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Modebranche : Hugo-Boss-Aktie sackt um mehr als zehn Prozent ab

  • Aktualisiert am

Die Mode-Industrie hat vor allem in Asien mit Absatzproblemen zu kämpfen. Bild: Reuters

Hugo Boss hat im dritten Quartal weniger Gewinn gemacht als erwartet. Die Anleger reagierten enttäuscht, die Aktie sank deutlich. Auch anderen Modekonzernen geht es schlecht.

          Hugo Boss leidet unter der schwachen Nachfrage in Asien und Amerika. Nach Gerry Weber, Ahlers und Tom Tailor kippte nun auch der Modekonzern seine Jahresziele. Als Grund nannte Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs neben der Verschlechterung des Marktumfelds vor allem in China und Amerika auch Währungseffekte, insbesondere in Brasilien und der Schweiz. Sie führten zu Belastungen von 16 Millionen Euro.

          Die Anleger reagierten am Freitag verschreckt. Die Aktie sackte um über zehn Prozent auf 91,60 Euro ab und notierte damit so niedrig wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Zahlreiche Analysehäuser senkten ihre Kurziele für das Papier und kündigten an, ihre Einschätzung für die Aktie zu überprüfen. Die meisten Experten wurden von den Zahlen kalt erwischt. Sie hatten damit gerechnet, dass sich die Dynamik aus dem zweiten Quartal fortsetzt. Commerzbank-Analyst Andreas Riemann nannte die neuen Jahresziele ambitioniert angesichts des Gewinnrückgangs im dritten Quartal. Im Abschlussquartal müsse Boss ordentlich aufholen. Herbert Sturm von der DZ-Bank senkte umgehend sein Kursziel um zehn auf 113 Euro.

          Wie der Konzern mitteilte, schrumpfte im dritten Quartal der Betriebsgewinn um acht Prozent auf 168 Millionen Euro. Der um Währungseffekte bereinigte Umsatz sank um ein Prozent. In Euro stiegen die Erlöse um vier Prozent auf 744 Millionen Euro. Einige Analysten wie die der DZ-Bank oder der Deutschen Bank hatten allerdings mit zweistelligen Zuwächsen gerechnet. Im Gesamtjahr peilt das Unternehmen nun noch einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von drei bis fünf Prozent an. Der Betriebsgewinn (Ebitda vor Sondereffekten) soll ebenfalls zwischen drei bis fünf Prozent zulegen. Bislang hatte der Konzern währungsbereinigt ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Bereich und einen Anstieg des Ebitda um fünf bis sieben Prozent avisiert. Die endgültigen Ergebnisse des dritten Quartals will Hugo Boss am 3. November bekannt geben.

          Auch LVMH mit Problemen in China

          Neben Boss beklagte zuletzt auch der Luxusgüter-Konzern LVMH mit den Marken Louis Vuitton, Givenchy und Donna Karan und das britische Unternehmen Burberry, das fast ein Drittel seines Geschäfts in China macht, die Kaufzurückhaltung auf dem Markt der Luxusprodukte in Fernost. Im niedrigeren Preissegment belasten Rabattschlachten und die wachsenden Marktanteile von H&M und den Inditex-Ablegern Zara und Massimo Dutti die etablierten Firmen.

          Die Luxusbranche hatte in den vergangenen Jahren von kauffreudigen Chinesen profitiert. Als die Dynamik im eigenen Land nachließ, verbanden viele immer noch Urlaubs- und Geschäftsreisen in Europa oder den Vereinigten Staaten mit einer Shoppingtour. Denn in Asien sind edle Marken fast immer um ein Vielfaches teurer als hierzulande.

          Mit dem Einbruch der Aktienmärkte im Sommer habe sich aber die Konsumbereitschaft der chinesischen Verbraucher weiter verschlechtert, meldete LVMH Anfang der Woche. Der französische Hersteller denkt Presseberichten zufolge schon darüber nach, Läden in dem Land zu schließen.

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