https://www.faz.net/-gv6-12na7

Aktien-Analyse : Puma-Aktie ist derzeit ein zahnloser Tiger

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Beim Sportartikel-Hersteller Puma hat der Unternehmensumbau im vergangenen Quartal den Gewinn weitgehend aufgefressen. Der Aktienkurs reagiert darauf mit deutlichen Verlusten.

          2 Min.

          Nachdem in dieser Woche auch Konkurrent Adidas schon mit schlechten Ergebnissen enttäuschte, wartet auch Puma zum Wochenausklang mit schlechten Zahlen auf. Wie der zweitgrößte Sportartikelhersteller Europas bekanntgab ist der Gewinn im ersten Quartal fast völlig weggebrochen.

          Das Ergebnis sackte in Folge der Wirtschaftskrise und durch die Kosten eines Sparprogramms um fast 94 Prozent auf 5,6 Millionen Euro ab. Das Betriebsergebnis (Ebit) ging von knapp 126 Millionen Euro auf 4,0 Millionen Euro zurück. Ohne Sondereffekte belief es sich auf 114 Millionen Euro - ein Minus von 9,4 Prozent.

          Der Konzernumsatz stieg dagegen um 3,6 Prozent auf 697,4 Millionen Euro. Das Kostensenkungsprogramm schlug dabei einmalig mit 110 Millionen Euro zu Buche. Bis 2011 sollen damit dann allerdings bis zu 150 Millionen Euro jährlich eingespart werden.

          Analysten geben sich zurückhaltend

          Zudem hieß es, das laufende Geschäftsjahr werde schwierig bleiben. Eine genaue Prognose zur Umsatz- und Gewinnentwicklung wurde verweigert. „Nach insgesamt 14 Jahren Wachstum in Folge zeichnet sich 2009 als Jahr der Konsolidierung ab“, erklärte das Unternehmen. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand aber mit deutlichen Gewinnen, der Umsatz werde in etwa stabil bleiben.

          Die Börse bewertete die Puma-Zahlen dennoch kritisch: Bis zum Mittag verlor die Aktie 5,56 Prozent auf 153 Euro. Der MDax, in dem der Titel vertreten ist, legte dagegen gleichzeitig um 1,5 Prozent zu.

          Analysten zeigten sich unzufrieden und senkten vielfach ihre Kursziele. Die Zahlen seien ähnlich enttäuschend wie die von Adidas, schrieb Equinet-Analyst Ingbert Faust, der die Aktien mit „reduzieren“ bewertet. „Trotz der hohen Einmalaufwendungen besteht unseres Erachtens die Gefahr, dass Puma auch in den nächsten Quartalen die Märkte mit weiteren Restrukturierungsaufwendungen negativ überrascht“, warnte Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe, der zudem eine Verkaufsempfehlung (zuvor „halten“) aussprach und das Kursziel auf 145 Euro von 160 Euro senkte.

          Zunächst keine überdurchschnittliche Kursentwicklung zu erwarten

          Bei den Tagesverlusten, die es bisher setzt, muss aber auch berücksichtigt werden, dass der Kurs von März bis Anfang Mai einen satten Zwischenspurt hingelegt hat und von 103 auf 166 Euro gestiegen ist. Das wiederum lag immer noch um mehr als 50 Prozent unter dem im Jahr 2007 aufgestellten Rekordhoch von rund 350 Euro. Aber die Weltkonjunktur und damit die Absatzlage hat sich seitdem deutlich eingetrübt, was die Kurseinbußen nachvollziehbar macht.

          Auf dem aktuellen Niveau wird der Titel auf Basis der für 2009 erwarteten Zahlen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp elf bewertet, was als neutral einzustufen ist. Die erwartete Dividendenrendite von 1,7 Prozent liest sich wenig prickelnd. Unter dem Strich spricht das nicht unbedingt dafür, dass der Titel besser als der MDax abschneiden wird. Impulse könnte es aber im Jahr 2010 mit der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika geben, zumal Puma in Afrika dank seiner guten Präsenz ein Heimspiel hat.

          Weitere Themen

          Beton auf Pump – oder doch Aktien?

          FAZ Plus Artikel: Geldanlage : Beton auf Pump – oder doch Aktien?

          Lange Zeit wirkten Immobilien wie eine sichere Geldquelle – das ändert sich nun. Doch sind Aktien die bessere Wahl? Wer Geld für eine größere Investition übrig hat, sollte die verschiedenen Optionen genau durchrechnen.

          Topmeldungen

          Eine Reisende am Dienstag am Pekinger Westbahnhof

          Corona-Virus : Vertuschung führt in die Katastrophe

          Angesichts der raschen Ausbreitung des Corona-Virus mahnt Chinas Führung zu Transparenz: Peking will beweisen, dass es mit der Krise verantwortungsvoll umgeht. Die Offenheit ist nicht allen geheuer.

          Impeachment-Regeln : Demokraten wittern Vertuschung

          Heute entscheidet der Senat, wie er Donald Trump den Prozess macht. Die Republikaner wollen die Sache schnell hinter sich bringen. Die Demokraten sagen: weil der Präsident viel zu verbergen habe.
          Der Finanzminister Olaf Scholz in Brüssel.

          Börsensteuer : In Gesprächen so weit wie nie

          Der Bundesfinanzminister Olaf Scholz widerspricht dem Eindruck, dass seine Pläne in der EU vor dem Scheitern stehen. Österreich droht dagegen offen mit Ausstieg. Der Minister spielt die Äußerungen herunter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.