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Aktien-Analyse : Drägerwerk-Aktie profitiert von höherer Gewinnprognose

  • Aktualisiert am

Bild: Tai-Pan

Nicht nur mit guten Quartalszahlen sondern auch mit einer angehobenen Jahresprognose wartet die Drägerwerk AG & Co. KGaA auf. Für diese positiven Nachrichten wird die Aktie des Medizin- und Sicherheitstechnik-Unternehmens mit einem satten Kurssprung belohnt.

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          Am Nachmittag steht gegen 15.30 Uhr für die Vorzugsaktien ein Plus von 8,9 Prozent auf 88,95 Euro zu Buche. Und im Tageshoch waren zuvor sogar schon glatt 90 Euro erreicht worden. Damit hat der Titel bei vergleichsweise sehr hohen Handelsumsätzen ein neues Rekordhoch erklommen. Charttechnisch gesehen wurde dadurch zudem ein prozyklisches Kaufsignal generiert.

          Die Reaktion der Börsianer fällt deshalb so euphorisch aus, weil der Lübecker Konzern überzeugende Nachrichten abgeliefert hat. So erhöhte sich der Umsatz in den ersten sechs Monaten währungsbereinigt leicht um 2 Prozent und die Marge beim Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) betrug 9 Prozent.

          Vorstand macht in Optimismus

          Gut gelaufen ist es in diesem Zeitraum vor allem für die Sicherheitstechnik. Dieser Bereich konnte den Umsatz währungsbereinigt um 9 Prozent steigern und die Ebit-Marge lag bei 12 Prozent. In der Medizintechnik sank der Umsatz dagegen um 1 Prozent, die operative Umsatzrendite lag mit 11 Prozent unter Vorjahr.

          Unter dem Strich sah sich der Vorstand ermutigt, die Renditevorgabe für das Jahresergebnis anzuheben. Bei einem leichten Umsatzwachstum wird nun unter der Annahme einer stetigen Entwicklung in den relevanten Märkten und unveränderten Wechselkursen eine Rendite vor Zinsen und Steuern zwischen 8,0 und 9,5 Prozent angestrebt.

          Mittelfristig soll die Ebit-Marge im Konzern dann sogar auf mehr als 10 Prozent steigen. Bisher hatte das Unternehmen eine Marge von 7,5 bis 8,5 (2010: 8,9) Prozent in Aussicht gestellt. Am oberen Rand der neuen Prognose könnte sich das Ebit für 2011 somit auf mehr als 210 Millionen Euro einstellen. Zum Vergleich: 2010 hatte Drägerwerk bei einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro einen operativen Gewinn (Ebit) von 193 Millionen Euro erwirtschaftet.

          Sagenhafte Performance seit März 2009

          Während die Aktionäre feiern, dürften die Analysten der WestLB weniger erfreut über die aktuelle Kursentwicklung sein. Denn sie hatten Mitte Juni auch unter Verweis auf wachsende Konkurrenzrisiken empfohlen, Positionen bei dem Titel zu reduzieren. Ein deutlich glücklicheres Händchen hatten verglichen damit die Analysten der Deutschen Bank. Denn am 13. Juli bestätigten sie nicht nur ihre Kaufempfehlung für den TecDax-Vertreter, sondern sie erhöhten auch das Kursziel deutlich von 75 Euro auf 94 Euro.

          Auf Basis der damals für 2011 und 2012 abgegebenen Gewinnschätzungen von 5,61 Euro und 6,68 Euro je Aktie errechnen sich Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 15,8 und 13,3. Das ist zwar nicht mehr ganz billig, aber angesichts der positiv eingeschätzten Zukunftsaussichten auch nicht völlig überzogen. Es kann deshalb gut sein, dass der Wert seinen Aufwärtstrend noch etwas weiter ausbauen kann.

          Investierte Anleger, die schon länger investiert sind, sollten ihre Positionen aber mit Stopp-Loss-Kursen absichern. Schließlich geht es für sie darum, stolze Kursgewinne zu verteidigen. Schließlich notierte der Titel am 11. März 2009 im Tief nur noch bei 12,62 Euro und war damals den Mut zu einem Investment hatte, wird das seitdem eingefahrene Plus von 605 Prozent nicht mehr hergeben wollen.

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