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Aktie im Blick: Henkel : Auf gute Nachrichten eingestellt

Dem guten Ruf gerecht geworden: Henkel-Vorstandsvorsitzender Kasper Rorsted und die Vorsitzende des Aufsichtsrats, Simone Bagel-Trah Bild: dapd

Die Aktie des Düsseldorfer Henkel-Konzerns zählt zu den robusten Titeln im Dax. Seit Jahresbeginn verbuchte sie einen Kursgewinn von rund 25 Prozent und wird ihrem guten Ruf gerecht.

          Seitdem die Wahlergebnisse in Frankreich und Griechenland die Aktienkurse weithin zeitweise deutlich bewegt haben, zählt die Aktie des Düsseldorfer Henkel-Konzerns zu den robustesten Titeln im Börsensegment Dax. Damit wird sie zugleich dem guten Ruf gerecht, den sie seit dem Start ins neue Jahr genießt. Einen Kursgewinn von rund 25 Prozent haben die Vorzugsaktien des Familienkonzerns seither verbucht und damit die Entwicklung des Dax bei weitem übertroffen. Der Index selbst liegt 11 Prozent im Plus. Gegenüber dem 52-Wochen-Tiefstkurs aus dem vergangenen Herbst hat der Kurs sogar mehr als 50 Prozent gewonnen.

          Brigitte Koch

          Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.

          Am heutigen Mittwoch wird der Klebstoff-, Waschmittel- und Kosmetikkonzern mit starken Marken wie Prit, Persil oder Schwarzkopf seinen Bericht über das erste Quartal vorlegen. Schon zur Hauptversammlung Mitte April hatte Henkel-Chef Kasper Rorsted den Aktionären erste Hinweise auf einen guten Jahresstart gegeben. Auch hat er bisherige Prognosen bestätigt. Danach sollen der Umsatz um 3 bis 5 Prozent und das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie um mindestens 10 Prozent zugelegt haben. Damit stünde Henkel vor einem abermaligen Rekordjahr. Die Gruppe sei heute unabhängiger von Schwankungen in den Märkten und könne sich gegenüber dem Wettbewerb besser behaupten als noch vor einigen Jahren, hatte der Däne Rorsted den Aktionären beim Jahrestreffen mit auf den Weg gegeben.

          Wachstum wird von Klebstoffsparte getragen

          Analysten erwarten für das Quartal ein deutliches Gewinnplus. Auch beim Umsatz rechnen die befragten Experten mit einem Zuwachs, und zwar von im Durchschnitt 4,4 Prozent. Der Konsensschätzung zufolge wird das Wachstum vor allem von der Klebstoffsparte getragen. Nachdem das vierte Quartal 2011 eher enttäuschend verlaufen sei, sollte dem Unternehmen ein solider Start gelungen sein, heißt es beispielsweise bei der niederländischen Bank ING. Nach deren Einschätzung dürfte der weltgrößte Klebstoffhersteller vor allem von dem Aufbau der Lagerbestände in China und einer starken Nachfrage aus dem Automobilsektor profitiert haben. Ähnlich äußern sich die Analysten von Morgan Stanley. Der Bericht zum ersten Quartal werde einen starken Start in das neue Geschäftsjahr belegen, heißt es dort. Innerhalb des Sektors biete Henkel eines der stärksten Gewinnwachstumsprofile.

          Was die Anlageempfehlungen anbelangt, raten derzeit 34 Prozent aller involvierten Analysten zum Kauf. Nur 19 Prozent stimmen für den Verkauf und 47 Prozent empfehlen ein Halten der Henkel-Aktie. Die Kursziele haben denn auch eine recht breite Spanne. Morgan Stanley bestätigte jüngst ein Kursziel von 60 Euro. JP Morgan Cazenove nennt eines von 50 Euro, ING ein Ziel von 53 Euro. Die Schweizer Bank UBS hatte das Kursziel zuletzt auf 48 Euro belassen. Am Dienstag kostete die Aktie zum Handelsschluss 55 Euro.

          Mit noch größerer Spannung erwarten Marktbeobachter schon jetzt den Bericht zum dritten Quartal. Denn im November will Rorsted Näheres zur künftigen strategischen Ausrichtung von Henkel berichten und die neuen Finanzziele nennen. Schon heute dürfte klar sein, dass die Messlatte dann noch höher gelegt wird. Allerdings wird im nächsten halben Jahr noch eine Menge Wasser den Rhein herunter fließen und sich so mancher banger Blick auf die Kapitalmärkte richten.

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