https://www.faz.net/-gv6-89soa

Rabatt-Portal : Groupon-Aktie bricht um 30 Prozent ein

  • Aktualisiert am

Groupon verliert stetig Kunden an andere Wettbewerber. Bild: dpa

Auch der neue Chef Rich Williams hat offenbar kein Glück: Die Aktie von Groupon befand sich bei Börsenstart in Amerika im freien Fall. Grund ist auch die schwache Geschäftsprognose.

          Das Rabatt-Portal Groupon scheint die Gunst der Anleger verloren zu haben. Nach einem Chefwechsel und einer schwachen Geschäftsprognose verpuffte auf einen Schlag nahezu ein Drittel des Unternehmenswerts. Die bereits arg gebeutelte Aktie stürzte im frühen amerikanischen Handel am Mittwoch um knapp 30 Prozent an die Marke von 2,85 Dollar ab. Beim Börsengang vor auf den Tag genau vier Jahren hatte Groupon noch 20 Dollar pro Anteilsschein bekommen.

          Groupon ersetzte an der Firmenspitze inmitten andauernder Verluste Mitgründer Eric Lefkofsky durch Top-Manager Rich Williams, der bisher für das operative Geschäft zuständig war. Zudem fielen die Prognosen für das laufende Quartal und das kommende Jahr deutlich schwächer als erwartet aus.

          Nur noch 1,8 Milliarden Dollar wert

          Das Unternehmen war am Mittwoch nur noch 1,8 Milliarden Dollar wert. Beim Börsengang waren es schon zum Ausgabepreis der Aktie 12,6 Milliarden Dollar gewesen - und der Kurs war gleich zum Handelsstart um die Hälfte hochgeschossen.

          Bei Groupon können Restaurants, Dienstleister und andere Geschäfte Rabatt-Coupons anbieten, um Kunden zu werben. Außerdem verkauft Groupon selbst Waren mit Preis-Abschlägen. Das Unternehmen wuchs in den ersten Jahren rasant, doch eine überhastete internationale Expansion sorgte dann für hohe Verluste. Gründer Andrew Mason musste im Februar 2013 den Chefsessel räumen, sein Mitstreiter Lefkofsky übernahm damals. Jetzt kehrt er wieder auf Posten des Vorsitzenden im Verwaltungsrat zurück.

          Williams will mehr für Marketing ausgeben

          Groupon verlor im vergangenen Quartal 27,6 Millionen Dollar. Schon ein Jahr zuvor hatte es einen Verlust von über 21 Millionen Dollar gegeben. Der Umsatz stagnierte bei gut 713 Millionen Dollar. Groupon erklärte das am Dienstag mit Gegenwind durch den starken Dollar. Der neue Chef Williams kündigte an, er wolle die Marketing-Ausgaben erhöhen, um mehr Kunden anzulocken. Außerdem will Groupon mehr Verbraucherelektronik verkaufen. Williams ist seit 2011 bei Groupon und in dieser Zeit auch schon für Marketing sowie das Nordamerika-Geschäft verantwortlich.

          Mit der neuen Strategie würden die bisherigen Umsatzerwartungen im laufenden Quartal um bis zu 100 Millionen Dollar unterschritten, hieß es. Und auch die Prognose für das kommende Jahr mit Erlösen von 2,75 bis 3,05 Milliarden Dollar lag deutlich unter den Erwartungen der Analysten - der Umsatz könnte damit im Jahresvergleich sogar sinken. Zugleich sollen 2016 bis zu 200 Millionen Dollar mehr für Marketing ausgegeben werden.

          Groupon arbeitete in den vergangenen Jahren daran, die Abhängigkeit von per E-Mail verschickten Newslettern zu verringern und zu einer Schnäppchen-Datenbank zu werden, auf die Nutzer bei Bedarf zugreifen. Zudem will sich Groupon stärker als Plattform für lokale Geschäfte etablieren.

          Weitere Themen

          Amerikas Banken hängen am Tropf der Fed

          Geldpumpe : Amerikas Banken hängen am Tropf der Fed

          Diese Woche sorgten ungewöhnliche Geldspritzen an Amerikas Banken für Aufsehen. Jetzt kündigt die Notenbank Fed an, bis Mitte Oktober regelmäßig Liquidität in den Markt zu pumpen.

          Topmeldungen

          Klimastreik in Berlin : Rackete for Future

          Beim großen Klimastreik in Berlin überlassen die Aktivisten von „Fridays for Future“ anderen die Bühne. Es sollte der Auftakt sein für ein breites gesellschaftliches Bündnis. Doch noch prallen Welten aufeinander.
          Ihnen reicht der Kompromiss nicht: Wie in Berlin demonstrierten Hunderttausende

          Kompromiss und Proteste : Was in der langen Nacht geschah

          Erst war das Klimaschutzgesetz fast am Ende, dann kam der Protest – und dann stritt das Kabinett eine Nacht lang. Jetzt sonnt sich die Politik im Glanz der Einigung. Währenddessen dröhnt der Protest Hunderttausender.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.