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Aktien Amerika : Wasser auf die Mühlen

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Bessere Wasserversorgung ist ein Stichwort in Amerika Bild: dpa

Geschätzte 96 Milliarden Dollar an Fördergeldern für die weltweite Wasserinfrastruktur sind in den kommenden zwei Jahren ein Segen für Aktien der Wasserbranche.

          7 Min.

          Machen Sie sich tauchfertig: Eine Flut aus Anlagemöglichkeiten in Aktien der Wasserbranche wird sich vielleicht schon bald über die Investoren ergießen, denn die Regierungen werden zunehmend mehr Geld ausgeben, um die Wasserinfrastruktur und die damit verbundenen Versorgungsdienste für strengere Umweltauflagen fit zu machen. Das verheißt Gutes für eine Reihe von Aktien und Investmentfonds der Wasserbranche.

          Am 15. Juli wurde eine Gesetzesvorlage ins Repräsentantenhaus eingebracht, mit der ein Wassertreuhandfonds geschaffen werden soll, der in Amerikas marode Trink- und Abwasserbehandlungssysteme investieren soll. Der Water Protection & Reinvestment Act soll einen 10 Milliarden Dollar schweren Jahresfonds auflegen, um alternde Rohre und Abwassersysteme zu reparieren, die eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit, die Umwelt und die allgemeine Sicherheit darstellen.

          Bewegung in der Gesetzgebung

          Und eine Gesetzesvorlage des Senats, die den Clean Water State Revolving Fund und den Drinking Water State Revolving Fund wieder aufleben lassen und über die kommenden fünf Jahre 38,5 Milliarden Dollar für Wasserinfrastrukturprogramme der amerikanischen Umweltschutzbehörde bereitstellen sollen, hat angeblich die Unterstützung beider Parteien und soll in absehbarer Zukunft vom Senat verhandelt werden.

          Diese Fonds sind in den letzten 22 bzw. 12 Jahren nicht mehr neu bestätigt worden. Eine Fassung des Repräsentantenhauses mit der Bezeichnung Water Quality Investment Act of 2009, das den Clean Water State Revolving Fund mit 13,8 Milliarden Dollar über fünf Jahre neu bestätigen soll, wurde im März verabschiedet.

          Heftpflaster statt Herzchirurgie

          Freilich gibt es schon jetzt eine ganze Reihe steuerlicher Anreize für Unternehmen, die geeignet sind, der stark sanierungsbedürftigen Wasserinfrastruktur des Landes wieder auf die Beine zu helfen. William Brennan, Co-Manager des 17 Millionen Dollar schweren Kinetics Water Infrastructure Advantaged Fund, schätzt, dass 13,9 Milliarden Dollar des Konjunkturpaketes der Obama-Administration für die Überholung der Wasserinfrastruktur und andere wasserbezogene Aktivitäten vorgesehen sind.

          Aber: „Das ist so, als würde man versuchen, die Wunde eines am offenen Herzen operierten Patienten mit einem Heftpflaster zuzukleben.“ Die Vereinigten Staaten, meint Brennan, hinken der Erneuerung ihrer Wasserleitungen und Abwassersysteme um runde 600 Milliarden Dollar hinterher. Darum werde die Regierung nun mit größerer Entschlossenheit an der Lösung dieses Problems arbeiten.

          Investitionswelle erwartet

          Die amerikanischen Wasserfonds sind derzeit viel kleiner als ihre europäischen Gegenstücke. Die amerikanischen Investoren haben lange Zeit nicht die Bedeutung des Wassers als „das Rückgrat jeder Aktivität“ erkannt - von der Produktion über die Energiegewinnung bis hin zum Alltagsleben. Und bisher haben die Amerikaner Wasserknappheiten noch nicht in dem Maße kennengelernt wie Menschen in anderen Teilen der Welt, so Brennan.

          Er erwartet, dass in den nächsten ein bis drei Jahren eine gewaltige Investitionswelle die Wasserbranche erfassen wird: „Die Dürregebiete in Kalifornien, Texas und Florida sind eine Tatsache und werden nur noch schlimmer.“ Auch andere Bundesstaaten werden von Wassersorgen geplagt. In einem bis in die siebziger Jahre zurückreichenden Streit um das Wasser des Apalachicola-Chattahoochee-Flint-Beckens, in dem der Lake Lanier liegt, bemühen sich Florida und Alabama um eine endgültige gerichtliche Verfügung, Entnahmen in Georgia zu verbieten, die über das durch die Metropolitan Atlanta Chamber of Commerce ermittelte Niveau des Jahres 2000 hinausgehen.

          Ein amerikanisches Bezirksgericht entschied am 17. Juli, dass nahezu alle Wasserentnahmen Georgias aus dem Lake Lanier unrechtmäßig waren, da der See zum Betreiben von Wasserkraftwerken angelegt wurde. Das bedeutet, dass sich Atlanta womöglich schon bald nach anderen Wasserquellen umschauen muss. Der Richter entschied, dass das Army Corps of Engineers die Zustimmung des Kongresses einholen müsse, bevor die Metropole Atlanta den Lake Lanier als ihre Hauptwasserquelle nutzen könne.

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