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Aktien 2009/2010 : Die Tops und Flops des S&P 500

  • -Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Die Aktie von XL Capital führte den Index im Jahr 2009 an, während die Papiere von Marshall & Ilsley 60 Prozent verloren. Was dürfen die Anleger 2010 von ihnen erwarten? Setzen sich die etablierten Trends fort oder kommt es zur Wende?

          Werden die Sieger und die Verlierer unter den Großunternehmen aus dem Jahr 2009 ihren Kurs im neuen Jahr beibehalten?

          Die herausragenden Punkte des Index' werden durch Finanzunternehmen an entgegengesetzten Enden der Skala gebildet: Das Schlusslicht des Standard & Poor's 500-Aktienindex von 2009, die Regionalbank Marshall & Ilsley, hofft, das Ruder herumreißen zu können. Der strahlende Sieger dieses Markt-Benchmarks von 2009 - XL Capital, ein Versicherer, der wieder Boden unter die Füße bekommen hat und im letzten Jahr fast 400 Prozent nach oben kletterte - sähe die gewonnene Dynamik gern fortgeführt.

          Aktienrenditen können selbst innerhalb einer Branche stark schwanken

          Dieser Kontrast führt den Anlegern eindrucksvoll vor Augen, in welchem Ausmaß Aktienrenditen von einem Jahr aufs andere und sogar innerhalb desselben Sektors schwanken können.

          Während sich die Kurse vieler Bankaktien 2009 wieder erholten, litt die in Wisconsin ansässige Marshall & Ilsley schwer unter faulen Krediten, die in früheren Jahren in Gegenden vergeben worden waren, die von der Eigenheimkrise besonders heftig heimgesucht wurden, wie Florida und Arizona. Die Marshall & Ilsley-Aktie stürzte 2009 um 60 Prozent ab und markierte mit einem Abstand von sieben Punkten das schlechteste Ergebnis des S&P 500.

          XL Capital hingegen hatte schon in früheren Jahren tüchtig Federn lassen müssen, als das Unternehmen ein Opfer der Kreditkrise, riskanter Versicherungsprodukte und toxischer Investments wurde. Die XL-Aktie verlor zwischen dem Markthoch im Oktober 2007 und dem Ende des Jahres 2008 96 Prozent ihres Wertes. 2009 überholte XL dann alle anderen Aktien im S&P 500 und legte um 395 Prozent zu.
          Macht man die Dynamik zum Kriterium der Aktienauswahl, so wird man sich 2010 nach Aktien wie denen von XL Capital umschauen - in der Hoffnung, dass sie ihren Aufwärtstrend beibehalten können. Aber viele Substanzanleger werfen eher ein Auge auf die Sorgenkinder des Marktes, wie Marshall & Ilsley, weil sie darauf setzen, dass der Zeitpunkt für eine Trendwende gekommen sei.

          Kaufen oder abstoßen? Wieder scheiden sich die Geister.

          Weder die eine noch die andere Anlagestrategie ist ein Patentrezept auf Dauer. „Strategien kommen und gehen“, weiß Mike O'Rourke, leitender Marktstratege bei BTIG. „Die Kunst besteht darin, die richtige Strategie zur richtigen Zeit zu haben.“
          Für beide Unternehmen bilden die Aussichten für 2010 den Gegenstand heftiger Diskussionen unter Analysten, Anlegern und Führungskräften.

          Über Marshall & Ilsley sind die Ansichten gleichmäßig geteilt. Laut Bloomberg-Daten geben von 23 Aktienanalysten fünf der Aktie ein Buy-Rating und fünf ein Sell-Rating, während die allgemeine Mehrheit bei Hold bleibt. Im Fall von XL sieht man die Sache positiver: drei Viertel von 16 Analysten vergeben für den Versicherer ein Buy-Rating und nur ein einziger empfiehlt die Aktie zu verkaufen.

          Michael McGavick, der Mitte 2008 den Posten des Vorstandsvorsitzenden bei XL Capital übernahm, sagt, es sei dem Versicherer gelungen, das riskante Finanzgarantiegeschäft zu verlassen und sich von Problem-Investments zu trennen. Im Verlauf dieses Prozesses seien Zweifel am Überleben des Unternehmens ausgeräumt worden. Dadurch, so McGavick in einem Interview mit Bloomberg BusinessWeek, habe XL Capital qualifiziertes Personal und wichtige Kunden halten können. „Kunden und Mitarbeiter blieben uns Ende 2008 treu - das war es, worauf es ankam.“

          Ein Problem, dem sich XL gegenüber sieht, ist der beinharte Preiskampf bei Versicherungsprodukten. „Wir denken, dass viele Wettbewerber ihre Produkte unter Wert veräußern“, schätzt McGavick ein und fügt hinzu, dass er „außer ein paar marginalen Verbesserungen“ keine Veränderung dieser Situation sehen könne.

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