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Photovoltaik : SMA-Aktie auf Höhenflug

  • Aktualisiert am

Es geht wieder besser Bild: dpa

Ist die Krise der Solarbranche vorbei? Für SMA-Solar geht es wieder aufwärts. Am Donnerstag katapultiert eine Prognoseerhöhung den Aktienkurs weiter nach oben.

          Der Solartechnikkonzern SMA hat dank einer Rosskur und florierender Auslandsgeschäfte die Ertragswende schneller geschafft als erwartet. "Die Märkte haben sich positiver entwickelt als wir Anfang des Jahres gesehen haben", sagte Firmenchef Pierre-Pascal Urbon am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Vor allem in Nordamerika könne SMA bei Großprojekten punkten. "Das ist ein riesiger Markt." Ein Ende des Booms sei nicht in Sicht. SMA sei "hervorragend positioniert", um vom 2016 erwarteten Anstieg der Nachfrage weltweit zu profitieren. "Wir sprechen mit unseren Kunden auch schon über Projekte für 2017."

          In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres legten die Erlöse um 27 Prozent auf 699,2 Millionen Euro zu. Der Auslandsanteil stieg deutlich auf 86,7 (Vorjahr: 75,9) Prozent. Als bedeutendste Märkte nannte Urbon Nordamerika, Japan, Großbritannien und Australien. Das Betriebsergebnis verbesserte sich auf 3,4 Millionen Euro nach einem Verlust von 72,7 Millionen vor Jahresfrist. SMA verkaufte Solar-Wechselrichter mit einer Leistung von fünf (3,3) Gigawatt (GW). Das sei fast so viel, wie im gesamten vergangenen Jahr, betonte Urbon.

          Ziele angehoben

          Für 2015 hob Urbon abermals seine Ziele an. Er erwartet nun einen Umsatz von 925 bis 975 (805,4) Millionen Euro statt wie zuletzt 850 bis 900 Millionen. Für das Betriebsergebnis peilt er zehn bis 30 Millionen Euro an; zuvor waren es maximal zehn Millionen Euro. Im Vorjahr verbuchte SMA noch einen Verlust von 165 Millionen.

          Bei den Anlegern kamen die Nachrichten gut an. Der Aktienkurs steigt am Donnerstag um mehr als 15 Prozent. Seit Ende Januar steigt der Aktienkurs wieder. Damals hatte die Notierung bei 10,455 Euro ein Allzeittief erreicht. Mittlerweile kosten die Aktie wieder knapp 50 Euro und ist damit so teuer wie zuletzt im Februar 2012.

          In der Branchenkrise hatte sich SMA Solar aufgrund seiner Spezialisierung zunächst behaupten können, geriet dann aber doch mit in den Abwärtstrend. Zwischen 2010 und 2014 fiel der Umsatz um rund 60 Prozent auf 805 Millionen Euro. 2013 rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen und stellte die Dividendenzahlungen ein. Noch zum Jahresbeginn hatte SMA ein Sparprogramm mit massiven Stellenstreichungen auf den Weg gebracht. Derzeit beschäftigt der Wechselrichter- Produzent 3600 Mitarbeiter, 1500 weniger als vor einem Jahr. Der Aktienkurs fiel von einem Allzeithoch bei 103,70 Euro bis auf die besagten 10,455 Euro und damit um 90 Prozent.

          Trotz flüssiger Mittel von rund 250 Millionen Euro sieht der Manager aber die Zeit für eine Ausschüttung noch nicht gekommen. "Es ist eher unwahrscheinlich, dass wir für 2015 schon wieder eine Dividende zahlen."

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