktien-Analyse : Teleplan-Aktie nimmt nach Auszeit wieder Anlauf nach oben

  • Aktualisiert am

Bild: Tai-Pan

Nach einer Verschnaufpause kommt langsam wieder Leben in den Aktienkurs von Teleplan. Und wenn es dem Reparaturdienstleister gelingt, für das erste Halbjahr etwas Umsatzdynamik auszuweisen, dann spricht die günstige Bewertung für weitere Kursavancen.

          Die Aktie von Teleplan International haben wir an dieser Stelle das letzte Mal Ende Oktober besprochen. Und die damals positive Einschätzung hat sich bisher bezahlt gemacht. Denn gemessen an der damals gültigen Notiz von 1,70 Euro notiert der Kurs jetzt bei 2,422 Euro.

          Noch besser sah die Bilanz allerdings Mitte Januar aus, als der Titel in der Spitze 2,67 Euro kostete. Danach ging es im Zuge einer Konsolidierung bis zum 25. Mai aber wieder hinunter bis auf knapp unter zwei Euro. Doch inzwischen scheint die Korrektur ausgestanden. Zumindest geht es seit gut zwei Wochen wieder deutlich voran.

          Aktionäre wollen wieder Umsatzwachstum sehen

          Die zwischenzeitliche Auszeit, die sich der Wert genommen hat, dürfte mit zwei Faktoren zu erklären sein. Zum einen hatte sich die Aktie einfach eine Verschnaufpause verdient. Schließlich ging die Kursreise nach oben am 2. März bei einem tiefen Kurs von nur 0,39 Euro los. Im Hoch belief sich somit das Kursplus auf beeindruckende 585 Prozent.

          Zum anderen wurden die Anleger etwas durch die Zahlen zum ersten Quartal verstimmt. Das in den ersten drei Monaten 2010 erzielte Nettogewinnplus von 82,4 Prozent auf 5,1 Millionen Euro konnte sich zwar sehen lassen. Doch die Investoren wollen von dem Anbieter von Komplett-Servicelösungen für Informations- und Kommunikationstechnologie und Unterhaltungselektronik nach dem vollzogenen Turnaround jetzt auch wieder Umsatzwachstum sehen. Doch das konnte bei einem um 5,7 Prozent auf 70,3 Millionen Euro rückläufigen Umsatz nicht geboten werden.

          Um den jüngsten Kursanstieg mit noch mehr Leben zu erfüllen, kommt es deshalb darauf an, ob sich aus den am 28. Juli erwarteten Halbjahreszahlen auch beim Umsatz eine Wende zum Besseren ableiten lässt. Der Vorstand hat bisher jedenfalls für das Gesamtjahr eine Umsatzsteigerung auf 295 bis 300 Millionen Euro in Aussicht gestellt nach 287 Millionen Euro im Vorjahr. Mit Blick auf die Marge bei Gewinn vor Steuern und Zinsen war bisher zudem von einer Spanne zwischen 9,5 und 10,0 Prozent die Rede.

          Die Bewertung ist nach wie vor günstig

          Commerzbank-Analyst Dirk Voigtländer scheint dabei guter Dinge zu sein, dass sich das Unternehmen zum Halbjahr im Rahmen der bisher gemachten Vorgaben bewegen wird. Zumindest hat er jüngst im Rahmen einer Ersteinschätzung die Teleplan-Aktie als Kauf eingeordnet und das Kursziel auf 3,30 Euro beziffert. Nach einer erfolgreichen Restrukturierung könne das Unternehmen den Fokus jetzt wieder auf Wachstum richten, hieß es zur Begründung.

          Legt man die Gewinnschätzungen von Voigtländer zu Grunde, dann sind sicherlich locker höhere Kurse drin. Denn bei dem von ihm für 210 und 2011 prognostizierten Gewinnen je Aktie von 0,34 und 0,39 Euro ergeben sich sehr günstige Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 7,1 und 6,2. Um das sich daraus ergebende Kurspotenzial zu erschließen, muss Teleplan bei der Vorlage der Halbjahreszahlen nur etwas Umsatzdynamik ausweisen. In diesem Fall, aber auch nur dann, dürfte es der Aktie dann schnell gelingen, aus der zuletzt gültigen Seitwärtsrange auszubrechen und das bisherige Jahreshoch zu überwinden.

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